Kochbuch von Annik Wecker: Anniks Lieblingskuchen

Kochbuch von Annik Wecker: Anniks Lieblingskuchen ★★★★★

Anniks Lieblingskuchen
Annik Wecker
Dorling Kindersley (2013)
Mehr über den Verlag

Theresa Kellner

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Ein Mädchentraum in Pastell liegt in meinen Händen. Rosa, hellblau, Blümchen auf weißem Grund. Schönschreibschrift vorne und auf dem in Leinen gebundenen Rücken. Ich muss gestehen, wäre nicht diese umwerfend gutaussehende Himbeer-Baiser-Tarte auf dem Cover, ich hätte mir das neue Backbuch von Annik Wecker vielleicht nicht näher angeschaut. Doch der Tarte sei dank, denn ich hätte einiges verpasst.

Wenn ich ein neues Backbuch rezensieren darf, ist die Freude im Büro ungebrochen. Jede Woche mindestens ein anderer Kuchen und das ganz ohne bestimmten Anlass, da kann man sich nicht beschweren. Doch bei so einer großen Auswahl an Lieblingskuchen in dem neuen Buch der Münchener Kuchenfee ist es gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Als erstes schnappe ich mir also meine treuen Post-its und markiere wild darauf los, was mir spontan gefällt. Und schnell bemerke ich, dass der Backofen wohl glühen wird, wenn ich das vielfältige und ansprechende Angebot auch nur annähernd nachbacke.

wecker-websiteDamit man sich bei der großen Auswahl von 150 Kuchen etwas besser zurechtfindet, hat Annik Wecker ihre Rezepte nach Anlass und Schwierigkeitsgrad sortiert. Nachdem sie zum Einstieg die 10 beliebtesten Kuchen aus ihrem Café in Schwabing markiert, folgen diese Kategorien: schnell, alltäglich, außergewöhnlich, prächtig, besondere Anlässe. Will heißen, vom klassischen und einfachen Streuselkuchen vom Blech über verschiedene Biskuitrollen und leckere Tartevariationen bis hin zu aufwändigen Motivtorten ist alles dabei.

Doch wer bei verheißungsvollen Kuchen wie Banoffee Torte, Avocadokuchen mit Blaubeeren und Erdbeergalette gleich den Ofen anheizen will, sollte sich noch einmal an den Anfang es Buches zurückrufen. Da heißt es: „Erst lesen, dann backen“. Annik Wecker möchte mehr, als ihre liebsten Kuchenrezepte vorstellen. Vielmehr geht es ihr darum, den Lesern auch die Grundregeln des Backens zu vermitteln. Was es im Umgang mit Mehl, Zucker, Hefe oder Ei alles zu beachten gibt und wie man geschickt die Tücken meistert. Auch deshalb widmet sie am Ende ihres Buches ein ganzes Kapitel den Grundteigen in allen Varianten, Backtechniken und Tipps zur Küchenausstattung sowie der Kuchendekoration. Bei so ausführlichen Tricks und Kniffen fühle ich mich sehr gut an die Hand genommen.

Es wurde also fleißig gerührt, geknetet, gebacken und abenteuerlich Eischnee über dem Wasserbad geschlagen, aber was tut man nicht alles, um diese zauberhafte Tarte vom Cover selbst genießen zu können?! Es war nicht gerade ein leichter Weg, aber sie bildete für alle gebackenen Kuchen einen gebührenden Abschluss. Einen Bruchteil des Buches habe ich geschafft und großen Respekt vor Annik Wecker bekommen. Sie hat alle 150 Kuchen selbst gebacken und selbst fotografiert. Man merkt den Bildern an, dass sie nicht von einem professionellen Foodfotografen und –Stylisten gemacht wurden, ab und an wirken sie für mich etwas altbacken. Da mich die Rezepte aber fachlich und inhaltlich überzeugt haben, kann ich das aber leicht verschmerzen.

„Anniks Lieblingskuchen“ ist kein reines Anfängerbuch, vielmehr ein gelungenes Grundlagenbackbuch, das neben einfachen Alltagskuchen und Klassikern bis hin zu ausgefallenen Kuchenkreationen (mit Jasminreis, Tofu oder Avocado) für Könner und Experimentierfreudige alles bereithält. Ich sollte Backbücher in Rosa und mit Schleifchen vielleicht doch nicht so großräumig umfahren. Das hellblaue Lesebändchen in Anniks Buch wird mir noch treue Dienste leisten, wenn ich die nächsten Rezepte ausprobiere. Die Beerensaison kann kommen!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2014

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