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Bon appétit!
Katharina Höhnk

Kochbuch von Caroline Hwang: Einfach koreanisch ★★★★★

Einfach koreanisch! Der entspannte
Weg zu Kimchi, Bibimbap & Co.
Caroline Hwang
Fotos: Lisa Linder
Knesebeck Verlag (2018)

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Katharina Höhnk

Von

Die Nachricht ist: Zu den vielen ausgezeichneten koreanischen Kochbüchern gesellt sich mit Einfach koreanisch! noch ein weiteres. Und die Auswahl zwischen den Rezeptsammlungen wird nicht leichter. Denn Autorin Caroline Hwang setzt mit ihrer Rezeptauswahl einen eigenen Akzent.

Die gebürtige US-Amerikanerin stammt aus Koreatown, L.A., studierte Kunst und arbeitete zunächst als Köchin in NYC, bevor sie als Foodstylistin ihren Weg fand. Heute lebt sie wieder in ihrer US-Geburtsstadt, im Mekka der Foodtrends. Korea ist daher in erster Linie die Heimat ihrer Eltern. Die prägte aber ihre Kindheit kulinarisch: „Ein Dankeschön an meine Eltern, dass ihr mir die besten Zutaten zum Kochen verraten und immer bestes koreanisches Essen vorgesetzt habt.“, schreibt sie in ihrer Danksagung.

Ihre Perspektive auf die ostasiatische Küche lebt daher von zwei Einflüssen: Einerseits geht es hier um die authentische Küche, aber es blitzt auch Modernität und Kreativität durch. Zu der traditionellen Küche gesellt sich Gegenwärtiges.

Merken!

Zurück zum Anfang des Buches. Es findet seine Sortierung in den Kapiteln für Banchan, Kimchi, Suppen, Fleisch & Fisch, Nudeln, Dosirak (Lunchbox). Optisch reihen sich vor allem kleine Speisen aneinander: kalte Gurkensuppe mit Reisessig, Sojasoße und Eiswürfel, Rettichsalat, Sashimi-Reisschalen. Die Eierbrötchen (Gyeran Bang) sind einen Hingucker wert – ein klassisches Streetfood. Für sie werden Muffinformen mit einem schlichten Teig gefüllt. Ein Ei wird darüber gegeben und mit Käse bestreut. Ein perfektes Take-away. Überhaupt – ich habe viele Ideen gefunden, bei denen ich dachte: Merken!

Das kulinarische Herzstück ist sicherlich das Kimchi-Kapitel. Es ist das signature dish Koreas, das die Kultur prägt. Mit einer Illustration verdeutlicht das Kochbuch die wirklich einfache Herstellung. Caroline Hwang verwendet dabei übrigens eine Reismehlpaste zur Beschleunigung des Fermentierungprozesses. Wer zu dem Thema schon einiges gelesen hat, wird erfreut sein festzustellen, dass das Buch nicht die Standards dekliniert, sondern immer einen Schritt weiter geht: Das klassische Baechu-Kimchi mit Chinakohl variiert sie mit Wasserkresse und Blattsenf. Auf einer Rezeptdoppelseite mit 6 x Kimchi zeigt sie zudem, dass die Methode sich auf alle „Greens“ wie z. B. Kohlrabi und Rosenkohl übertragen lässt. Das für mich Interessanteste zum Schluss: Ein Rezept für weißes Kimchi schließt die Sammlung exquisiter Ideen.

Ernsthaft? So gut?

Als ich mit dem Kochen begann, ging ich davon aus, dass Einfach koreanisch! sich als solides und gutes Buch entpuppen würde. Es verströmt stilvolle Schlichtheit mit viel Weiß, Mamor, Naturmaterialien und Keramikschälchen. Die Texte sind angenehm konzentriert auf das Kochen (allerdings zu klein für Menschen wie mich). Zwischendurch poppen S/W-Illustrationen auf, die Basiswissen wie Reis kochen verbildlichen. Das einzig Persönliche neben der eingangs erwähnten Danksagung sind Fotos von der entzückend süßen Nichte der Autorin im Trotzalter. Das wird nett, dachte ich, und legte los.

