Backbuch von Chandima Soysa: Köstliche Kuchen leicht gemacht

Backbuch von Chandima Soysa: Köstliche Kuchen leicht gemacht ★★★☆☆

Köstliche Kuchen leicht gemacht
Chandima Soysa, Thorbecke Verlag (2012)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Ich gestehe: Das Kochbuch würde ich wegen seines Covers immer in die Hand nehmen. Da läuft köstliche Blaubeersauce über den Cheescake. Es wirkt sympathisch und modern. Christine aus Dieburg, Katharina aus Hannover und Rebekka aus Füssen probierten 9 Rezepte für uns aus. Jetzt wissen wir mehr, ob das wunderbare Cover sein Versprechen hält …

Wie lange kochst Du schon und wie benutzt Du Kochbücher?

SoysaDas beste Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe (gut abgesehen von dem Barbie-Apfelschimmel mit der Glocke im Bauch) war ein kleiner, elektrischer Herd. Ab diesem Weihnachtsfest war ich in unserer Familie fürs Backen zuständig, später dann auch für die Desserts.
Haupt- und Vorspeisen kamen dann nach meinem Umzug in die erste Wohnung hinzu. Da hat sich meine Leidenschaft für Bücher mit der für’s Backen und Kochen kombiniert.
Jedes zweite Buch, das ich mir kaufe, ist inzwischen ein Kochbuch. Auch wenn ich noch immer probiere, eine strenge Auswahl zu treffen, haben sich inzwischen doch einige angesammelt…

SoysaSeit ich ein Kochbuch für Kinder geschenkt bekommen habe, was mit ca. 8/9 Jahren war. Allerdings war Backen meine Leidenschaft, da ich ein bekennender Süßschnabel bin. Kochen folgte dann zögerlicher nach. Mit meinem ersten echten Kochbuch für Erwachsene zur Konfirmation entdeckte ich auch diese Passion. Erst intensiv lesen und stöbern, dann bei passender Gelegenheit nachkochen.

SoysaIch koche seit ca. 4 Jahren. Habe meine Liebe zum Kochen entdeckt als ich in NYC bei Freunden gelebt habe. Seitdem ist Kochen mein Yoga! Mindestens einmal wöchentlich koche ich für meine Family (5 Geschwister + Mama&Papa).
Ich liebe Kochbücher und könnte mich stundenlang damit beschäftigen diese durchzublättern. Ich nutze sie meistens als Inspiration, wenn ich auf der Suche nach was Neuem bin, oder einfach ein paar Ideen für ein spezielles Essen brauche.

Zum Kochbuch: Was waren Deine ersten Eindrücke?

SoysaIm Buchladen stechen mir meist Kochbücher ins Auge, bei denen viel Wert auf das Layout, die Schrift und die Fotografien gelegt wurde, so wie bei “Köstliche Kuchen leicht gemacht”.
Auch wenn es von der Größe eher klein daherkommt, so besticht es doch mit vielen Bildern und einer klaren Aufteilung: pro Seite ein Bild und ein Rezept. Das macht Lust auf´s Nachbacken!
Das erleichtern ein paar allgemeine Tipps am Anfang des Buches, wie zum Beispiel die Zimmertemperatur bei den Zutaten einzuhalten, und am Ende dann konkrete Hinweise in Form von Fotos zu bestimmten Rezepten.

SoysaEin kleines, fast niedliches Format, mit sehr liebevollen Zeichnungen und eher sachlichen Fotos. Optisch ein Genuss. Leider ein nur kurzes Vorwort und ein paar allgemeine Tipps. Die persönliche Note der Autorin fehlt gänzlich. Ein roter Faden lässt sich nicht entdecken, außer dass alles „Kuchen“ sind. Eine gewisse Belanglosigkeit, die in schönen Bildern eingefangen wird. Befremdlich auch die Vorwegnahme von evtl. Misserfolgen – man möge sich dann am doch tollen Geschmack erfreuen. Viele der Kuchen kennt man (Hefezopf, Zebrakuchen, Kalter Hund), ein paar wenige wecken die Neugier, wie zB die Grüntee -Biskuit Rolle. Nun ja – warten wir das Ausprobieren der Rezepte ab.

