Interview: Foodbloggerin Gabriele Frankemölle über ihr Kochbuch

Interview: Foodbloggerin Gabriele Frankemölle über ihr Kochbuch

Die neue Art zu kochen
Slowcooking – Crockpot Kochen
Gabriele Frankemölle, Pressel Publishing (2009)

Gabriel Frankemölle ist fester Bestandteil der lebendigen Foodblogger-Community. Die beruflich auf IT-Fachthemen spezialisierte Journalistin schreibt privat über Kulinarisches auf crockyblog.de, tacoweb.de und usa-kulinarisch.de. Mit ihrer neuen Publikation Die neue Art zu kochen hat sie ihr zweites Kochbuch veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen Informationen und Rezepte für das praktische Kochgerät Slowcooker. Interessant: An der Gestaltung und Überprüfung der Rezepte waren 20 Foodblogger beteiligt.

Valentinas-Kochbuch.de: Gabriele, Du hast ein Buch über den Slowcooker geschrieben. Was ist das für ein Küchengerät?

gabrieleGabriele Frankemölle: Eigentlich ein ganz simples und mit 40 bis 70 Euro nicht mal teures. Das Prinzip ist auch ganz einfach: In eine elektrisch beheizte Metallhülle wird ein dicker Keramiktopf mit einem Glasdeckel gestellt. Die Zutaten im Slowcooker erhitzen sich ganz langsam – daher das “slow” – bis knapp unter den Siedepunkt. Je nach Rezept dauert es vier bis zehn Stunden, bis das Gericht gar ist – und der Zeit kann man den Topf wirklich unbeaufsichtigt lassen. Es verdampft nichts, es brennt nichts an, rühren ist überflüssig.

Der große Vorteil ist , dass ich nicht am Herd stehen muss, um eine Mahlzeit zuzubereiten – ich muss nicht mal zu Hause sein! Suppen, Braten und Schmorgerichte gelingen wirklich wunderbar, der Topf heizt die Küche nicht auf und verbraucht kaum mehr Energie als eine Glühbirne. Der Nachteil des Slowcookers ist, dass man sich organisieren muss: “Mal eben” geht eben nicht. Ich muss die Zutaten im Haus haben und alles frühmorgens vorbereiten, damit ich tatsächlich bis zum Mittag etwas fertig habe.

Valentinas-Kochbuch.de: Wie hast Du das Gerät entdeckt?

Gabriele Frankemölle: Schon vor 25 Jahren in den USA, wo meine damalige Gastmutter damit tolle Stews und Braten zubereitete. In den USA besitzen mehr als 80 Prozent aller Haushalte einen Crocky, in Deutschland kann man ihn erst seit gut fünf Jahren kaufen, vor allem in Gastro-Großmärkten oder auch online. Die Fangemeinde ist zwar noch klein, aber sie wächst und sie ist sehr aktiv, zum Beispiel in Foren wie Wunderkessel.de.

Valentinas-Kochbuch.de: Was ist die Idee Deines Buches?

Gabriele Frankemölle: Ich wollte vor allem die Grundsatzinformation zum Crocky umfassend präsentieren: Was ist das für ein Gerät, wie geht man damit um, was gelingt gut, was weniger, wie rechne ich Garzeiten um, wie finde ich den richtigen Händler und die passende Topfgröße? Sowas musste man sich als Crocky-Köchin-in-spe bislang mühsam im englischsprachigen Internet zusammen suchen oder es durch eigene Versuchsreihen heraus finden.

Valentinas-Kochbuch.de: Eine Besonderheit bei der Realisierung Deines Buches ist die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Foodbloggern. Wie kam es dazu?

Gabriele Frankemölle: Als ich die erste Rezeptliste für’s Buch zusammen gestellt habe, ist mir aufgefallen, dass ich zum Beispiel gar keine Enten- und Kaninchengerichte oder Sauerkraut im Crocky ausprobiert habe – einfach deshalb, weil ich Ente, Kaninchen und Sauerkraut überhaupt nicht mag! Damit die Auswahl aber trotzdem “rund” wird und nicht nur meinem persönlichen Geschmack entspricht, habe ich im Crockyblog nachgefragt, ob noch andere Slowcooker der ersten Stunde etwas beitragen würden. Die Resonanz hat mich total gefreut: Etwa 20 haben eigene Rezepte beigesteuert oder meine “probegekocht”. Die Reaktionen – sowas wie zum beispiel “supereinfach, Sauce war mir zu dünn, würde ich etwas länger garen, schmeckt auch mit Huhn” – habe ich jeweils mit ins Buch aufgenommen. So findet sich darin eine breite Meinungsvielfalt und der Erfahrungsschatz von nicht nur einem, sondern 20 Leutchen…

Valentinas-Kochbuch.de: Was sind deine persönlichen Rezeptlieblinge für den Slowcooker?

Gabriele Frankemölle: Hmm, ich würde sagen, alle Arten von Rouladen. Die bleiben supersaftig und man muss sie weder binden noch zustecken oder anbraten. Das ist wirklich eine ganz gewaltige Arbeitsersparnis.

Valentinas-Kochbuch.de: Welches Gerät empfiehlst, was ist beim Kauf zu beachten und mit welchen Kosten muss man rechnen?

Gabriele Frankemölle: In Deutschland bekommt man eigentlich nur eine eingeschränkte Modellpalette, also einige Geräte von Morphy Richards und Apexa. Die sind aber alle okay und ihren Preis – zwischen 40 und 100 Euro – wert, wobei ein Digitaltimer in meinen Augen nicht unbedingt sein muss. Beim Kauf zu beachten ist die richtige Größe: Ein 3,5-l-Topf für einen 2-4-Personen-Haushalt, ein 6,5-l-Topf für größere Familien oder Leute, die gern auf Vorrat kochen. Bigger is not better – denn der Topf sollte immer mindestens halb gefüllt sein, damit er effektiv arbeitet.

GabrieleMEHR VON GABRIELE: Küchenhelfer-Empfehlung
Slowcooker der Firma Morpha Richards

Veröffentlicht im September 2009

Meistgelesen

Themen A-Z