Kochbuch von Camille Antoine: Bis zum letzten Krümel

Kochbuch von Camille Antoine: Bis zum letzten Krümel ★★★★☆

Bis zum letzten Krümel
– nachhaltig lecker
Camille Antoine, Fotos Nathalie Carnet
Thobecke Verlag (2013)
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Patricia Drewes

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Spätestens seit Valentin Thurns Dokumentarfilm „Taste the Waste“ wissen wir, dass wir Lebensmittelverschwender sind. Allein in der EU werden jährlich 3 Millionen Tonnen Brot weggeworfen, eine Menge, mit der man ganz Spanien ernähren könnte. Grund genug, sorgsamer mit unserer Nahrung umzugehen. Wenn diese Nachhaltigkeit auch noch Spaß macht und lecker schmeckt, ist der Gewinn ein doppelter.

Camille Antoine beweist mit ihrem Kochbuch „Bis zum letzten Krümel“, dass man Brot und Backwaren nicht nur als Unterlage für Wurst, Käse und Butter oder als Grundlage für Semmelbrösel nutzen, sondern aus ihnen im „altbackenen“ Zustand spannende süße und herzhafte Gerichte zaubern kann.

Als „klein, aber fein“ kann man Antoines Büchlein betiteln. Das Hardcover-Exemplar umfasst 62 Seiten mit insgesamt 19 süßen und 11 herzhaften Rezepten überwiegend vegetarischer Natur. Jedes Rezept ist bebildert, die einzelnen Arbeitsschritte sind deutlich durch Absätze markiert. Layout und Foodstyling kommen unprätentiös daher, die Fotografien von Nathalie Caret sind in Verbindung mit den Rezepttiteln nichtsdestoweniger sehr inspirierend und vielversprechend.

Weil sich meine Altbrotverwertungskenntnisse bislang auf Ofenschlupfer und italienischen Brotsalat beschränkten (beide Rezepte sind auch im Buch enthalten), habe ich für das Testkochen zwei süße und eine herzhafte Variationen ausgewählt, die mir das Wasser im Mund zusammen lassen liefen. Vorneweg: alle drei Rezepte ließen sich tadellos einfach nachkochen, gingen schnell von der Hand und schmeckten vorzüglich. Es blieben keinerlei Reste, im Gegenteil: Mann und Kinder schlichen nach dem Verzehr der Gerichte in die Küche, um verstohlen im Brotfach und diversen Brötchentüten zu schauen, ob sich nicht vielleicht doch noch die ein oder andere angetrocknete Brotkrume finden ließe, die man verarbeiten könnte.

Mein Fazit für Camille Antoines Buch lautet: klein, aber oho. Wer – wie wir – des Öfteren Brot-, Kuchen- und Croissantreste im Brotkasten aufbewahrt und sich mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln schwer tut, für den ist das Kochbuch „Bis zum letzten Krümel“ die richtige Wahl. Ein Kochbuch für nachhaltiges Essen und Genießen im Alltag, dessen Ideen auch die knappen Zeitbudgets Berufstätiger nicht überschreiten. Einziges Manko: in einem leicht überfüllten Kochbuchregal übersieht man das bescheidene kleine Büchlein schnell mal neben seinen großen Geschwistern.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2014

6 Kommentare

  1. Isabel

    Hmm, ich bin nicht so glücklich mit dem Kochbuch: die allermeisten Rezepte sind mit Toastbrot-, Kuchen- oder Briocheresten, die fallen bei uns selten an und wenn werden sie für Brösel gebraucht. Für herzhaftes Brot oder gar Vollkorn ist die Auswahl sehr beschränkt und vor allem dafür hätte ich es gebraucht. Schnief.

  2. Anja

    Gekauft! So etwas liebe ich. Bisher habe immer Pasta mit Pangrattato, Ofenschlupfer, Brotsalat oder Brotfrikadellen nach Ottolenghi gemacht, um meine Brotreste zu verwerten. Bin gespannt, was noch alles geht… 🙂

    • Katharina

      Oh ja, Du scheinst ja eine Kennerin zu sein. Ich hoffe, es ist noch etwas für Dich dabei … .-)

  3. Anne

    Warum gibt es keine Sterne für das Büchlein ?

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