Kirsten Eckhart + Willem-Jan Hendriks: Mein Bistro zu Hause

Kirsten Eckhart + Willem-Jan Hendriks: Mein Bistro zu Hause ★★★☆☆

Mein Bistro zu Hause – Kleine Köstlichkeiten für den großen Genuss
Kirsten Eckhart + Willem-Jan Hendriks, Hölker Verlag (2012)
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Sabine Cikic

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Schmeckt im Bistro am besten

Mein Bistro zu Hause liefert unkomplizierte Rezepte vor allem für Suppen, Salate und Kuchen. Aber ohne die gesellige Atmosphäre eines Bistros oder Cafés funktionieren die oft sehr einfachen Gerichte nur bedingt – der vollen Aufmerksamkeit halten sie leider nicht stand.

Kirsten Eckhart und Willem-Jan Hendriks dürften hierzulande niemandem ein Begriff sein, in Amsterdam jedoch könnte das ganz anders aussehen. Dort betreiben die beiden seit nunmehr fünf Jahren erfolgreich ihr kleines Bistro, das Gartine. Verarbeitet wird dort ausschließlich Gemüse, welches sie in ihrem eigenen Garten züchten, folglich ändert sich ihr Menü je nach saisonalem Angebot. Auch ihr Kochbuch haben sie daher konsequent nach den vier Jahreszeiten gegliedert, angefangen beim Frühling, und jeder Jahreszeit entsprechend finden sich in diesen Kapiteln Rezepte für Frühstück, Lunch sowie Desserts und Gebäck. Rezepte für Salatsaucen, Brühen, Marmeladen und Chutneys folgen dem Winter und bilden das abschließende Kapitel.

Zahlreiche Fotos werben um meine Aufmerksamkeit, nur wenige Rezepte sind nicht bebildert. Die Zutaten sind ausnahmslos unkompliziert zu besorgen, keine exotischen Spielereien oder ausgefallenen Wildkräuter treiben mich durch die Stadt. Sehr oft ist sowieso schon fast alles im Haus und kann durch einen kleinen Gang in den lokalen Bioladen um die Ecke ergänzt werden. Prima!

Ich koche mich durch den Frühling, greife auch schon mal dem Sommer voraus, und weil es doch auch immer wieder kühle Tage gibt zwischendurch, bediene ich mich auch bei Herbst und Winter. Das gefällt, aber ich merke irgendwann, dass sich keine rechte Begeisterung bei mir einstellen will. Die Rezepte, die ich ausprobiere, sind zwar lecker, aber umhauen tut mich keines. Immer wieder denke ich, dass ich das vielleicht anders wahrnehmen würde, wenn man sie mir in einem kleinen, charmanten Bistro, zum Beispiel in Amsterdam, servieren würde. Bei einem leichten Lunch mit der guten Freundin etwa, ja, das wäre fein!

Aber zu Hause? Funktioniert irgendwie nicht, zumindest bei mir nicht, leider. Aufwändige Frühstücke gibt es selten, da muss schon was Besonderes anliegen. Im Café lasse ich mir das natürlich gerne munden. Bei mir öffnet abends eher das “Restaurant” mit Freunden, dann gibt es die Hauptmahlzeit des Tages. Und genau dafür sind die Rezepte im vorliegenden Buch eben einfach nicht gemacht. Sie stammen aus einem Bistro, das um 18 Uhr schließt. Sie wollen nichts anderes sein als der leckere Imbiss am Tage, aber mehr sind sie auch leider nicht, auch wenn das Gemüse im eigenen Garten des „Gartine“ geerntet wird. Aber dafür ein Kochbuch? Hm.

Von den Kuchenrezepten werde ich noch was ausprobieren, da gibt es noch Verlockungen. Aber im Übrigen gilt: Wenn ich nach Rezept koche, dann hoffe ich auf mehr als lecker & gut. Daher ist Mein Bistro zu Hause für mich ein Kochbuch, das ich zukünftig wohl eher selten zur Hand nehmen werde.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Juni 2012

1 Kommentare

  1. PollyEsther

    Mir ging es ähnlich – ich hab das Buch schon 1,5 Jahre, benutze es aber nur sehr wenig. Die wenigen Rezepte, die ich ausprobiert habe (Rhabarber-Marzipan-Rolle, sehr süsser Gewürzkuchen mit Honig + Rosinen , Kohlrabisuppe mit Pecorino, süßsaure Gurkenstreifen mit Weißweinessig + Chili, wunderbare Rhabarber-Orangen-Marmelade) waren eher aus der Rubrik „ganz ordentlich“ und die Grundrezepte sind eben für eine Profiküche mit relativ großen Mengen ausgerichtet.

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