Kochbuch von Anjum Anand: Ayurvedisch kochen

Kochbuch von Anjum Anand: Ayurvedisch kochen ★★★★☆

Ayurvedisch kochen

Gewicht verlieren, Lebensfreude gewinnen

Anjum Anand, Fotos L. Linder, Dorling Kindersley Verlag (2013)
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Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Es gibt eine Menge Lifestyle-Kochtrends rund um das Wohlfühlen. Viel davon ist Schnickschnack. Der ayurvedischen Küche widerfährt eine breite Wertschätzung – zumindest in meinem Freundinnen-Kreis. Deshalb wollte ich diese Neuerscheinung in den Kreis der auf Valentinas vorgestellten Bücher aufnehmen. Barbara und Ira haben für uns gekocht und ich war gespannt auf ihre Einschätzung.

Katharina: Ganz kurz zu Dir als Köchin: wie lange und leidenschaftlich bist Du dabei?

Barbara: Als totaler Kochmuffel, der noch nie was von Ernährung nach Ayurveda gehört hat, war ich auf das Kochbuch sehr gespannt. Vielleicht hab ich mich sogar ein wenig davor gefürchtet nur fleischlose Tofuspeisen ohne Fett und Geschmack darin zu finden. Aber – ich sollte mehr als positiv überrascht werden. Dazu aber etwas später.

Ira: „Wer richtig ißt, braucht keine Medizin, wer sich falsch ernährt, dem nützt auch keine Medizin“ (Indisches Sprichwort)“

Ich koche seit meiner Teenagerzeit, also seit 35 Jahren, gerne und leidenschaftlich! Häufig für Gäste und regelmäßig am Wochenende und auch im Urlaub. Gutes Essen und tolle Produkte sind meine Leidenschaft. Ich mag die einfachen und ehrlichen Gerichte, gerne ohne viel Schnickschnack, aber immer authentisch und mit viel Geschmack.

Tolle Produkte, gutes Essen, ein schönes Glas Wein und nette Gesellschaft sind meine Leidenschaft und ich habe gefühlt sicherlich mindestens 200 Kochbücher und es werden trotz guter Vorsätze doch jedes Jahr mehr. Kochen ist für mich Passion und Entspannung und wenn ich mal eine besonders stressige Woche habe, tröste ich mich mit der Aussicht auf ein wunderbares Koch-Wochenende!

Katharina: Was hat Dir spontan an dem Buch gefallen, was nicht so?

Barbara: Beim ersten Durchblättern fiel mir die schöne Aufmachung auf. Sehr hell und freundlich gestaltet mit großen hochwertig gemachten Fotos der fertigen Speisen und Zutaten und auch der Kochbuch-Verfasserin.

Auf der Suche nach dem ersten Rezept staune ich aber nicht schlecht, als ich entdeckte, dass diese erst ab Seite 54 beginnen! Also, wieder zurück geblättert und von vorne zum Lesen begonnen. Auf den ersten 50 Seiten den Buches hat Anjum Anand alles Wichtige zum Thema Ayurveda und die dazu gehörige Ernährung zusammengetragen. Es ist sehr leicht und lesefreundlich geschrieben und vor allem für solche Ayurveda-Neulinge wie mich, sehr lesenswert und informativ.

Unter anderem werden die drei Lebensenergien, die Doshas (Vata, Pitta & Kapha), beschrieben. Jeder von uns hat ein oder zwei dominante Doshas, die mit der Ernährung und Lebensweise kontrollierten werden müssen.

Um herauszufinden, welcher Dosha-Typ man ist, gibt es im Buch einen Fragenkatalog. Nach nur wenigen Fragen kristallisiert sich bei mir das Vata-Dosha raus. Und als ich wenige Seiten weiter dessen Eigenschaften lese, hab ich das Gefühl, dass die Autorin hier mich beschreibt. Es trifft wie die Faust auf’s Auge! Und nach einigen Sätzen weiter erfahre ich, dass mein Dosha wohl gewaltig aus dem Gleichgewicht geraten ist …
Also, die besten Voraussetzungen um das „Experiment ayurvedisch kochen“ zu beginnen.

