Kochbuch von Ali Güngörmüs: Meine türkische Küche

Kochbuch von Ali Güngörmüs: Meine türkische Küche ★★★★★

Meine türkische Küche
Ali Güngörmüs
Fotos: Tanja Major
Dorling Kindersley Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

Julia Eckl-Dorna

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Spontan kommen mir beim Stichwort „Türkische Küche“ Falafel, Hummus und Kebab in den Sinn. Wie angenehm, wenn ein Autor zu überraschen weiß. Beim ersten Durchblättern von Ali Güngörmus ’ neuem Kochbuch offenbaren sich neben Klassikern ungewöhnliche Kombinationen wie Hähnchen-Garnelen-Kebabs, Tomaten-Melonen-Kaltschale oder Erdbeermousse mit Hibiskussirup. Das macht Lust!

Ali Güngörmüs ist als Stern- und Fernsehkoch mit zwei Restaurants in Hamburg und München hierzulande bekannt. Er ist der einzige Sternkoch mit türkischen Wurzeln, und genau jene möchte er uns in seinem neuen Kochbuch näher bringen. Dabei fokussiert er sich auf „seine“ – etwas leichtere und modernere – „Version“ der türkischen Küche.

Diesen zeitgemäßen Interpretationen hat Ali Güngörmüs (Foto links) klassische Rezepte aus der Küche seiner Mutter zu Seite gestellt, die er im Buch durch eine spezielle Kennzeichnung hervorhebt. Nicht nur eine sympathische, familiäre Idee. Nach Ausprobieren des Rezeptes „Gefüllte Weinblätter“ aus seiner Kindheit, verstehe ich, dass der Berufswunsch Koch bei so guter häuslicher Küche naheliegend ist.

Klassisch türkische Küche modern interpretiert

„Meine türkische Küche“ ist schlicht und übersichtlich mit Liebe zum Detail. So sind neben farbenfrohen und sehr ansprechenden Foodfotografien auch immer wieder Fotos von Land und Leuten eingestreut. Sympathisch und unaufdringlich sind auch Güngörmus’ kurze, einführende oder abschließende Worte zu jedem Rezept. Hier erklärt er die Bedeutung der Rezepttitel oder gibt kleine Tipps fürs perfekte Gelingen und Variieren. Hilfreich ist das Glossar, in dem ungewöhnlichere Zutaten, wie zum Beispiel Ducca, das sich in meinem relativ gut sortierten Gewürzschrank noch nicht befunden hat, erläutert werden.

Es gibt viel Neuland zu entdecken

Den Auftakt machen Mezze. „Meine türkische Küche“ widmet diesem Kernstück der orientalischen Küche sein erstes ausführliches Kapitel. Hier gibt es sowohl Unbekanntes, wie zum Beispiel Gebratene Steinpilze mit Datteln und grünen Mandeln, aber auch Klassiker, wie die gefüllten – vegetarischen – Weinblätter (die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann), zu entdecken.

Es folgen Kapitel zu den Themen Fleisch, Fisch, Vegetarisches und Süßes. Gerade das vegetarische Kapitel hat es mir angetan. So haben die mit Kichererbsen gefüllten Zucchini auch Fleischtiger überzeugt, und das Belugalinsen-Ragout wird uns noch häufiger an kalten Herbsttagen wärmen. Aber auch die „Fleischklassiker“ wie gefüllte Auberginen oder Lammschulter sind einfach perfekt ausgewogen im Geschmack.

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Leseprobe beim Verlag

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Es hat mich fasziniert, wie geschmacklich vielseitig die türkische Küche ist. Bei diesem Kochbuch musste ich lernen, dass ich mich von den langen Zutatenlisten nicht abschrecken lassen darf. Denn letztlich war kaum eines der ausprobierten Rezepte aufwendig. Auf die angegebenen Zubereitungszeiten war Verlass. Das Schönste: Nur wenige Rezepte entsprechen nicht den in sie gesetzten Erwartungen.

Einzig die Erdbeermousse mit Hibiskusblüten fanden wir eher fad, sehr süß und zu fest. Das hat dafür die Crème Caramel wieder wettgemacht.

„Meine türkische Küche“ von Ali Güngörmüs ist ein persönliches Kochbuch, das Tradition und Moderne zusammenbringt. Erwartungen werden hier übertroffen, denn der Autor weiß zu überraschen mit Rezepten, die seine Könnerschaft belegen.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2018

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