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Katharina Höhnk

Gruß aus der Vorratskammer

Geht es Euch auch so? Wenn ich Erdbeerpflücken gehe, pflücke ich zu viel. Wenn ich Holunderblüten sammle, dann reicht der Sirup für einen Tank Limonade. Wenn ich Aprikosen fürs Einmachen einkaufe, dann kaufe ich kurzerhand zwei Kilo mehr, als der Einkaufszettel es diktieren möchte.

Meine Vorratskammer ist also stets überfüllt mit Eingemachtem. Jetzt gerade, wenn ich das schreibe, stehen ein Dutzend Gläser Confit in der Küche und finden keinen Platz mehr in der Vorratskammer.

Diese Hamsterei macht Spaß, aber nicht immer bin ich restlos begeistert von ihrem Treiben. Denn den Takt gibt mir nicht meine kühle Planung vor, sondern spontaner Aktionismus. Der Moment des Pflückens und Sammelns ist sooo verführerisch. Der Kopf setzt aus, wenn man zwischen den Erbeerpflanzen hockt und die roten Teilchen en masse vor der Nase tänzeln: Du kannst uns alle pflücken, rufen sie. Herrlich, rufe ich zurück und der Rausch beginnt. Bis die Beeren in den Einmachgläsern untergebracht sind, dauert es so manch heißen Tag und lange Nacht. Aber stehen die Einmachgläser erstmal proper und gefüllt da – von diesem Glück der Produzentin möchte ich hier gar nicht erst beginnen.

Vor Kurzem las ich Die Nacht des Zorns aus der Feder meiner Krimi-Königin Fred Vargas. Die französische Archäologin weiß Geschichten unter der Oberfläche zu erzählen. Ich fühlte mich ertappt, auch wenn die Szenerie der Wald und nicht das Erdbeerfeld ist. „Adamsberg bemerkte eine riesige Brombeere über dem Kopf der großen Frau, aber er wagte nicht, sie deshalb zu stören. Seltsam dachte er, wie der Sammelinstinkt den Menschen ergreift, kaum dass er zwanzig Schritt in den Wald getan hat.“ Da sind wir – bei unseren Ursprüngen: beim Sammeln und Jagen. Irgendwie beruhigend.

In diesem Sinne: Meine prähistorischen Wurzeln hatten in diesem Sommer wieder einen prächtigen Lauf. Viele Gläser, noch mehr Früchte und andere Ingredienzien wanderten durch meine Hand – manche für bald, andere für später.

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Köstlichkeiten in meiner Vorratskammer

Stachelbeer- und Aprikosenkompott – erstmalig probiert
Das ist kein aromatischer Testlauf im klassischen Sinn. Denn das Rezept ist nebensächlich, sondern die Art der Haltbarmachung interessierte. Tiefgekühlt ist die beste Vorratshaltung für Stachelbeeren, finde ich. Das aber geht bei mir nicht; meine TK-Schubladen sind für Fleisch von meinem Landmetzger dauerhaft reserviert. Deswegen habe ich Großmutters Weck-Topf ins Leben zurück geholt und ein paar Gläser pur mit Zucker eingemacht. Wenn der erste Schnee fällt, kommen sie auf den Tisch. Mal sehen, ob es eine Fortsetzung geben wird.

Erdbeer– und Aprikosenmarmelade mit Mandeln – Mein Repertoire + erstmalig
Bitte fragt nicht nach der Gläseranzahl.

Rosmarin-Manchego nach einem Rezept von Nicole Stich – erstmalig probiert
Dieser heiße Sommer ist ein Sommer der little Meals, finde ich. Etwas Baguette, köstlichster Käse (sic!) und Früchte, dazu ein Rosé …

Konfierte Aprikosen mit Mandeln – erstmalig probiert
Das Rezept stammt von Christine Ferber. Sie empfiehlt das Confit zu frischem Ziegen- und Kuhmilchkäse. Ich dachte mir, dass diese Kombination – Käse + Confit – ein wunderbares Geschenk hergibt für meine Freunde, die schon alles haben.

Eingelegte Zitronen mit Salz – Mein Repertoire
Die neuen Kochbücher kündigen sich an und es werden einige Highlights der orientalischen Küche dabei sein. Zitrone als Beigabe für ein herrliches Eintopfgericht ist absehbar. Daher will ich gerüstet sein. Hier habe ich in Sachen Hamsterei schon Fortschritte gemacht: ein kleines Glas davon genügt.

Pickled Shiitakes nach Momofuku – Mein Repertoire
Ich kenne Menschen, die ihre Erziehung für diese Teilchen vergessen, die in Zucker, Sojasauce, Essig und Ingwer ihre Zeit zum Tag X vertrödeln. Dieses Mal habe ich eine Mischung getrockneter Waldpilze verwendet. (Rezept bei Petra)

Tomaten-Pesto mit Cashew-Nüssen + Tomatensauce – Mein Repertoire
Wer eine Familie hat und bisher keine prähistorische Ausprägung in Sachen Vorräte verspürt hat, dem lege ich ans Herz, ein wenig nachzuhelfen. Solche Vorräte dazuhaben – das macht das Leben einfach entspannter.

holunderbluetensirup-315Auch Lust oder ebenfalls der Hamsterei verfallen? Hier findet Ihr Rezept- und hier Kochbuch-Inspiration. Viel Freude!

Veröffentlicht im August 2013

2 Kommentare

  1. Susanne

    Nun stand ich bei dem Wetter in der heißen Küche und Du bist schuld 🙂
    http://magentratzerl.wordpress.com/2013/08/02/eingelegte-shiitake-nach-momofuku/
    Liebe Grüße nach Berlin
    Susanne

    • Katharina

      Dafür trage ich zu gerne die Verantwortung, liebe Susanne. Ein Hoch auf Deine Spontanität. 🙂 Ah, gute Idee, habe den Link nachgetragen.

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