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Katharina Höhnk

Interview: Luisa Zeltner über ihr Kochbuch „Pause im Glas“

Pause im Glas – Vegetarisches & Veganes zum Mitnehmen, Luisa Zeltner, Hölker Verlag (2022)

Meal Prep hat sich einen festen Platz im Rezeptekanon ergattert. Eine der empfehlenswerten Publikationen dazu ist das Kochbuch „Pause im Glas“ von Luisa Zeltner. Es erschien 2016. Nun hat die in Wien lebende Autorin und Fotografin ein weiteres Buch zu dem Thema veröffentlich. Anlass, ihr ein paar Fragen dazu zu stellen.

Kochbuch von Luisa Zeltner: Pause im Glas
Kochbuch von Luisa Zeltner: Pause im Glas

Katharina: Pause im Glas hieß Dein erstes Kochbuch, Deine Neuerscheinung ebenso. Was ist daran neu und anders?

Luisa: Fest steht: An der Grundidee hat sich nichts geändert. Dieses Buch steckt voller Ideen für einfache Rezepte, die mit einer Handvoll guter Zutaten unterwegs für leckere und abwechslungsreiche Pausen sorgen. Ich habe neue Rezepte entwickelt, die einen noch stärkeren und regionalen Bezug haben. Zudem habe ich dieses Mal auch die Fotos selbst aufgenommen. Außerdem gibt es ein Extrakapitel „Gut vorbereitet“, in dem mit einem Kochvorgang jeweils drei abwechslungsreiche Rezepte für mehrere Tage vorgekocht werden können.

Katharina: Dein Kochbuch ist Spiegel des Meal-Prep-Trends. Wann ist er eigentlich so richtig aufgeploppt und wie hat sich das Thema verändert?

Luisa: Ich finde es schwer, den Trend auf ein bestimmtes Jahr zu datieren. Ich glaube, dass es vielen schon seit Jahren ein großes Anliegen ist, sich besonders unter der Woche im Job, auf Reisen oder im Studium ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. In den letzten Jahren ist nur das Bewusstsein für das Thema immer größer geworden und es gibt einfach mehr Tipps und Tricks, die es einem leichter machen, Essen zum Mitnehmen ohne viel Kochstress vorzubereiten. Mit wenigen Zutaten und etwas Planung ist Meal Prep eine tolle Möglichkeit, Essen für mehrere Tage vorzubereiten und Zeit zu sparen. Nach dem Motto: Einmal kochen und mehrmals genießen!

Katharina: Warum lohnt es sich, sein Lunch-to-go selber vorzubereiten und nicht zu kaufen?

Luisa: Ich liebe es, Essen zu gehen, und trotzdem möchte ich an manchen Tagen mein selbst gemachtes Essen nicht mehr missen. Ein guter und abwechslungsreicher Lunch-to-go macht mich einfach glücklich. Außerdem freut sich der Geldbeutel und ich weiß, wo die Zutaten herkommen. Ich finde, es ist einfach eine tolle Möglichkeit, seinen Alltag mit wenig Aufwand noch abwechslungsreicher zu gestalten. Es macht einfach Spaß, in die Tasche zu greifen und einen knackigen Salat hervorzuziehen oder ein cremiges Porridge zu genießen statt Pizza, Brötchen und Co. Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit spielt, finde ich, eine immer bedeutendere Rolle, da der Verpackungsmüll deutlich reduziert werden kann und es trotzdem nicht an Genuss und Vielfalt fehlt.

Katharina: Welche Aspekte zeichnet ein tolles Lunch im Glas für Dich aus?

Luisa: Gute Zutaten und unterschiedliche Konsistenzen. Es darf gerne was Frisches sein, viel Gemüse oder Salat, aber auch was Sättigendes. Ich bin großer Fan von Toppings wie etwa Nüssen, Granatapfelkernen oder frischen Kräutern, die bei jedem Gericht für ein gewisses i-Tüpfelchen sorgen. Der Sommersalat mit Mozzarella, Nektarinen und geröstetem Brot ist zum Beispiel ein sehr erfrischendes Rezept für die heißen Tage. Die Nektarinen sind schön fruchtig und süß, der Salat ist knackig und das knusprige Brot hält länger satt.

Interview: Luisa Zeltner über ihr Kochbuch „Pause im Glas“

Katharina: Meal-Prep-Rezepte bauen auf Zutaten auf, die knackig bleiben oder schnell gar sind. Was eignet sich besonders und was hast Du bei der Rezeptentwicklung für Dein neues Kochbuch neu entdeckt?

Luisa: Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Zutaten sich eigentlich anbieten, in Gläser geschichtet zu werden. Wichtig ist, dabei immer darauf zu achten, dass die Zutaten frisch sind und ein paar Tricks beim Schichten anzuwenden. Spannend sind natürlich Rezepte wie schnelle Instant-Rezepte, die etwas mehr Tüftelei bei der Rezeptentwicklung erfordern. Toll fand ich, dass einige Gemüsesorten mit Couscous nur mit kochendem Wasser übergossen werden müssen, um gar zu werden, zum Beispiel bei dem Instant-Parmesan-Couscous. Auch eine Gemüsesuppe mit Glasnudeln lässt sich super einfach zubereiten, wenn ein Wasserkocher zur Hand ist.

Katharina: Wie schichtet man sein Lunch-to-go im Glas am besten?

Luisa: Zuerst kommen die Dressings/Saucen in das Glas. Als Zweites die Zutaten, die durch die Flüssigkeit nicht zu stark durchweichen, wie zum Beispiel unempfindliches Gemüse oder Hülsenfrüchte wie Karotten, Bohnen oder Kichererbsen. Dann können weicheres und empfindlicheres Gemüse und Obst eingeschichtet werden, zum Beispiel Tomaten, Orangen, Avocado, Beeren. Blattsalate kommen nach oben, damit das empfindliche Grün nicht zerdrückt wird. Zuletzt kommen die Toppings aller Art ins Glas, ob Kräuter, Kerne, Nüsse, Sprossen oder Trockenobst. Bei sehr empfindlichen Salatsorten wie Feldsalat bietet es sich auch an, zuerst die Toppings und dann das Blattgrün einzuschichten.

Katharina: Welches sind Deine Lieblingsrezepte und warum?

Luisa: Zitrus-Overnight-Oats, weil sie so herrlich erfrischend sind. Mein absoluter Alltagsrenner ist der Blutorangen-Fenchel-Salat mit Haselnüssen, da die Kombination aus Fenchel, Orangen und frischem Olivenöl einfach perfekt ist. Außerdem mache ich besonders im Herbst sehr gerne die Koriander-Honig-Möhren, weil sie im Ofen einen besonders intensiven und süßen Geschmack entwickeln und mit wenig Aufwand eine ganze Palette an Farben und Aromen im Glas landen.

Katharina: Herzlichen Dank!

Transparenzhinweis: Luisa Zeltner (verheiratet: Menn) ist seit 2020 als freie Foodfotografin für Valentinas tätig.

Veröffentlicht im März 2022

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