Kochbuch von Cornelia Schinharl: Nudel dich glücklich

Kochbuch von Cornelia Schinharl: Nudel dich glücklich ★★★★☆

Nudel dich glücklich. Die neuesten Rezepte von Tagliatelletorte bis Ramen-Burger – Widerstand zwecklos!
Cornelia Schinharl
Fotos: Shabnam Shameli
Gräfe und Unzer Verlag (2018)
Mehr über den Verlag

Maria Kufeld

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Alle lieben Pasta! Allerdings liegt die Messlatte in puncto Überraschungseffekt bei dem Thema ziemlich hoch. Ausgelutschte Nudelsuppen, -salate und Pastasaucen haben im ambitionierten Kochbuchregal nichts zu suchen. „Nudel dich glücklich“ mit allerlei frischen Pastatrends und gepimpten Klassikern dagegen schon.

Das Lieblingsgericht der Deutschen? Ist nicht etwa Schnitzel oder Currywurst. Nein, laut Ernährungsreport 2017 mögen wir mit knapp 40 Prozent Nudeln am allerliebsten. Damit uns zwischen Maultaschen und Spaghetti bolognese aber nicht allzu langweilig wird, präsentiert Cornelia Schinharl (Foto unten) in „Nudel dich glücklich“ über 80 neue Pastarezepte – von A wie Älplermagronen mit Birnenkompott bis Z wie Zoodles mit Tomatensauce und Ricotta.

Nach einem Glossar zu den „unendlichen Weiten der Nudel“ und einem Grundrezept für „Nudeln selber machen“ geht das Buch in die Rezeptvollen. „All Time Favorites“ bekommen durch besondere Zutaten das gewisse Etwas. In der Kategorie „Lieblingsnudel Reloaded“ wird aus der Lasagne schon mal ein Eintopf. Im Kapitel „Freak out!“ kriegt Pasta als Ramen-Burger oder Nudelmuffins ein ganz neues Gesicht und geht als „Globetrotter“ schließlich auf kulinarische Weltreise.

One-Pot-Pasta und Ramen-Burger

Dabei findet jeder aktuelle Pastatrend Beachtung. Sei es die Gemüse„nudel“ vom Spiralschneider, hübsche Rotweinspaghetti oder eine easy-peasy One-Pot-Pasta mit Auberginenragout. Für Nudelsuppen und -salate bekommt man zum Beispiel in Form von Buchstabennudel-Taboulé neuen Input. Und selbst süße Kreationen begegnen dem Leser immer wieder. Verführerisch klingen etwa Kakao-Ravioli mit Ricotta oder Cannelloni mit Nussfüllung. Bei Maisnudeln und Schwarze-Bohnen-Spaghetti denkt das Buch auch an Köche mit Glutenunverträglichkeit.

Bei den Rezepten finden sich immer wieder nette Extrainfos wie Hinweise à la „Nudeln aus Hülsenfrüchten gehen beim Kochen stärker auf als Nudeln aus Getreide. Deshalb braucht man für 2 Personen auch nur 150 g statt der sonst üblichen 200 g.“ Oder die Autorin Schinharl gibt Tipps, wie man übrig gebliebene Zutaten weiterverwertet.

Dazwischen begegnet dem Leser dreimalig eine Foto-Lovestory. Ja, tatsächlich. So was, was früher in der Bravo viele Seiten gefüllt hat. Meinen Humor treffen die vermeintlich witzigen Doppelseiten mit Überschriften wie „Käsespätzle helfen immer!“ nicht. Aber gut. Dann überblättert man die etwas deplatziert wirkenden Schwarz-Weiß-Fotos halt.

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Praktikabel bleibt das Buch abgesehen davon bis ins Detail. Hier bewährt sich wie immer der Traditionsverlag Gräfe und Unzer. Zu jedem Rezept macht ein schönes Bild von Shabnam Shameli Appetit. Und wer mit dem Kochen nicht schnell genug fertig sein kann, achtet auf das „Speed-Rezept“-Symbol. Diese Gerichte gelingen im Handumdrehen. Können wir im Fall der Sobanudeln mit Sesamspinat, den Rotwein- und Sardellen-Spaghetti bestätigen.

Aber auch hoch motivierte Köche kommen auf den 192 Seiten auf ihre Kosten. Wahnsinnig aufwendig, weil zeitintensiv, sind etwa die Manti. Bei solchen Rezepten würde ich aufgrund ihrer Kosten-Nutzen-Rechnung die Zutaten immer verdoppeln. Denn berechnet werden sie grundsätzlich für zwei Personen.

Wer von Pasta nicht genug bekommen kann, „nudelt“ sich mit diesem Kochbuch tatsächlich glücklich. Gräfe und Unzer bringt wie gewohnt Abwechslung auf den Pastateller. Von einfachen, schnellen bis aufwendig raffinierten Variationen ist alles dabei. Und auch international geht es in der Küche hiermit heiß her, sodass „Nudel dich glücklich“ neben den italienischen und Basic-Pasta-Büchern definitiv seine Berechtigung hat.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2019

1 Kommentare

  1. Thea

    Wenn man große Conchiglie nimmt und einen eher spitz zulaufenden Kaffeelöffel, ist das Befüllen sehr einfach.
    Ich habe mir eben die Leseprobe des Verlags angesehen: Stimmt, die Schwarz-Weiß-Geschichten sind albern und überflüssig.

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