Also, weiter geblättert, um sich die ersten Rezepte rauszusuchen … und gleich wieder ausgebremst. Viele der Zutaten hatte ich gar nicht im Haus und da mein Kräutergarten zu der Zeit auch noch im Winterschlaf war, hieß es erstmals einkaufen gehen. Was sich dann als richtige Challenge herausstellte. Da ich auf dem Land wohne und keinen großen Wochenmarkt vor der Tür habe, musste ich viele der Zutaten mühsam in mehreren Läden zusammensuchen. Teilweise Produkte, die um die halbe Welt geflogen wurden … was ziemlich gegen meine Einstellung „saisonal und regional“ entsprach. Allerdings wollte ich die Rezepte so original wie nur möglich nachkochen.

Das Buch ist in die klassischen Gruppen aufgegliedert: Frühstück, Suppen, Salate, Fisch, Hähnchen, Vegetarisches usw. Die Rezepte selber sind sehr übersichtlich gestaltet und die Zubereitung ist kurz und knackig, aber verständlich geschrieben. Zusätzlich findet man bei jedem eine Info, ob und wie man die Zutaten für die einzelnen Doshas anpassen soll, um dieses im Gleichgewicht zu halten oder zu bringen.

Am Ende des Buches findet man noch Lebensmittel-Tabellen mit weiteren Infos für die drei Dosha-Typen. So kann man sich individuell weitere Gerichte zusammenstellen.

Ira: Das Buch hat einen wunderschönen orange geprägten Einband. „WOW“, ich hatte gleich Lust darin zu blättern. Zudem sind die Seiten sind aus hochwertigem Papier und das Buch wurde sogar fadengeheftet. Eigentlich für ein Kochbuch, das ja während seines Lebens doch auch so einiges aushalten muss, selbstverständlich, heute aber längst nicht mehr Usus. Die Grafiken und Rezeptfotos sind geschmackvoll und ansprechend, so dass ich beim Auspacken spontan Lust bekam etwas nachzukochen und schon mal die Vorräte überprüft habe, womit ich denn anfangen könnte.

Toll ist wirklich der Einführungsteil in die ayurvedische Lehre. Es geht hier nicht nur um Vata, Pitta und Dosha, sondern das Ganze wird eingebettet in die Ursprünge des Ayurveda bzw. in die ayurvedische Lehre bis hin zu Abnehmen mit Ayurveda und detaillierten Nahrungsmitteltabellen für jeden Typ. Insgesamt macht das gut ein Drittel des Buches aus und das ist wirklich herausragend! Hier kann sich wirklich jeder wiederfinden und alles wird klar und gut verständlich erklärt, außerdem gibt es viele Tabellen und Übersichten, die das Ganze noch anschaulicher machen. Die Autorin hat sich hier sehr bemüht und wurde offenbar hervorragend beraten. Das merkt man und das liefert insgesamt für den Theorieteil ein sehr überzeugendes Ergebnis.

Die Rezepte sind nach Rubriken (Frühstück, Suppen, Salate, Fisch, Hähnchen, Vegetarisches, Getreide und Desserts) unterteilt und beschränken sich beileibe nicht auf die rein indisch geprägte ayurvedische Küche, sondern enthalten Rezepte „aus aller Herren Länder“. Die Autorin bedient sich z.B. nicht nur in der griechischen und italienischen Küche, sondern das Buch liefert für jeden Geschmack etwas. Anjum Anand hat aber jedem Rezept die Eignung für die unterschiedlichen Doshas vorangestellt und gibt Tipps, wie das Rezept ggf. für ein bestimmtes Dosha abzuwandeln ist. Das ist praktisch und vorausschauend. Letztendlich hat mich dieses Potpourri an unterschiedlichen Küchen und Rezepten aber nicht vollends überzeugt.

