Kochbuch von Babette de Rozières: Die kreolische Küche

Kochbuch von Babette de Rozières: Die kreolische Küche ★★★☆☆

Die kreolische Küche
Babette de Rozières, Christian Verlag (2007)
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Katharina Höhnk

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Kulinarische Erlebnisse wie im Guadeloupe-Urlaub – die heute in Paris lebende Babette de Rozières lädt ein, kreolische Rezepte zuhause nachzukochen. Die Autorin ist Restaurantchefin und hat eine eigene TV-Sendung. Mich hat besonders die Idee einer sommerlichen Küche angesprochen, auf deren karibische Elemente ich gespannt war und deren französisch-asiatische Einflüsse mir vertraut sind. 

Im Mittelpunkt ihres Kochbuches mit den klassischen Kapiteln von Fleisch bis Desserts steht das umfangreiche Kapitel Fisch & Meeresfrüchte. Zutaten wie Klippfisch, Garnelen, Snapper, Schwertfisch und Haifisch wiederholen sich. Exotische Zutaten wie Seeigel und Meeresschnecken bleiben singulär. Bei den Fleischgerichten kreisen die Rezepte um vertraute Zutaten von Rindfleisch bis Huhn etc. Nur das Zicklein führt mein Metzger nicht. Beim Gemüse ist vor allem die Jam-Wurzel eine häufige Zutat. Sehr hilfreich war für mich, dass die Zutaten in ihrem natürlichen Erscheinungsbild fotografisch vorgestellt werden. Bei den Gewürzen hat mich das Vogelaugen-Chili vor unüberwindbaren Schwierigkeiten gestellt. Die häufig verwendete Curry-Mischung Colombo habe ich glücklicherweise in der Berliner Filiale der Galeries Lafayettes gefunden. In dem Glossar werden viele Gewürze vorgestellt, aber nicht immer eine geeignete Alternative angegeben.

Babette de RozièresDie Zutatenlisten der Rezepte sind tendenziell umfangreicher (Gewürze!). Die Rezeptbeschreibungen sind nur auf die Arbeitsvorgänge fokussiert. Toll sind farbenprächtigen Fotos und das Layout – mich befällt bei ihrem Anblick das Fernweh! Das Collagen-Cover finde ich nicht gelungen: Ein Sammelsurium an Eindrücken. (Der Phaidon-Verlag hat anlässlich der englischsprachigen Ausgabe ein neues Cover gestaltet hat.)

Das Kochbuch ist für mich ein „Sonntags-Kochbuch“: In Babettes Kochbuch sind in der überwiegenden Mehrheit Rezepte zu finden, deren Zutaten in der Summe kostenintensiv sind (vor allem bei guter Qualität). Das liegt vor allem an den Fisch- und Meereszutaten. Mich hat diese eher einseitige Rezept-Zusammenstellung überrascht: Denn das gewollt improvisierte Collagen-Cover und die verwendete simple Deko für die Fotos ließen mich auf Rezepte schließen für Leute, die das einfache improvisierte Leben genießen und für die luxuriöse Zutaten nicht das „täglich Brot“ sind. Eigentlich wäre koloniales goldgerändertes Geschirr und ein Yacht an der Küste Guadeloupes passender gewesen, oder?

Zu den Details: Insgesamt waren die Zubereitungszeiten sehr knapp angegeben, ich brauchte zum Teil wesentlich länger. Gefehlt hat mir, dass Babette keine Empfehlungen bzw. Verweise innerhalb des Buches mitgegeben hat zu der Frage, was passt dazu und zusammen etc. (Das finde ich bei „fremden“ Kochkulturen, außerhalb Europas, besonders wichtig). Gewünscht hätte ich mir auch mehr Hinweise auf beim Kochen erwünschte Konsistenzen etc. Zu meinen Geschmackserlebnissen: Die Rezepte waren gut. Im Hinblick auf den Aufwand (Bezug der besonderen Zutaten etc.) hätte ich mir begeisternde Gerichte gewünscht.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2007

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