Kochbuch von Caroline Hofberg: Salatglück

Kochbuch von Caroline Hofberg: Salatglück ★★★☆☆

Salatglück – 100 frische Rezepte für alle Jahreszeiten
Caroline Hofberg, Fotos: Tia Borgsmidt
Christian Verlag (2013)
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Doris Brandl

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Gehaltvoll – ist die Lieblingsbeschreibung von Caroline Hofberg für ihre Salatkreationen. Schöne Bilder, manch ungewöhnliche Kombination und gerne mit Getreide oder Hülsenfrüchten angereicherte Salate. Gibt es noch andere Eigenschaften zu entdecken?

Wer Caroline Hofberg noch nicht kennt – so wie ich – wird auch in diesem Buch höchstens zwischen den Zeilen etwas über Sie oder Ihr Ansinnen erfahren. Die Qualität guter Zutaten ist ja nun mal Grundvoraussetzung für alle guten Gerichte und nichts Neues. So erfahre ich, dem Internet sei Dank, dass es sich bei ihr um eine Schwedin handelt und ‚Salatglück‘ wohl ihr erstes ins Deutsche übersetzte Kochbuch ist. In den Rezepten stößt man dann auch manchmal auf sehr schwedische Zutaten, aber davon später.

Salate sind im Sommer meine absoluten Favoriten. In der Regel sind sie relativ schnell zubereitet, wirken erfrischend bei Sommerhitze, sind angenehm sättigend aber nicht abfüllend und darüber hinaus meist auch noch figurfreundlich. Da kommt mir die appetitlich präsentierte Salatschüssel auf dem Cover gerade recht.

Nach dem ersten Durchblättern wünsche ich mir mal wieder einen Garten und zwar jetzt sofort! Natürlich ohne Schnecken, die bekanntlich ebenfalls Salat im Garten als Lieblingsspeise vertilgen. Okay geht nicht. Dann also einfach nur die schönen Gartenbilder genießen mit üppig sprießenden Gemüsepflanzen, nostalgischen Gartenutensilien, fröhlichen Menschen, dekorativ drapierten Kräutertöpfen und neben der Hauptsache – den Rezeptbildern – hübsch eingedeckten Tischen. Selbst die Rezepte sind teilweise mit Bildern unterlegt. Nur den giftigen Fingerhut neben einem Beerensalat finde ich nicht so passend.

hofberg-salatglueck-2Nachdem ich das Bilderbuch wohlwollend inhaliert habe, widme ich mich erwartungsvoll den weiteren Details. Leider fällt das Inhaltsverzeichnis sehr spärlich aus. Keinerlei Unterteilung nach warm – oder kalt, Vorspeisen-, Beilagen- oder Hauptspeisensalat, süß oder salzig. Nichts – alle Salate sind wild aneinander gereiht. Ein Durcheinander von Winter-, Frühjahrs-, Herbst- und Sommersalaten.

Die Grundlage der meisten Salate bilden verschiedenste Getreidesorten. Was ich gut finde: die erwähnten Getreidearten werden am Ende des Buchs separat erklärt und abgebildet. Was mir gar nicht gefällt: allein 20 Rezepte werden mit Hülsenfrüchten aus der Dose zubereitet. Dazu Caroline Hofbergs Kommentar: „Finden Sie nicht auch, dass Linsen und Bohnen aus der Dose das beste Fast Food der Welt sind? Einfach öffnen, waschen und den Geschmack hinzufügen, den man mag.“ Schade, denn die schönen Gartenbilder sprechen eigentlich eine andere Sprache als der 50er-Retro-Tipp „Man nehme eine Dose.“

Die Rezepte selbst sind gut beschrieben, die Zutatenliste übersichtlich, stimmig von der Arbeitsabfolge, für jeden Anspruch, einfach herzustellen und für alle Jahreszeiten – leider nur nicht geordnet. Es gibt geschmackliche Highlights zu entdecken, wie z.B. das Ziegenkäsehähnchen mit Honig und Rosmarin mit gepfefferten Erdbeeren. Das hat es bei uns schon einige Male auf unseren Esstisch geschafft und solange die Erdbeerzeit noch anhält, wird es diesen Salat für alle Sinne noch öfters geben. Oder ein zitronig mariniertes Schweinefilet zum Salat – auch sehr lecker. Manche Zutat muss ersetzt werden, denn Västerbottenkäse, Rentierbraten oder Blutpudding sind hier nicht so heimisch.

Jedem Rezept ist eine kleine Anmerkung vorangestellt, wobei ‚gehaltvoll‘ eines ihrer Lieblingsbeschreibungen ist. Da möchte ich sie doch gerne noch einmal zitieren: „Wie gut es doch ist, dass es so viele unterschiedliche Bohnensorten in der Dose gibt! Sie sind eine hervorragende Grundlage für gehaltvolle Salate!“ Der einzige Vorteil, der mir dabei einleuchtet, ist die relativ kurze Zubereitungszeit.

Eine schöne Bereicherung im Buch sind im hinteren Teil die Kapitel „Pasten und Dips“ sowie „Dressings“. Und zumindest im Register lassen sich die Salate unter dem jeweiligen Stichwort wiederfinden. Jenseits meiner Kritik ist Salatglück ein schönes Bilderbuch mit leckeren und abwechslungsreichen Rezepten, alltagstauglich, teilweise auch für ein Picknick geeignet – und auf jeden Fall sättigend!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im August 2013

3 Kommentare

  1. Manuela

    Wie witzig, an die Obelixhose mussten meine Kollegin und ich auch sofort denken …
    Wenn an sie einmal gesehen hat, kann man allerdings auch an nichts anderes mehr denken 😉

  2. Katja

    Ich finde die Schale auf dem Titelbild sehr sympathisch. Eine Obelix-Hose. Streifen machen schlank 🙂

    • Katharina

      Lol. Was für eine schöne Assoziation. Der junge Mann hat ja auch immer einen guten Appetit.

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