Kochbuch von Annik Wecker: Geschenke aus meiner Küche

Kochbuch von Annik Wecker: Geschenke aus meiner Küche ★★★★☆

Geschenke aus meiner Küche
Annik Wecker, Dorling Kindersley Verlag (2010)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Simone Brokmeier

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Für wirklich jeden Anlass!

Wenn Weihnachten naht, rückt gleichzeitig die Geschenkefrage immer näher und die lautet bei mir: Was schenke ich, wenn der- oder diejenige eigentlich alles hat? Annik Weckers Buch “Geschenke aus meiner Küche” eröffnet mir einen Ausweg aus meinem Dilemma. Ab in die Küche und eine der vielfältigen Geschenkideen mit ganz viel Liebe umsetzen, hübsch verpacken und verschenken.

Annik Weckers Buch beschränkt sich dabei keineswegs auf die Weihnachtsbäckerei, sondern deckt mit süßen und herzhaften Rezepten nahezu jeden Geschenkeanlass ab (so gibt es beispielsweise „Mamas Energiewürfel“ für Mütter von Neugeborenen). Es lohnt sich, das Buch einmal von vorn bis hinten durchzublättern, um die große Bandbreite der Rezepte zu entdecken. In den fünf Kapiteln „Für Naschkatzen“, „Für besondere Anlässe“, „Für kleine und große Kinder“, „Für Genießer“ und „In letzter Minute“ finden sich Rezepte für Kuchen, Kekse, Pralinen, Backmischungen, Liköre, Pasten, Chips …

Überzeugend sind die Details der Rezepte. Jedes beginnt mit einer Angabe zu Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad und Haltbarkeit (z. B. „schnell/gelingt immer/etwa 1 Monat haltbar“), da sieht man gleich, ob es für Anfänger oder Kocherfahrene geeignet ist, ob es schnell geht oder dauert. Die Rezepte selber sind schrittig aufgebaut und waren gut nachvollziehbar. An viele Rezepte können sich Kochanfänger bedenkenlos wagen, kompliziertere Arbeitstechniken werden in einem Extra-Kapitel kurz vorgestellt (z. B. Schokolade temperieren). Es finden sich noch zusätzliche Tipps (Zubereitung, Lagerung), Zutatenvarianten und Kopiervorlagen (z. B. bei den Backmischungen). Anniks Vorschläge gehen schließlich über den kulinarischen Aspekt der Geschenke hinaus: Es gibt sogar am Ende des Buches noch ein kurzes Kapitel zu “Geschenke richtig verpacken“ und als praktische Helfer Aufkleber (z. B. für Marmeladengläser).

Die Alles-rosa-nur-für-Mädchen-Ästhetik wird sicher für manchen Interessierten ein Knackpunkt bei der Kaufentscheidung werden. Unübersehbar ist die Vorliebe der Autorin für Schleifen, Dekoration und liebliche Farben – die Neigung muss man als Leser teilen. An diesen Extras spart die Münchnerin keinesfalls.

WeckerBeim Nachkochen der Rezepte brachte mich Annik Weckers Vorliebe für „gemahlene Vanille“ zum Rätseln (Foto links: Annik Wecker). Die wird oft benutzt und war mir bis dahin nicht bekannt. Da mir der Aufwand zu hoch war, gemahlene Vanille extra zu bestellen (denn im normalen Supermarktsortiment habe ich sie nicht gefunden), habe ich sie immer durch Vanillezucker ersetzt. Es ist trotzdem alles gelungen und hat geschmeckt. Häufiger ist in Anniks Rezepten zudem „heller Sirup“ anzutreffen. Für mich hätte er einer kurzen Erklärung bedurft. Zumindest ich bin da zunächst etwas ratlos geblieben. Meint Annik Wecker mit dem Sirup ein ganz bestimmtes Produkt (mit genau diesem Namen) oder ist es auch okay, wenn man sich aus Zucker und Wasser selbst Sirup einkocht? Das hätte ich gerne auf Anhieb verstanden.

Unterstatement ist bei der Angabe der Rezeptanzahl ein sehr seltenes Phänomenen: Warum auf dem Bucheinband der Neuerscheinung etwas von 80 Geschenkideen steht, und dann viel, viel mehr enthalten sind, bleibt sicherlich Verlagsgeheimnis. Genau die Vielzahl und die bunte Palette an Küchengeschenken hat mir eben gefallen. Man muss ja nicht alles an andere verschenken, sondern kann es selber naschen, essen und trinken.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Dezember 2010

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