In Großbritannien ist die Dame ein Star und bekannt aus verschiedenen Fernsehsendungen unter anderem für die BBC. Anjum Anand steht für eine leichte zeitgemäße Interpretation von traditionellen indischen Rezepten. Sie schafft es wirklich auf eine völlig unkomplizierte und wenig zeitraubende Art, Gerichten den wirklich authentischen indischen Geschmack einzuhauchen. Das hat mich begeistert, weil ich diese Küche liebe, aber auch weiß, wenn man Gäste zum indischen Essen einlädt, kann man getrost einen ganzen Tag für die Vorbereitung einplanen. Bei „Ayurvedisch kochen“ ist ihr allerdings die Ernährungsphilosophie das Wichtigste und da spielt es dann auch keine Rolle, woher die Rezepte kommen. Schließlich geht es ja um eine erfolgreiche Ernährungsumstellung im Sinne der ayurvedischen Lehre. Auch Gewichtsreduktion ist ein nebengeordnetes Thema, denn Anjum Anand hat selbst vor einigen Jahren Gewichtsprobleme gehabt und ihre Ernährung nach diesem Prinzip erfolgreich umgestellt. Das ist für mich auch glaubwürdig und authentisch in dem Buch nachvollziehbar umgesetzt.

Katharina: Welche Rezepte hast Du nachgekocht und wie waren sie?

Barbara:
Grießbrei mit Kardamom: Grießbrei war für mich mit einem kleinen Kindheitstrauma verbunden, aber ich wollte über meinen Schatten springen und es doch probieren … Mittlerweile hab ich es zigmal zum Frühstück gegessen. Ich liebe es einfach! Durch den Kardamom bekommt der Brei einen wunderbar „wärmenden“ und leichten Touch. Das perfekte Frühstück an einem kalten, regnerischen Morgen.

Energie-Porridge: War ein Versuch … und nein, wir werden keine großen Freunde. Aber, ich hab ja eh meinen Grießbrei mit Kardamom.

Spargelfrittata mit Ziegenkäse: Auf dieses Frühstück musste ich lange warten, aber das hat sich gelohnt. Sobald der erste Spargel aus der Region gestochen wurde, bruzelte es schon in meiner Pfanne. Einfach lecker, auch wenn die Zubereitung doch ein wenig Zeit in Anspruch nimmt … ein schönes Wochenend-Frühstück.

Mamas Hähncheneintopf: Der Hähncheneintopf war für mich eine richtige Herausforderung. Die Vorbereitung hat den halben Tag in Anspruch genommen und stand so gar nicht in Relation, wie schnell der Eintopf dann wieder weg war. Mit diesem Gericht widerspricht sich die Verfasserin ein wenig selber, als sie uns im vorderen Teil des Buches den Tipp gibt, möglichst einfache Gerichte mit wenig Zutaten zu essen.

Geschmortes Hähnchen mit Dill und Zitrone

So ziemlich die einfachste Art Hähnchen zuzubereiten. Ruckzuck fertig und schmeckt einfach lecker! Das perfekte Sommer-Essen.

Carbonara mit Zucchini und Ziegenkäse: Dieses war das erste Rezept, das wir ausprobiert haben. Sehr einfach und schmeckte wunderbar. Wird es bei uns sicher wieder geben! Und sogar der Mann, der zu dieser Zeit dem „Experiment ayurvedisch kochen“ noch sehr skeptisch gegenüber stand, war begeistert.

Süßer Minz-Lassi: Wie im Buch beschrieben „… ein köstliches, kühlendes Sommergetränk …“. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen. Vielleicht nur, dass in meinem Kräutergarten ab jetzt auch Minze zu finden ist.

