Kochbuch von Claudia Roden: Die orientalische Küche

Kochbuch von Claudia Roden: Die orientalische Küche ★★★★★

Die orientalische Küche (Zuvor Arabesque, siehe Cover)
Claudia Roden, Christian Verlag (2010)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Claudia Roden stammt ursprünglich aus Kairo. Nach Paris ging sie, um Kunst zu studieren. Dort bekämpfte sie ihr Heimweh, indem sie geliebte Rezepte der Heimat sammelte. Ihre Recherche setzte sie fort, als ihre Familie anlässlich der Suez-Krise nach London emigrierte. Sie beschreibt, wie ihr die kulinarischen Traditionen in dieser Zeit halfen: „Each dish has brought back memories of great and small occasions, of festivals, of the emotions of those times, and of the sayings invariably said.“ 

In den 70ern erschien von ihr das Kochbuch A Book of Middle Eastern Food. Der Bestseller erlebte viele Auflage und trägt nach einer Überarbeitung heute den Titel Tamarind & Saffron. Das Kochbuch war für Claudia Roden der Auftakt für eine erfolgreiche Karriere als Autorin mit vielen Publikationen. Heute lebt sie in London und kocht dreimal in der Woche ein Menü für sechs Personen – wenn sie nicht für die Recherche eines neuen Kochbuchs auf Reisen ist.

Granatapfelsirup, Rosenwasser, Sumach & Tahin

Das Kochbuch Die orientalische Küche (ehemals Arabesque) hat drei farblich verschiedene Kapitel: Marokko, Türkei und Libanon. Claudia Roden gibt zu jedem Land und seiner Küche eine unterhaltsame kulturgeschichtliche Einführung bis zur Gegenwart. Zu lesen sind historische Details, die den Orient aufleben lassen, und eigene, mitunter amüsante Erlebnisse. Die Rezepte sind klassisch nach Vorspeise, Hauptspeise etc. geordnet. Die Zutaten sind meistens bekannt und in der Anzahl übersichtlich. Granatapfelsirup, Rosenwasser, Sumach und Tahin werden u. a. als besondere Gewürze vorab aufgeführt (Nach meiner Erfahrung sind sie bei jedem türkischen Händler zu kaufen oder in sehr gut sortierten Feinkosthandlungen. Links: englisches Cover)

Die Rezeptanleitungen finde ich perfekt: Handlungsanleitungen, Begründungen und Wissen für den eigenständigen Koch sind hier zu finden, damit er den Kochvorgang selbst einzuschätzen weiß. Das Layout ist modern und schlicht. Das Kochbuch ist vereinzelt illustriert mit orientalischen Ornament-Zeichnungen. Manche Gerichte sind fotografisch abgebildet. Ein Buch, das ich gerne in die Hand nehme.

Zum Nachkochen

Claudia Roden hat die Rezepte sehr smart zusammengestellt. Ihr Ziel ist offensichtlich: Sie möchte, dass aus ihrem Kochbuch tatsächlich gekocht wird und macht es dem zum Kochen Entschlossenen leicht. Sie bietet Rezepte, die für das Kochen zuhause gedacht sind. Hinsichtlich Zeit, Aufwand und Preis ist sie Realistin. Beim Nachkochen hatte ich nie den Eindruck, dass die Autorin mich mit einem Restaurantkoch verwechselt, sie schreibt für diejenigen, die Länderküchen gerade entdecken.

Sie setzt bei ihren Rezepte kein Zuviel an fremden Zutaten bzw. ein Kochen ins “Blaue” voraus. (Folge ist ja häufig, dass man alles ganz interessant findet, aber zum Nachkochen kommt es irgendwie nie.) Statt mit jedem Rezept eine neue Wundertüte an fremden Gewürzkompositionen zu präsentieren, hat sie wenige pro Landesküche ausgewählt und sich auf diese mit verschiedenen Variationen konzentriert (z. B. für die Türkei: Pinienkerne, Piment, Zimt und Korinthen oder Eigelb mit Zitrone).

Wie eine Melodie variiert sie sie immer wieder aufs Neue, bis man den Refrain selbst beherrscht. Ihr unaufdringliches Konzept wirkt motivierend, insbesondere für den “Not-Native-Cook”, den Neuling. Für Kenner diese Küche wird es vielleicht weniger das passende Kochbuch sein.

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Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2008

3 Kommentare

  1. Thea

    Und noch eines meiner Lieblingsbücher.

  2. Gerlinde Rühlmann

    Ein tolles Buch, aus dem ich regelmäßig etwas koche. Die Rezepte sind sehr gut beschrieben, so dass es überhaupt kein Problem gibt, sie nachzukochen. Ich lieb dieses Kochbuch!

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