Kochbuch von Alex Hoffler und Stacey O’Gorman: Baiser, Meringue, Schäumchen

Kochbuch von Alex Hoffler und Stacey O’Gorman: Baiser, Meringue, Schäumchen ★★★★★

Baiser, Meringue, Schäumchen
Alex Hoffler und Stacey O’Gorman;
Fotos David Loftus
Christian Verlag (2014)
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Sabine Cikic

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

„Bücher, die die Welt nicht braucht“ – das war einer meiner ersten Gedanken beim Durchblättern von „Baiser, Meringue, Schäumchen“. Hach, wie man sich irren kann! Ich habe es eigentlich wahrlich nicht mit zuckersüß und quietschbunt, aber der Zauber der Meringue Girls hat mich irgendwie verhext.

Was die beiden Eischnee-Künstlerinnen Alex Hoffler und Stacey O’Gorman an Einfallsreichtum und Witz präsentieren ist einfach zu köstlich in jeder Hinsicht.

Baiser – das war für mich seit frühester Kindheit etwas, für das ich mich wirklich gar nicht interessiert habe. Beim Bäcker auf dem Schulweg sah ich sie mit ihrem bemitleidenswert trockenen Aussehen in der Vitrine liegen und entschied mich jedes Mal für das Rosinenbrötchen. Später erst, sicherlich auf irgendeiner französischen Zitronentarte, fing Baiser an, Sinn zu machen. Ab dann auch mal auf einer Stachelbeer- oder Zwergkiwitorte, aber das war es auch schon. Und auf gar keinen Fall wäre ich jemals auf die Idee gekommen, zu einer Essenseinladung bei lieben Freunden ein Baiser-Dessert mitzubringen brrr…

Unbedingt: den Ofen im Auge behalten

Aber genau dazu haben mich die Meringue Girls angetrieben, und ich habe es nicht bereut. Schon die Zubereitung war ein riesiges Vergnügen!! Nach Grundrezept (für die meisten Rezepte im Buch verwendet) wird für die Baiser-Masse feinster Zucker zunächst auf einem Backblech im Ofen erhitzt, bis er ganz leicht am Rand zu karamellisieren beginnt.

Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich nur dringend empfehlen, den Ofen im Auge zu behalten, ein paar Minütchen zu lang, und man hat ein Backblech voll Karamell… Die Zuckerkörnchen verändern sich in ihrer Farbe, hält man sich an die angegebene Zeit, minimal und werden irgendwie „fluffiger“. Der noch warme Zucker wird dann löffelweise beim Schlagen des Eischnees zugeben, welche geschlagen werden muss, bis man zwischen den Fingern keinerlei Körnchen mehr spürt. Das dauert ein bisschen und wohl dem, der eine Küchenmaschine hat.

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Und dann beginnt der spaßige Teil

Für besagtes Dessert werden Spritzbeutel auf links über eine Flasche gestülpt, mit Gelfarbe bestrichen, zurückgestülpt und mit Baisermasse gefüllt. Dann werden die farbenfrohsten Kleckse aufs Blech gespritzt, die sie je gesehen haben. Ich habe vor Vergnügen laut gejauchzt, kein Witz! Nach diesem Prinzip bieten die Meringue Girls zahllose Varianten: die Baisermasse kann aromatisiert werden (Haselnuss, Passionsfrucht, Erdbeere und schwarzer Pfeffer, Gewürze, usw.).

Die kleinen Baiser-Küsschen können gefüllt werden (Schokosahne, Espressocreme, Mohn-Zitrone, …). Zu Hochzeitspyramiden gestapelt oder mit weiteren Zutaten zu Barbie-Torten oder köstlichen Desserts zusammengebaut werden (noch auf meiner ToDo-Liste: „Ferrero-Rocher-Baiser-Pyramide“ – wie klingt das?!).

Aber auch aus Marshmallow-Baiser, Italienischem Baiser und Ahornsirup-Baiser entstehen tollkühne Kuchen und Torten. Und für all die übriggebliebenen Eigelbe gibt es auch gleich ein paar Rezepte und ich freue mich und danke, dass daran gedacht wurde.

Ein Buch, das für gute Laune sorgt und beinahe alle Fragen beantwortet, die man jemals zum Thema Eischnee hätte haben können. Süß und bunt muss man natürlich mögen…

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2014

2 Kommentare

  1. Die Glücklichmacherei

    da kann ich wirklich nur zustimmen! ich bin meringue girls fan der ersten stunde – seit ich bei einem besuch in london habe ich einen artikel in einer u-bahn zeitung gelesen habe. ich hab die englische version des buches und bin auch mehr als zufrieden. und die videos (die es zumindest in der english version gibt) sind eine wirklich gute ergänzung…

    • Sabine

      Liebe Nadin, das freut mich! Für meinen nächsten London-Besuch habe ich sie mir auch schon vorgemerkt, es geht doch nichts über „Feldforschung“. 😉 LG, Sabine

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