Ira:
Gesunder Humus: Kichererbsen aus der Dose werden mit gemahlenem Kreuzkümmel, Knoblauch, Tahini (Sesampaste) Zitronensaft, Salz u. Pfeffer püriert. Entscheidend ist hier die Menge der Sesampaste. Es sind nämlich nur ca. 2 TL, da wird in anderen Rezepten deutlich mehr verwendet. Gelungene Veränderung, weil weniger Kalorien und trotzdem ein interessanter Geschmack.

Duftendes Fischcurry: Mein Favorit: Sehr schönes authentisches indisches Gericht und so schnell und einfach zu machen!

Warmer Auberginensalat mit Quiona: Auberginen werden gewürfelt und zusammen mit in Würfel geschnittenem Tofu mit Öl bepinselt und kurz auf einem Backblech im Ofen gebacken, bis sie weich sind. Der Salat wird mit Quinoa, und gehackten Pinienkernen mit einem Ingwer-Öl Dressing serviert. Mein Reinfall: geschmacklich langweilig und ohne Pep. Ich war enttäuscht.

Erbsen-Gemüse-Curry: Leckeres und authentisches Curry. Allerdings stellte mich die Besorgung von frischen Curryblättern auch in einer Multi-Kulti-Stadt wie Frankfurt vor ein Problem. Getrocknete funktionieren aber genauso und gibt es vielerorts zu kaufen.

Rucola-Salat mit warmen Süßkartoffeln und Ziegenkäse: Sehr leckere Kombination: Süßkartoffel und, rote Zwiebeln werden im Ofen mit einer würzigen Pflanzenöl-Gewürzmischung weich gebacken und mit, blanchierten Mandeln, weichem Ziegenkäse und einem Dressing aus Zitronensaft und Öl mit Brunnenkresse serviert.
Für die Brunnenkresse hätte ich mir lediglich ein Austauschprodukt gewünscht. Das ist eine Zutat, die außerhalb Großbritanniens nicht so häufig verwendet wird und deshalb einfach schwerer zu beschaffen ist. Letztendlich aber eher ein Fehler der Übersetzung, dies anzupassen.

Fenchelsuppe mit Estragon: Fenchel, Lauch u. Kartoffeln werden gekocht und püriert und mit fein zerstoßenem Fenchelsamen und Estragon gewürzt. Lecker besonders der zusätzlich getrocknete Fenchelsamen macht ein tolles Aroma. Mache ich bestimmt wieder.

Lachspäckchen mit Kartoffeln und Bohnen: Lachs u. Gemüse werden im Päckchen im Ofen gegart. Toll die Ghee-Schwarzkümmel–Schalotten-Mischung für das Gemüse, auf der der Fisch im Päckchen gart. Merkwürdig das Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, Mayonnaise und Dill, in der das Gemüse vorm Backen mariniert wird. Mayonnaise und gesunde Ernährung gehen für mich nicht zusammen, wenn ein industriell hergestelltes Produkt verwendet wird. Möglicherweise sieht man das in England nicht so eng.

Grünes Hähnchencurry mit Brokkoli und Erbsen: Leckeres einfach herzustellendes Curry. Aber komisch warum soll die gemixte Würzpaste ggf. noch im Mörser feiner zerdrückt werden. Das war nicht stimmig, hat aber auch nicht geschadet. Für die Würzpaste habe ich nicht nur Korianderstängel sondern auch Korianderwurzeln verwendet, ist einfach noch intensiver und authentischer im Geschmack.

Katharina: Dein Fazit zu dem Buch und Deine Empfehlung, in welchen Händen es besonders gut aufgehoben ist?

Barbara: Ein sehr schön gemachtes Kochbuch, mit größtenteils leichter Kost und frischen, teilweise sehr vielen Zutaten. Wer allerdings – so wie wir – viel Wert auf saisonale Produkte aus der Region legt, wird in der Rezeptauswahl teilweise (vor allem im Winter) sehr eingeschränkt sein. Wer aber in der Großstadt wohnt und die Möglichkeit hat ganzjährig am Wochenmarkt und evtl. im Reformhaus einzukaufen und Wert auf frische und gesunde Küche legt, wird mit diesem Kochbuch seine Freude haben.

