Kochbuch von Christine Ferber: Die Marmeladen-Bibel

Kochbuch von Christine Ferber: Die Marmeladen-Bibel ★★★★★

Die Marmeladen-Bibel: 270 Rezepte
Christine Ferber, Christian Verlag (2010)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Christine Ferbers kulinarische Publikation kleidet sich mit dem für Kochbuch-Liebhaber aufregenden Titel “Bibel”. Und er ist in keinster Weise anmaßend, sondern verdient. Denn die Autorin bietet eine Summe an Rezepten und Detailwissen, die seinesgleichen suchen. Ganz klar, hier will eine Begeisterte die Feinheiten der Marmeladen-Kunst ihren Leser weitergeben.

Die im elsässischen Niedermorschwihr geborene Autorin führt in ihrem Heimatort in der 4. Generation eine Patisserie, wo neben feinster Backkunst und Schokolade Konfitüren angeboten werden. Bevor Christine Ferber mit 24 Jahren das elterliche Geschäft übernahm, lernte sie bei den ersten Adressen ihr Handwerk. 1979 gewann sie den Preis “Beste der jungen Patissiers” von Frankreich, dem weitere Auszeichnungen folgten. Gerne wird sie ehrenvoll „Marmeladenkönigin des Elsass” genannt.

Die Marmeladen-Bibel enthält 270 Rezepte für Marmeladen, Konfitüren, Chutneys, Fruchtsirup, Säfte und Kompott. Basisrezepte mit besonderen Details sowie Rezepte mit avantgardistischen Kompositionen sind hier zu finden nach einer kurzen Einführung im Kapitel “Das Einmaleins der Marmelade”. Ferbers Rezepte kommen ganz ohne Gelierhilfe aus, wobei sie diese Zuhilfenahme in ihren Anleitungen berücksichtigt und dafür Tipps gibt. Die Zubereitung der süßen Aufstriche verteilt sich häufig über 1-3 Tage. Spannend beim Lesen wird es mit Christine Ferbers Anmerkungen “Das besondere Detail” sowie “Unbedingt probieren”, die jedes Rezept begleiten. Meine Erfahrung nach einer Handvoll probierter Rezepte: Sie fallen mehr süß denn fruchtig aus und sind in der Aufbereitung zeitintensiv. Das Aroma und die Konsistenz einmalig gut – das belohnt die Mühen. Zudem sind die Ideen für Kombinationen und Variationen lehreich. (Nur das Inhaltsverzeichnis hätte wahrlich mehr Aufmerksamkeit verdient.)

Nachtrag: Mittlerweile kam es immer wieder vor, dass eine Marmelade nicht fest wurde. Die Konsistenz ist dann flüssiger, was mir praktisch nichts ausmacht. Mittlerweile halte ich ein Geliermittel auf Vorrat für den Fall der Fälle.

MEHR ÜBER CHRISTINE
Einen schönen Artikel über Christine Ferber mit dem Titel Früchte des Ruhms hat Franziska Klotz verfasst, der sicherlich – obwohl 2002 erschienen – hinsichtlich des Inhalts zeitlos ist. Zum Artikel

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2011

5 Kommentare

  1. Schokozwerg

    Dieses Buch hat mich von der Zubereitung mit Gelierzucker zur natürlichen Methode mit Zucker und Zitronensaft gebracht. Den Unterschied schmeckt mein Gaumen deutlich heraus. Allerdings reduziere ich die angegebene Zuckermenge und erhöhe im Gegenzug den Zitronenanteil. Damit kommt die Frucht mit ihren vielen Aromen viel stärker zur Geltung, und der Haltbarkeit schadet es überhaupt nicht. Ein gute Ergänzung ist Madame Ferbers “Mes confitures”, allerdings m.W. bisher nur auf Französisch erschienen. Noch mehr Marmeladen, noch mehr Variationen, noch mehr Ideen! 🙂

    • Katharina

      Weniger Zucker, mehr Zitrone – da stimme ich Dir völlig zu. Anders ist es apokalyptisch süß! Aber von der Konsistenz her sein.

  2. Sandy

    Gestern erworben…einfach toll!!

    • Katharina

      Nicht wahr? … Ich bin gespannt, was Du zu der Süße sagst.

      • Sandy

        Ich habe mir immer die Marmelade in Deutschland von Christine Ferber bei“My Supper.de“ bestellt. Die Marmelade stand immer bei meiner Grossmutter in Paris auf den Tisch, dazu köstlich duftende Croissants avec un bol de chocolat..Bin nun sehr glücklich das Buch entdeckt zu haben, um endlich ihre wunderbare Marmelade zu kochen.

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