SoysaDie ersten Eindrücke zum Buch: – Sehr einfach aufgebaut, kein großes drumrum – Einfache Rezepte (teilweise zu langweilig; Beispiel Hefezopf: das Rezept hat eigentlich jeder aus Omas Rezeptsammlung oder aus einem Basic Kochbuch, ist meiner Meinung nach ein bisschen überflüssig in diesem Buch) – Keine schönen Bilder 🙁

Welche Rezepte hast Du ausprobiert und wie fandest Du sie?

SoysaDie Wahl bei der ersten Rezeptprobe fiel auf Scones, da ich diese schon in vielen Rezeptvarianten gebacken habe, allerdings noch nie mit Joghurt und ohne Ei.
Das hat sich auf den Geschmack ausgewirkt. In unserem Haushalt bevorzugen wir beide die traditionellere Art des Scones Backen. Wie im Anhang des Rezeptes vorgeschlagen, habe ich die Hälfte der Scones mit Rosinen gebacken. Diese kamen bei uns eindeutig besser an. Wer Rosinen mag, also unbedingt mit Rosinen backen!
Die Scones sind zusammenfassend also nicht schlecht, aber geschmacklich leider nicht umwerfend……

Beim nächsten Backtest fiel meine Wahl auf die Cookies. Das Rezept ist relativ einfach und auch für einen Backanfänger gut umsetzbar. Doch sollte man beachten, dass die Häufchen, die man auf’s Blech setzt, nicht zu dünn sind, denn beim Backen gehen die Plätzchen sehr in die Breite. Wahrscheinlich wäre ein Tick mehr Backpulver besser gewesen. Auch die Backzeit war in unserem Ofen etwas länger. Geschmacklich haben uns die Cookies überzeugt: sehr buttrig & schokoladig, allerdings auch sehr bröselig. Vielleicht nicht das richtige Rezept, um die Cookies in Tüten abzufüllen und zu verschenken!

Für eine Party habe ich mich dann spontan entschlossen, die Butterecken zu backen. Sie kamen wirklich gut an, allerdings musste ich aufgrund der Lage in meiner Speisekammer das Rezept dahingehend verändern, dass ich anstatt 200g Mandeln nur 150g genommen habe und die 200g Sahne am Ende wegließ.
Das hat dem Kuchen, bei 150g Butter als Belag, keinen Abbruch getan.

SoysaKirschstreuselkuchen: Interessante Variante mit Buttermilch und Marzipanstreuseln. Allerdings fehlte hier ein Hinweis auf die optimale Konsistenz des Marzipans (einfrieren und dann hobeln). Daher ein mittleres Desaster beim Vermengen des Marzipans. Der Rest lief glatt, der Kuchen gelang auf Anhieb nach Rezept. Aber: das Marzipan ist in Teilen sehr dunkel geworden, trotz vorzeitiger „Rettung“. Geschmacklich war der Kuchen lecker, optisch nicht der Hit (mit dem dunklen Marzipan). Grundsolide. Mir persönlich fehlte der „letzte Kick“, denn Rührteig mit Obst ist nun gerade nicht neu & innovativ.

Apfelkuchen: Die Zubereitung des Mürbteiges war im Vergleich zu bisherigen erstaunlich einfach. Die restliche Zubereitung gelang schnell und ohne Probleme. Der Kuchen sah sehr gut aus und war schlicht lecker. Dennoch, auch hier fehlt der geschmackliche Kick. Der Sahneguss war cremig und hielt den Kuchen saftig, doch war er auch schlicht sehr fettig und fade. Gewürze und Aromen kamen nicht zum Einsatz, was man merkte. Lecker, aber nichts Besonderes.

Zitronenkuchen: Auch hier gelang die Zubereitung sehr gut, das Ergebnis des Kuchens war optisch nicht gut. Geschmacklich kann man ihn als grenzwertig bezeichnen. Der Kuchen ist schon essbar, aber einmal backen und dann wieder vergessen.

