Gaston Lenôtre: Festliches Backen, Kulinarische Gartenpartie, Desserts …

Gaston Lenôtre: Festliches Backen, Kulinarische Gartenpartie, Desserts …

Katharina Höhnk

Von Katharina Höhnk

Das große Buch der Patisserie führte dazu, dass ich nach seinen weiteren deutschsprachigen Kochbüchern recherchierte. Meine Hoffnung war, dass ein ebenbürtiges Exemplar dabei sein würde. Ich fand nur Bücher, die im Internet antiquarisch angeboten wurden. Beschreibungen über die Titel hinaus gab es nicht. Gespannt erwartete ich die Büchersendungen. Es trafen drei ganz verschiedene Kochbücher ein, die zum Teil wenig mit Patisserie oder Lenôtre zu tun haben.

Adolf Andersen und Bernd Heinemann, vorgestellt von Gaston Lenôtre: Festliches Backen – Die Kunst der Konditoren (Zabert Sandmann, 1988)
Das Kochbuch konzentriert sich auf Backrezepte, Zutaten und Zubereitung. Fast jedes Rezept ist bebildert. Auch Schritte der Zubereitung werden vereinzelt per Foto dargestellt.
Folgende Kapitel enthält das Werk u. a.: „Creme- und Desserttorten“, „Sahnetorten“, „Pralinen“ und „Petits Fours“.
Im Kapitel „Sahnetorten“ sind diese Rezepte zu finden: Mandel-Schoko-Mousse-Torte, Rum-Arrak-Cremetorte, Indische Herrentorte, Braunschweiger Baumkuchentorte, Sachertorte 1 – 4, Montego-Roulade, Caracas-Torte, Trüffel-Lukull-Cremetorte, Senatorentorte etc.
Andersen und Heinemann haben dieses Buch für ihre Profi-Kollegen verfasst. Für mich sind die Torten zwar begehrenswert. Die Anforderungen übersteigen aber mein Können und meine Zeit (bis zu zwei Cremes, drei Böden und dann noch ein Guß!).
Welchen Beitrag Gaston Lenôtre für das Backbuch geleistet hat, geht nicht eindeutig hervor. Er scheint mir mehr Namensgeber für den Titel zu sein als inhaltlich Beteiligter.

Gaston & Sylvie Lenôtre: Kulinarische Gartenpartie – Unsere Familienrezepte (Christian Verlag, 1998)
Das Kochbuch enthält Familienanekdoten, Warenkunde (Früchte und Gemüse) und Rezepte. Die Kapitel lauten u. a. „Im Klostergarten von Sainte-Cécile“, „Ein Paradies in den Tropen“, „Eine Gartenlaube in der Sonne“. Einzelne Rezepte sind bebildert. Hier eine Auswahl an Rezepten aus dem Kapitel „Ein Garten in den weissen Bergen“: Maiskuchen, Polenta, Duo aus roten und grünen Linsen, Entenmagen mit weissen Cocobohnen, Suppe von Knoblauchschwindlingen, panierte Parasolpilze, Mangold mit Apfelkompottfüllung, Mangoldturban mit Polenta, Quarklaib mit Sauerampfer …
Mit Patisserie hat dieses Kochbuch wenig zu tun. Auf mich ist der Funke des Kochbuches nicht übergesprungen. Sowohl das hausbackene Erscheinungsbild als auch die sonderbaren Rezepte mit seltenen Zutaten motivierten mich nicht zum Kochen. Verpasse ich etwas?

Gaston Lenôtre: Desserts de France – Traditionelle Rezepte aus Frankreichs Regionen (AT-Verlag 1995), Goldmedaille 1996 – Gastronomische Akademie Deutschlands
Dieses Kochbuch ist meine letzte Erwerbung von Lenôtre. Es taucht nur selten auf dem antiquarischen Buchmarkt auf, habe ich festgestellt. Es enthält die französischen Patisserie-Klassiker geordnet nach Herkunftsregionen. Die Geschichte ihres Ursprungs oder die Besonderheiten sind den Beschreibungen der Zubereitung voran gestellt. Vereinzelt gibt es Fotos. Für die Bourgogne, Dauphiné, Savoie finden sich folgende Rezepte: Walnusscake, süsser Hefefladen, Kürbisauflauf, Lyoner Krapfen, Savoyer Biskuit, Pfirsiche mit Rahmquark, Rotweinbirnen, Meringuetorte …
Dieses Buch hat am ehesten meine Hoffnung nach einer Wiederholung erfüllt. Dabei fallen die Kochbeschreibung bzgl. Ausführlichkeit und Genauigkeit vergleichsweise knapp aus. Für den Erwerb ist Geduld erforderlich, denn immer mal wieder taucht ein Exemplar auf. Suchaufträge erleichtern das Warten.

Weitere Veröffentlichungen auf Deutsch von Gaston LenôtreWildspezialitäten : Jagd- und Tafelfreuden mit Alexandre Dumas“ (Christian-Verlag, 2001) – Feste und Partys la Lenôtre (Heyne, 1986) – Das Buch vom Ei (Heyne, 1990)

Veröffentlicht im Mai 2008

4 Kommentare

  1. Elke

    Festliches Backen – Die Kunst der Konditoren ist das beste Tortenbackbuch, das ich kenne. Ich habe im Laufe der Jahre sicher die Hälfte der Rezepte gebacken, alle gelungen, die Torten sind immer toll! Sachertorte mmh.., Zitronenbaisertorte, köstlich!Caracastorte..lecker, Lübecker Nußtorte…eine tolle Herbst-Wintertorte! Ein bischen zeitliche Organisation ist nötig (der Tortenaufbau ist oft ein Buttermürbeteig und Wiener Boden), aber eigentlich kann nichts schief gehen.

    • Katharina

      Dank Dir für Deine Zeilen. Ich werde es nochmal neu betrachten. 🙂

    • Stefanie

      Ja, ich stimme Ihnen vollkommen zu, versuchen Sie einmal den schwäbischen Apfelkuchen jetzt im Herbst. Köstlich, jede Schicht ist es wert zubereitet zu werden… Zeitaufwand ca. 1,5 h plus Ruhezeit für den Mürbeteig, den nen ja eh besser am Abend vorher macht. Verwenden Sie eine hochwertige Konfitüre zum Aprikotieren. Lohnt sich. Viel Vergnügen. Stefanie

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