Kochbuch von Alexander & Kaja Quester & Joachim Gradwohl: Abenteuer Fisch

Kochbuch von Alexander & Kaja Quester & Joachim Gradwohl: Abenteuer Fisch ★★★★★

Abenteuer Fisch – Frische Luft,
klare Seen, köstliche Rezepte
Alexander & Kaja Quester &
Joachim Gradwohl
Fotos Thomas Apolt
Brandstätter (2016)
Mehr über den Verlag

Thomas Knogge

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Saiblinge sind wunderschöne Fische mit einem festen rosa Fleisch und zugleich meine Entdeckung mit diesem Buch. Sie sind schmackhaft – ob mit Zitronenbutter, Meerrettichkruste oder ausgebacken im Bierteig. Mit diesem Buch lässt es sich wunderbar träumen vom klaren, kalten Wasser im Mariazellerland…

„Fisch ist Entspannung und Abenteuer zugleich“ schreibt Alexander Quester. Zusammen mit seiner Frau Kaja betreibt er eine Bio-Fischzucht in Österreich. Er erzählt über seinen Lieblingsfluss, über erste Strahlen der Morgensonne und von rotgetupften Bachforellen. Er klärt über den Zyklus der Fische in seiner Teichwirtschaft auf und erzählt begeistert vom Fischen als wertvolle Auszeit. Tipps für den Einkauf und die Lagerung hat Else Rieger verfasst, auch den Überblick über die Vorbereitung der Fische – vom Schuppen bis Gräten zupfen. Die Zubereitung wiederum stammt von Joachim Gradwohl, ein nicht unbekannter Koch aus Österreich. Für ihn sind nach eigener Angabe die Liebe und die Einfachheit wichtig, denn dort sieht er „den Zauber aller Dinge innewohnen“.

Abenteuer Fisch ist ein Projekt

Das Buch strahlt einen wahren Teamgeist aus: Die Optik, die angenehme Größe, die griffige Oberfläche des Einbandes, die Fotos natürlicher Szenen beim Fliegenfischen, beim Plausch am Fischteich, beim Ausziehen des Teigs für den Forellenstrudel, zwischendurch noch eine kleine Kräuterkunde. Eine schöne Idee sind die Zeichnungen der Fischarten unter jedem Rezepttitel, damit geht beim Zubereiten die Verbindung zum (ganzen) Tier nicht verloren.

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Einfach gehaltene Rezepte mit viel Charme

Vor der Zubereitung von Fisch hatte ich hohen Respekt, mehr als vor der Zubereitung von Fleisch, und erhoffte mir mit diesem Buch detaillierte Anweisungen. Beim Garen im Ofen sind diese auch tatsächlich gegeben. Sonst wird meist nur nach der Regel vorgegangen: „Der Fisch ist gar, wenn das Fleisch beim Einstechen leicht auseinanderfällt“. Für mich war aber gerade dieser Satz hilfreich, um im Laufe der Rezepte ein eigenes Gefühl für den Fisch und die Zubereitungszeit zu bekommen.

Mein erstes Rezept war der Zander auf marokkanische Art. Am Rand der Rezepte stehen jeweils übersichtlich die Zutaten, daneben die Zubereitung und auf der anderen Seite ein verlockendes Bild – hier das Foto eines großen Tellers mit Couscous, Granatapfelkernen, Limettenscheiben, Blüten und Kräutern sowie obenauf kleinen angebratenen Filetstücken. Sowohl optisch als auch geschmacklich ein Genuss! Die Rezepte beginnen immer mit der Beschreibung der Zubereitung des Fisches, aber manchmal ist es sinniger, sich eine eigene Reihenfolge zu überlegen – wie bei diesem Rezept erst den Couscous mit den Aprikosen und der Paprika vorzubereiten und anschließend frisch den Zander anzubraten.

Die 60 Rezepte sind durchgängig für 6 Personen ausgelegt, ich habe sie für 4 Personen umgerechnet und es hat von der Menge her gut gepasst. Das Rezept für Fisch und Chips kam sehr gut in der Familie an, wie auch der Fischburger mit Forellenfilets auf angerösteten und mit Olivenöl bestrichenen Burgerbrötchen. Ausgefallen war der Saibling mit Meerrettichkruste auf Roter Bete, aber auch hier wieder eine tolle Komposition der Farben und des Geschmacks.

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Ein zu viel an heiler Welt?

Geht das Buch nicht doch zu weit mit den „wildromantischen Plätzen“ und der „unverfälschten steirischen Landschaft“, wird nicht doch eine Grenze zum verklärenden Blick auf eine heile Welt überschritten? Nein, denn wenn ich mir die abgebildeten Menschen anschaue, sehe ich, dass sie tatsächlich mit ihrer Landschaft innig verbunden sind und wenn ich den Text von Alexander Quester (links ein Foto von ihm) lese, weiß ich, dass ihm seine Bioteichwirtschaft und der respektvolle Umgang mit der Natur ein großes Herzensanliegen sind.

Mit dem Buch lernte ich Fische zu entgräten und zu häuten, wie ich sie im Ofen garen und wie ich sie grillen kann. Ich erfuhr, wie diese Lebewesen es verdienen wertgeschätzt zu werden und würde am liebsten den Seesaibling direkt bei Familie Quester kaufen. Die Zusammenarbeit mit Joachim Gradwohl und dessen einfach gehaltenen Rezepten ohne aufwändige Zutaten ist rundum gelungen und ergibt für mich ein zauberhaftes Kleinod! Das blaue Büchlein ist als Gesamtkomposition 5 Sterne wert!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2016

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