Kochbuch von Anna Helm Baxter: Salate im Glas

Kochbuch von Anna Helm Baxter: Salate im Glas ★★★★★

Salate im Glas – schnell & gesund
Anna Helm Baxter
Fotos Victoria Wall Harris
Dorling Kindersley Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

Christiane Schwert

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Die Idee, Mason Jars für einen Lunch to go zu verwenden, hat schon im letzten Jahr multimedial die Runde gemacht. Und mich hatte bereits Karin Stöttinger mit ihren Rezeptideen ziemlich eingenommen. Anna Helm Baxter verspricht Nachschub.

Ich muss zugeben, ich war von „Salate im Glas“ zunächst etwas enttäuscht. Das kleinformatige Buch kommt doch eher nüchtern daher. Die Kapitel unterteilt in drei Glasgrößen, die Seiten alle gleich schematisch aufgeteilt. Die Mengenangaben genau bis aufs Gramm. Hmm, lukullische Sinnesfreude sieht für mich anders aus. Und die Hinweise auf die gesundheitlichen Aspekte jedes Rezeptes machten es erst mal nicht besser.

Doch die Prägnanz Frau Baxters (links ein Foto von Ihr) hat auch ihre guten Seiten, denn in der Kürze liegt die Würze: Sie gibt eine kurze Einleitung mit Hinweisen zu Zubehör, benötigter Zubereitungszeit und zur „Zusammenstellung“ des Glasinhalts, bestens illustriert durch eine schlüssige Zeichnung. Die unterste Schicht stellt stets die Salatsauce dar. Das kannte ich so nicht, macht aber Sinn, denn so muss man kein Extra-Gefäß mitschleppen. Es folgen hartes Gemüse, Reis/schweres Getreide/Nudeln/Bohnen, Proteine, empfindliches Gemüse und Obst, leichtes Getreide, leichte Blätter, leichter Käse. Die letzte und achte Schicht können Parmesanspäne, Nüsse oder Croûtons sein, die vor dem Transport und getrennt durch ein Stück Backpapier obenauf gegeben werden.

Wesentlich: ausbalancierte Zutatenmengen

Eine Übersicht der verschiedenen Getreidesorten, ihrer Garzeiten und der hilfreichen Information, wie viel Trockenmasse dann wie viel Endgewicht ergibt. Dann noch eine Einkaufshilfe zu Obst und Gemüse, mit einer Liste, welche Sorten man auf jeden Fall aus ökologischem Landbau kaufen sollte, weil sie sonst zu pestizidbelastet sind. Die eigentlichen Kapitel unterteilen sich schließlich in Salatsaucen, Rohkost, Kleine Gläser, Große Gläser und Süße Gläser.

Doch probieren geht über studieren. Mit einem Griechischen Hirtensalat meine ich, nichts falsch machen zu können. Und siehe da, die genauen Maßangaben, die mir zunächst sehr pedantisch erschienen (85 g Kirschtomaten, 35 g Feta, …), ergeben einen sehr stimmigen Salat. Auch die weiteren Rezepte sind in sich rund und schmecken – und mir wird klar: Bei diesen teils kleinen Portionsgrößen ist Harmonie durch ausbalancierte Zutatenmengen wesentlich. Apropos Portionsgrößen: Der Inhalt der kleinen Gläser ist wirklich klein, für ein vollwertiges Mittagessen sollte man die Menge auf jeden Fall verdoppeln.

Auf einen Blick: was & wie

Die Rezepte für die Salatsaucen sind den eigentlichen Rezepten vorausgestellt und sind meist für mehrere Salate einsetzbar. Wie praktisch! Man macht die im Rezept angegebene größere Portion und hat dann, da das Dressing sich im Kühlschrank hält, gleich etwas fürs nächste Mal.

Der nächste Salat mit Sellerie, Kichererbsen, Rosinen, gerösteten Mandeln und Parmesan, den ich eigentlich eher aus dem Grund zubereite, weil ich alle Zutaten zufällig im Haus habe, erweist sich als wahre Köstlichkeit. Und wenn es schmeckt, freut man sich dann eigentlich doch über so ein paar nette extra gesundheitsfördernde Wirkungen wie „entgiftend“, „dämpft Hunger“ oder „stärkt die Nerven“ …

Von Rezept zu Rezept nimmt mich das Buch mehr für sich ein. Die zunächst nüchterne Bildsprache erweist sich im Alltag als äußerst hilfreich. Dadurch, dass jeweils auf der linken Seite die einzelnen Zutaten fotografiert sind und auf der rechten ein Bild des fertig geschichteten Glases zu sehen ist, weiß man auf einen Blick, was benötigt wird und wie es am Ende aussehen soll. Der stets gleiche Aufbau erleichtert die schnelle Orientierung, und die knapp gehaltenen Zubereitungsanweisungen entsprechen der Realität meines Kochalltags.

Spannend war für mich die Verwendung von rohem Gemüse als Salatzutat, z. B. wird Rosenkohl in dünne Scheibchen geschnitten. Mangold, Grünkohl oder Zucchini werden ähnlich verwendet. Dadurch sind die Rezepte auch in der Winterzeit attraktiv. Wenn ich für mich auch festgestellt habe, dass die Salat-to-go-Idee eher etwas für wärmere Tage ist.

Mit „Salate im Glas“ gelingt es Frau Baxter, dem Trend noch etwas hinzuzufügen. Zwar steht hier stärker der Gesundheitsaspekt im Vordergrund, doch darunter leiden nie der Geschmack oder der Genuss. Ich habe dieses Buch sehr zu schätzen gelernt. Nicht zuletzt weil Form und Inhalt einander entsprechen und ein rundes, sehr durchdachtes Ganzes ergeben.

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Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Mai 2017

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