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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | August 23, 2017

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Getränkebuch von Tove Nilsson: Zisch! ★ ★ ★ ★ ★

Getränkebuch von Tove Nilsson: Zisch!
Rezension

Zisch! Soda, Limonaden & Snacks selbst gemacht
Tove Nilsson
Fotos Wolfgang Kleinschmidt
Neuer Umschau Buchverlag (2016)
Mehr über den Verlag

FÜNF STERNE: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut!

Isabel Geigenberger Von

„Zzzziiiiischsch“, ja man meint es direkt zu hören, das sirrende Geräusch beim Öffnen einer kohlensäurehaltigen Flasche – schon das Titelbild macht Durst: leuchtendes Gelb auf schwarzem Untergrund, dazu die Wassertropfen und Zitronenstücke. Genau das möchte Tove Nilsson: uns Lust auf selbstgemachte Durstlöscher aller Art machen.

Tove Nilsson ist – neben Köchin und Food-Autorin – auch ausgebildete Sommelière und hat Rezepte in der ganzen Welt gesammelt. Die große Zahl von Getränkerezepten wurde mit Vorschlägen für Snacks passend ergänzt. Die Fotografien sind frisch, farbenfroh und modern, die Autorin selbst tritt uns in einem großen Schwarz-Weiß-Porträt entgegen. Auffallend ist der starke Einfluss durch die amerikanische Getränkewelt – sowohl in der Wahl der Bezeichnungen als auch einzelner Rezepte: Floats, Egg Cream, Root Beer, Barley Water oder Südstaatensoda. Vielleicht könnte man auf dem europäischen Kontinent auch noch so das eine oder andere besondere Erfrischungsgetränk finden – aber das nur als Hinweis einer ansonsten sehr angetanen Rezensentin.

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Nach dem Vorwort, in dem Tove (links ein Foto von ihr) ihre eigene Entwicklung in Bezug auf die Getränkebegleitung von Speisen und internationalen Entdeckungen beschreibt, folgen die Kapitel Soda – die Basis, Sodasirup, Limonaden & Eistees, Vergorene & natürlich fermentierte Getränke und Floats, Egg Cream, Eiskaffee & Bubble Tea. Das Rezeptverzeichnis wir durch deutsche Bezugsquellen im Internet ergänzt, ein sehr willkommener Service des Verlags.

Soda mit Big-Red-Geschmack

Unsere Erfahrungen waren durchwegs gut. Zunächst das etwas exotische Südstaatensoda mit seinem an den Kaugummi Big Red erinnernden starken Zimtgeschmack. Ganz was Neues und nicht sehr süß. Zwischendurch eine klassische Zitronenlimonade – auch sehr lecker, aber im Ernst – ein Rezept brauchen wir dafür eigentlich nicht, oder? Zitronensaft, am besten frisch, Zucker und Wasser – das schmeckt eigentlich immer. Auch ein Treffer: der Himbeersirup, nicht zu vergleichen in der Fruchtigkeit mit den sonst bei uns auch gern eingesetzten Fruchtsirups aus dem Supermarkt.

Auch das essigfrische Gesundheitsgetränk Kombucha kommt nicht zu kurz. Frau Nilsson hat hier sehr ausführliche und ausgesprochen hilfreiche Erläuterungen auf Lager und gibt viele Anregungen, um mit dem Grundrezept und Früchten zu experimentieren. Ich hatte mich bereits mit Kombucha experimentiert und muss sagen, dass Frau Nilsson viele der aufgetauchten Fragen behandelt, die ich mir damals mit Hilfe einer allseits bekannten Suchmaschine beantwortet habe. Auch die Anleitung zum Ingwerbier mitsamt dem benötigten Starteransatz ließ keine Fragen offen – und das Ergebnis schmeckte toll.

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Spaß und Genuss – mit Salz, Fett und Zucker

Das Buch ist dem Spaß und dem Genuss gewidmet. Wer alternative Süsßungsmethoden wie Stevia etc. sucht, wird hier also nicht fündig. Auch die Auswahl an Snacks ist nicht gerade für Gesundheitsapostel: süß, salzig und fettig. Schmackofatz! Wobei ich zugeben muss, dass ich von den Snackrezepten noch keines probiert habe – dieses klassische am-Abend-zum-Getränk-noch-was-Knabbern machen wir eher nicht. Und auch zum Aperitif serviere ich lieber etwas Frisches, Saftiges, und nicht Nüsschen, Chips oder Popcorn.

Eine Notiz am Rande: Zur Zeit der Buchrezension führte mich der Zufall in ein schwer angesagtes Berliner Restaurant, das mit eigenwilligen Geschmackskombinationen und viel Style auf sich aufmerksam macht. Dort wird unter anderem eine Heu-Limonade (samt Heuhaufen im Glas) oder ein Honey Shrub Soda serviert. Das Gekostete war nicht übel, aber vielleicht sollten die Barkeeper noch einen Blick in Frau Nilssons Werk werfen. Da ist noch Luft nach oben!

So einiges wartet noch aufs Ausprobieren, etwa die Gurkenlimonade und die salzige Limonade. Die Tochter interessiert sich für Cola-, der Hausherr für Tonicsirup – und das Ginger Ale ist auch bald dran.

Mittlerweile haben wir bei Valentina ja schon so einige Getränke-Bücher besprochen, meist mit gutem bis sehr gutem Ergebnis. Mit „Zisch!“ erhält man ein sehr kreatives, auf alkoholfreie Getränke konzentriertes Buch mit zusätzlichen Snack-Rezepten. Durchweg Rezepte, die ein Essen gut begleiten können und nicht selbst schon eine Mahlzeit darstellen. International inspiriert, sehr gut und praktisch beschrieben, schön anzusehen und zu handhaben.

Nachgekochte Rezepte:

Agua de Sandía (Wassermelonenshake)
Wassermelone mit Zucker und Limette, wir fanden: etwas zu viel Limette und Zucker, das hätte unsere (allerdings ohnehin besonders köstliche) Wassermelone nicht gebraucht. Bei schwächeren Exemplaren kann man so sicher den Geschmack heben.

Classic Lemonade
Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade daraus, heißt es im englischen Sprachgebrauch. Diese ganz klassische Ur-Limonade geht eigentlich immer. Das Rezept ist simpel und brauchbar – ganz ehrlich: ein Rezept brauch ich dafür eigentlich nicht, aber meine Tochter hatte es sich gewünscht. Und das Verhältnis Säure/Süße war ganz gut – wobei Zitronen ja auch immer unterschiedlich sauer und süß sind.

Geschrieben im Juni 2017