Ira: Dieses Buch ist geeignet für Leute, die ihre Ernährung im Sinne der ayurvedischen Lehre nachhaltig umstellen wollen und dabei auch Gewicht verlieren möchten. Es geht hier nicht um den optimalen Geschmack, sondern eher um einen guten Kompromiss im Hinblick auf das Ziel und möglichst ohne viel Aufwand beim Kochen. Das muss nichts Schlechtes sein, sondern ist ein ehrenhaftes Ziel, weil es bedeutet, Verantwortung für seinen Körper zu übernehmen und dafür auch etwas zu tun, ohne komplett auf den Genuss zu verzichten. Dieses Buch ist meiner Meinung nach, ein sehr gutes ayurvedisches Kochbuch, auch wenn es nicht immer geschmacklich voll überzeugen kann. Es liefert genau das, was Titel und Untertitel versprechen.

Katharina: Wie viel Sterne bekommt das Kochbuch?

Barbara: Meine Beurteilung: 4 Sterne

Ira: Das Buch bekommt von mir 4 Sterne, weil es wirklich ambitioniert die ayurvedische Lehre anschaulich und sehr verständlich für jedermann aufbereitet. Die Rezepte sind einfach nachzukochen, wenn man von einigen regionalen Unterschieden absieht, weil das Buch für den britischen Markt produziert wurde. Die Mehrheit, der von mir ausprobierten Gerichte waren sehr schmackhaft, auch wenn es hier auch ums Abnehmen ging.

Katharina: Herzlichsten Dank!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2013

4 Kommentare

  1. Stefan Stulle

    Unter dem Namen Currykraut bei den Kräuter- und Gärtnereiständen auf fast jedem Wochenmarkt erhältlich.
    Das Interview überzeugt mich nicht, Esoteriker, die an Ayurveda glauben, mögen das anders sehen. Über wohlschmeckendes Essen zu kochen, benötige ich keinen parawissenschaftlichen Überbau.

    • Sabine

      Hallo Stefan,
      wie weit man sich mit den Lehren des Ayurveda auseinandersetzen möchte, bleibt sicherlich jedem selbst überlassen. Wir finden, auch ayurvedische Kochbücher haben ihre Daseinsberechtigung und es ist vielleicht ein bisschen hart, von einem „parawissenschaftlichen Überbau“ zu sprechen. Eher scheint doch Ayurveda nicht so sehr in Ihre Weltanschauung zu passen, was in Ordnung ist. Sicherlich wird es da noch andere Leserinnen und Leser geben, denen es geht wie Ihnen, die sich jedoch – wie auch unsere Testerinnen Barbara und Ira – nicht abschrecken lassen und in diesem Buch köstliche Rezepte entdecken werden.
      Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen zur Frage der Erhältlichkeit von frischen Curryblättern bzw. Currykraut leider nicht ganz zustimmen. Die einzige wirklich zuverlässige Quelle stellt in meinem Fall ein kleiner indischer Lebensmittelladen in meiner weiteren Nachbarschaft dar. Dennoch sollte man natürlich das Angebot der Markthändler nicht unterschätzen und die Augen offen halten, da gibt es immer mal wieder Überraschungen.

    • Ira

      Hallo Stefan,

      aufgrund von Urlaub habe ich Ihren Kommentar erst heute lesen können. Currykraut und Curryblätter haben leider nichts gemeinsam. Die Curryblätter kommen nämlich nicht von dem in Europa heimischen Currystrauch, sondern wachsen am Currybaum, der in Asien beheimatet ist. Hier auch der entsprechende Eintrag auf WIKI

      http://de.wikipedia.org/wiki/Currybaum.