Koreanisch zu kochen gehört generell zu den wirklich einfach Dingen, sobald man den ersten Einkauf erledigt hat. Wer asiatisch kocht, hat aber eh Sojasoße, Reisessig und Mirin vorrätig. Notwendig sind dann nur noch geröstetes Sesamöl, geröstete Sesamsamen und vor allem Gochugaru und Gochujang, die alles scharf und rot machen. Das ist es im Grunde. Ich liebe diese Küche. Sie tut gut, ist prägnant und hat einen humorvollen Zugang zum Genuss. Den letzten Sommer verbrachten wir (wieder) in Südkorea. Es waren 40 Grad, als wir in Seoul ankamen. Ich habe noch nie so viele Nudelsuppen gegessen und Fisch, der vor Frische fast vom Teller hopste.

Zum Weiterlesen

Leseprobe beim Verlag

Website von Caroline Hwang

Caroline Hwang bei Instagram

Mehr koreanische Kochbücher bei Valentinas

Die Nudelsuppen habe ich aus Einfach koreanisch! noch nicht probiert, doch auch so konnte ich beim Nachkochen schwerlich ein Ende finden. Denn dieses Buch ist nicht nur gut, sondern super. Die Rezepte beglücken die Köchin zu Hause. Ich habe viele probiert, die meine Masterrezepte abgelöst haben: Sie überzeugen in der Anleitung und Komposition. Die Auswahl für die Veröffentlichung auf Valentinas zu treffen, fiel schwer.

Einfach koreanisch! birgt die Gefahr, unterschätzt zu werden. Sein Auftritt ist sympathisch, dabei hat das Kochbuch es faustdick hinter den Ohren. Die Auswahl an Rezepten überzeugt mit einem modernen Antlitz traditioneller und zeitgenössischer Küche des Landes inkl. Streetfood. Und in der Tat stehen die einfachen Gerichte im Vordergrund als „little Meals“. Das Wow stellt sich beim Kochen ein. Für solche Rezepte geht man als Rezensentin auf die „Jagd“.

Veröffentlicht im Juni 2019

4 Kommentare

  1. Kirsten

    Aufgrund eurer Empfehlung habe ich mich heute auch zum ersten Mal an Kimchi (S. 58 & 62) versucht. Seid ihr eigentlich nicht über die äusserst fragwürdigen Mengen- und Zeitangaben gestolpert? 7 Liter? Meint der Verlag 0,7 oder 1 Liter . Mich würde ehrlich interessieren wie ihr damit umgegangen seid? Lg Kirsten

    • Katharina

      Liebe Kirsten, erst mal ein Bravo, dass Du Kimchi ausprobiert hast!

      Zu Deiner Frage: Nein, über die Mengenangabe 7 Liter bin ich nicht gestolpert bzw habe sie überlesen, obgleich ich das Rezept probiert habe.

      Ich habe mir beide Seiten daher nochmal angeschaut und versucht sie nachzuvollziehen. Mir geht es wie Dir: die Angabe auf Seite 58 „7 Liter“ macht an dieser Stelle keinen Sinn, weil das ja nur eine How-to-Leitfaden ist frei ohne Mengenangaben. Aber auch bei dem Rezept auf Seite 62 mit der Angabe „Ergibt 7 Liter“ sowie im letzten Absatz („Glas mit Fassungsvermögen 7 Liter“) sehen für mich nach einem redaktionellen Fehler aus.

      Aber der Fehler dürfte das Kimchi-Ergebnis nicht stören bzw. Du kannst das Kimchi in kleinere Gläser geben.

      Vielleicht ist das die Erklärung: In Korea steht in jedem Haushalt ein Kimchi-Kühlschrank (Grund: Geruch und Temperatur). Kimchi wird dort täglich gegessen, besonders das Chinakohl-Kimchi. Jede Familie hat ein eigenes Rezept. Wird es zubereitet, dann macht man das in großen Mengen, damit es sich lohnt. Vielleicht ist diese Angabe so in Hwangs Rezept geraten und das Lektorat ist es durch die Finger gerutscht, als es für das Kochbuch, das sich an Nicht-Koreaner richtet, bearbeitet wurde.

      Ich selber bereite für mich immer so viel zu, wie ein Chinakohl ergibt. Das ist mein Lieblingsrezept: https://valentinas-kochbuch.de/rezept-kimchi/

      Hat Dir meine Antwort geholfen?
      Also vielen Dank für Deinen Hinweis.
      Herzlichst, Katharina

  2. Sabine

    Das habe ich auch und noch einige andere koreanische ( liebe diese Küche wie du Katharina) und das ist wirklich grossartig! Tolle Rezension von dir !

    • Katharina

      Dank Dir herzlichst. Wie schön, dass wir diese Leidenschaft teilen!

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