Kochbuch von Jane Hornby: Was ich koche & wie das geht

Kochbuch von Jane Hornby: Was ich koche & wie das geht ★★★★★

Was ich koche & wie das geht
Jane Hornby, Fotos Angela Moore, Phaidon Verlag (2010)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Katharina Höhnk

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Daumenkino mit Forever-Gerichten

Jane Hornbys bildreiche Rezeptsammlung verfügt über alle Ingredienzien, die den Weg ebnen zum Einstieg in das Kochen: eine Rezeptauswahl, die sofort anspricht, für Gelegenheiten, die sich wahrhaftig am Leben orientieren, und sehr ausgefeilte Gerichte, die bodenständig und doch mit köstlichen raffinierten Ideen ausgestattet sind. Das Extra: Für jeden Zubereitungsschritt gibt es ein Bild. Über meinen Selbstversuch mit einem der Step-by-Step-Kochbücher.

Wie lerne ich kochen? Wer sich die Frage stellt, der findet ein reiches Buffet an Möglichkeiten vor. Mit von der Partie das Step-by-Step-Kochbuch. Quasi ein kulinarisches Daumenkino, das fast schon cineastisch vorhersagt, welche Zubereitungsschritte den Homecook erwarten. Ein verführerischer Einstieg, der Sicherheit verspricht.

Kochbuchautorin Jane Hornby bezeichnet ihre Rezepte mit der begleitenden Bilderflut als „cooking in real time“ (engl. Ausgabe). 100 Rezepte stellte sie zusammen für verschiedene Gelegenheiten. Kapitel, die in ihrer Lebensnähe sofort ansprechen: Frühstück & Brunch, Leichtes Mittagessen, Schnelles Abendessen, Essen mit Freunden, Kochen am Wochenende, Beilagen und Dessert & Kuchen. Ein i-Tüpfelchen folgt als Abspann: In der Menüplanung finden sich viele Vorschläge, die Grübelei und Blätterei abnehmen, wenn gewünscht.

Bei ihrer Rezeptauswahl orientierte sich die Autorin vor allem an internationalen Klassikern wie Zitronentarte, mit vereinzelten sympathischen Referenzen an ihre Heimat (Full English Breakfast, verdeutscht Englisches Frühstück) und den Vorlieben der US-amerikanischen Nachbarn (Cheesburger). Eine weise Wahl, denn tendenziell kocht jeder gerne Bekanntes und manchmal Neues.

Die tendenzielle Fülle an Zutaten war gewöhnungsbedürftig, sie gingen locker über die magische Handvoll hinausgingen. Für Anfänger? Inzwischen kenne ich den Grund. Qualität des Kochbuchs sind die vollends ausgefeilten Rezepte. Die „sitzen“ in selten gutem Ausmaß und verfügen stets über das kleine Etwas mehr. Jane Hornbys Rezepte möchten nicht nur einmal gekocht werden, sondern mehrmals. Man findet es in jedem Rezept. Siehe da, überall ist etwas dazuzulernen: In die Béchamel der Lasagne kommt bereits zur Würzung etwas Parmesan, die Stengel der Kräuter wandern nicht in den Müllereimer, sondern werden einfach länger mitgegart als die zarten Blätter.

Ob man mit dem Daumenkino-Konzept kochen lernt, kann ich nicht wirklich beurteilen. Interessant fand ich die Frage, ob mich die Bilder leichter durch ein Rezept führen. Vorweg: Ja, das tun sie. Die Mise en place-Fotos neben den Zutatenlisten verführten zur Nachahmung.

Nebeneffekt der Step-by-Step-Fotos war meine kleine Faulheit. Irgendwie suggerierte die Fotofülle, dass man ohne Lesen auskommt. Tatsächlich sind die Rezepttexte natürlich unverzichtbar. Daran war auch das Layout “schuld”, denn der Text darf sich nur auf wenig Platz breitmachen und das zwickt manchmal. Noch etwas: Jane Hornbys super Erläuterungen von Zutaten sah ich von der Logik eher bei den Zutaten als in dem Text für die Zubereitung. Denn sie helfen beim Einkauf.

Das sind aber ganz kleine Wehwechen auf absolutem Luxusniveau. Was ich koche & wie das geht ist ein Lieblingskochbuch bei mir geworden in den Jahren. Tolle große Fotos und wunderbare Rezepte. Die Bilder sind konzentriert auf die Hauptsache: klar, direkt, wohltuend ordentlich im Gegensatz zum eigenen Küchenchaos.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Oktober 2012

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