      Ayurveda ist eine sehr alte Lehre, die für mich ihre Berechtigung hat, auch wenn ich hier keineswegs Prophetin bin und eher eine Liebhaberin der indischen Küche, die ich auch schon auf Reisen kennen lernen konnte.

      Ich kenne aber viele Leute, die weder Esoteriker sind, noch sonst irgendwie weltfremd, die sich bei einer Ayurveda-Kur in Indien sehr wohl gefühlt haben und auch dabei ohne Diät an Gewicht verloren haben. Für mich nicht verwunderlich, weil wenn man sich mit den einzelnen Klassifizierungen bzw. Doshas beschäftigt, fühlt man sich eigentlich als Typ in vielerlei Ausprägungen erkannt. Ging jedenfalls mir so und zieht auch wohl viele andere Menschen an, weil wir meines Erachtens in unserer heutigen Zeit einfach verlernt haben, auf uns zu achten und in uns hineinzuhören. Wenn Menschen über Ayurveda wieder dazu kommen, finde ich das eigentlich eine sehr schöne Sache.

      Das Kochbuch beschäftigt sich mit Ayurveda und ist kein allgemeines Lifestyle-Kochbuch „à la Mälzer und Co“, geschrieben von einer Autorin, die Inderin ist sich einen Namen gemacht hat mit der Präsentation moderner alltagstauglicher indischer Rezepte. Deshalb kann man dieses Buch auch nur in seiner „peer group“ bewerten, nämlich mit anderen Büchern zum selbem Thema. Ich habe das getan, weil ich fair bewerten wollte und bin zu dem Schluss gekommen, dass dieses Buch eines der besten Bücher zu dieser Thematik ist, wenn man sich dem Ayurveda alltagstauglich und nicht dogmatisch annähern möchte. Außerdem ist der Theorieteil keineswegs flach oder oberflächlich dargestellt, was ich wichtig finde für die Glaubwürdigkeit der Autorin. Dieses Buch springt nicht nur auf ein Trendthema auf, sondern die Autorin steht auch hinter dem Thema und kann Expertise aufweisen.

      Klar gebe ich Ihnen Recht, dass derjenige, der ein tolles Lifestyle-Kochbuch sucht, sich möglicherweise nicht von dem Buch angesprochen fühlt und sicherlich kann man in nahezu jedem anderen Kochbuch gesunde Rezepte finden, die zudem wohlschmeckend sind. Auch ich habe viele solcher Lieblingskochbücher, die mich in den letzten Jahren noch mehr in ihren Bann ziehen konnten. Ich finde allerdings, dass man hier einfach nicht „Äpfel mit Birnen verwechseln sollte“. Und eine faire Bewertung ist letztendlich nur dann möglich, wenn man sich auf das Buch und sein Thema einlässt.

      Herzliche Grüße Ira

  2. Ira

    @Thea: zu Deiner Frage hinsichtlich der Zutaten für das Fischcurry

    Ich habe braune Senfkörner verwendet, die heißen zwar „Brown Mustard Seeds“ sind aber in Wirklichkeit braun und schwarz und haben geschmacklich mit den in Europa häufig verwendeten gelben Senfkörnern nichts gemeinsam, sind aber eine essentielle Zutat in der südindischen Küche. Alternativ kann man auch schwarze Senfkörner verwenden.

    Außerdem habe ich getrocknete Curryblätter benutzt, frische gibt es nämlich in Deutschland so gut wie nie zu kaufen, mir sind jedenfalls noch keine untergekommen und ich stöbere viel in indischen Lebensmittelgeschäften hier in Frankfurt.

    P.S: Bei Ingwer- u. Knoblauchpaste gibt es so was natürlich in Spezialgeschäften in der Tube, aber ich reibe beides mit einer kleinen Handreibe sehr fein oder hacke es entsprechend. Je nach Laune.

    Liebe Grüße Ira

    Liebe Grüße Ira

    Liebe Grüße Ira

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