Die Matcha Tee Biskuit Rolle hätte mich noch gereizt, aber nach 3 mäßig begeisternden Ergebnissen habe ich diesen Kuchen dann nicht mehr ausprobiert.

SoysaRhabarber-Schnitten: Sehr lecker! Das sagten auch die zahlreichen Testesser.
Das Rezept ist gut und einfach zu machen;

Zitronen Rauten: Mein persönlicher Favorit; Die fand ich super. Einfach lecker! Ich würde sie nur in einer anderen Form machen als kleine Tartes.

Kalter Hund: Den habe ich in Zusammenarbeit mit der Tochter meiner Chefin gemacht. Rezept total easy und schmeckt gut, einfach ein Klassiker. Da kann man nicht viel falsch machen. Und bei den Kindern punktet man immer!

Dein Fazit zu dem Kochbuch?

SoysaVom Layout her hat mir das Buch richtig gut gefallen. Die Rezeptzusammenstellung kam bei mir allerdings nicht so gut an…. Auch wenn das Buch mit einem „bunten Querschnitt durch das vielfältige und abwechslungsreiche Angebot an Kuchen“ wirbt, empfinde ich es doch als ein buntes Durcheinander an Rezepten. Die einen lassen sich eher der gesunden Richtung zuordnen, zum Beispiel die Himbeer-Tarte mit Vollkornmehl, der Kürbiskuchen oder der Zucchini-Kastenkuchen. Dann gibt es Rezepte wie die Regenbogentorte, die zig verschiedene Farbstoffe sowie Kokosfett enthalten.
Schön sind die Bilder und Tipps am Anfang/Ende des Buches, gerade für jemanden der nicht viel Erfahrung im Backen hat. Das Buch ist gut geeignet als kleines Geschenk für jemanden, der eher ein Neuling in der Welt des Backens ist, für erfahrene Bäcker überzeugt mehr die Aufmachung des Buches, als die Auswahl der Rezepte.

SoysaNach dem ersten recht ordentlichen Eindruck eines kleinen, aber durchaus ansprechenden Layouts verflüchtigt sich dies recht schnell. Die Intention der Autorin lässt sich nicht erschließen und es kommt ein wenig der Eindruck auf, dass mal ein Backbuch fällig war, welches recht unambitioniert umgesetzt wurde. Schon das Fehlen von persönlichen Worten der Autorin, hin zu untergliederten Kapiteln oder Themenblöcken lässt uns als Leser quasi im Regen stehen. In Zeiten von starken Autoren, Kochbüchern und Büchern mit Fachthemen (Cupcakes z.B.) fällt dies besonders auf. Man kann hier nicht wirklich von einer schlechten Leistung der Autorin sprechen, doch kann man als einigermaßen ambitionierter Koch / Bäcker gut auf dieses Buch verzichten. Ich würde es so nur als nette Aufmerksamkeit für absolute Backanfänger oder Teenager verwenden, da ich sonst Sorge hätte, den Anspruch des Beschenkten zu beleidigen.

SoysaIch würde es mir nicht selbst kaufen. Ist ganz nett und hat ein paar interessante Rezepte, aber eben nichtsesonderes und nicht sehr einfallsreich; Ein grosses Manko sind für mich die Bilder, die einfach nicht sehr appetitlich aussehen;
(Beispiel: Tarte Tatin, wer diese schon einmal gegessen hat, weiß auch, wie sie aussehen muss, schön braun vom karamellisierten Zucker nicht wie im Buch BLASS. Ein weiteres Beispiel ist fuer mich die Gruentee Biskuitrolle, diese würde ich NIE backen, weil sie einfach nicht sehr ansprechend aussieht. Das hätte man sicher auch besser darstellen können;)
Meiner Meinung nach leben Kochbücher auch durch ihre Bilder, was leider in diesem Buch nicht sehr gelungen ist.

Merken

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2012

Schreib' uns!

Meistgelesen

Themen A-Z