Blogosphäre: Warum Kochbuchverlage Foodblogs ernst nehmen sollten

Blogosphäre: Warum Kochbuchverlage Foodblogs ernst nehmen sollten

Katharina Höhnk

Von Katharina Höhnk

Dies ist ein Auszug aus dem Kulinarischer Report des Deutschen Buchhandels 2009-2010Berichte von Experten zum aktuellen Stand und zur weiteren Entwicklung des deutschsprachigen Kochbuches (Kornmayer Verlag, 2009). Geschrieben habe habe ich ihn im Sommer 2009.

Kochbuchverlage stellen derzeit fest, dass der Online-Versandhandel kontinuierlich zunimmt. Aber nicht nur das: Die Kaufentscheidungen ändern sich durch das Internet. Was tun? Denn für die Ansprache der Kunden im Internet greifen die klassischen Kommunikationsmaßnahmen immer weniger. Neue Formate wie z. B. Foodblogs werden dagegen immer mehr gelesen. Aber gibt es überhaupt für Kochbuchverlage einen Grund, sie ernst zunehmen? Und welche Relevanz sollten sie haben?

Der Online-Handel setzt seine positive Entwicklung fort. Der Bundesverband des deutschen Versandhandels beziffert den zu erwartenden Zuwachs für das Jahr 2009 mit ca. 15 %. Größere Nachfrage ist im Bereich „Medien“ (Bücher, CDs, DVDs) zu verzeichnen. Hier kann der Anteil an den Gesamtbestellungen voraussichtlich auf 21 Prozent zulegen. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gibt das Wachstum des Online-Buchhandels mit 20 % im Jahr 2008 an (2007: 21 %). Der Sortimentsbuchhandel gab dafür im gleichen Jahr leicht nach.

Welche Konsumenten stehen hinter den Online-Einkäufen? Was machen Sie vor und nach dem Kauf? Der Börsenverein hat 2008 zu dem Thema eine Langzeitstudie veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Studie Buchkäufer und Leser – Profile, Motive, Wünsche steht die Frage des Marktpotenzials aufgeschlüsselt nach Sinus-Milieus. Ein Ergebnis war, dass vor allem die Modernen Performer (21,4 %), die Hedonisten (16,7 %) und die Experimentalisten (15 %) das Internet als Einkaufsstätte für Bücher bevorzugen.

Aber es wird nicht nur gekauft, sondern auch informiert. Die GDI-Studie Vertrauen 2.0, die untersuchte, welche Rolle das Internet bei Konsumentenentscheidungen spielt, beschreibt, dass die Konsumenten ihr Verhalten fundamental ändern. Das gilt nicht nur für das Einkaufen selbst, sondern genauso für die Information davor und die Bewertung danach. “Konsumenten vernetzen sich und informieren sich zunehmend unabhängig von Hersteller und Händler. Jahrzehntelang konsumierten sie, was sie kannten und was verfügbar war. Heute machen Suchmaschinen, Handelsplattformen, Preisvergleiche, Verbraucher-Urteile und Selbsthilfe-Foren den Kunden zum wirklichen König.“ (Zitat aus der Studie Vertrauen 2.0 des Gottlieb Duttweiler Institutes).

Für jeden Verlag mit kulinarischen Programm, der von der Entwicklung profitieren möchte, wird sich die Frage stellen: Wie erreiche ich die Konsumenten im Internet und wie überzeuge ich sie von meinem Angebot? Denn es konkurrieren hier 8.000 lieferbare Bücher (Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels).

Die kulinarische Szene im Internet bietet verschiedene Netzwerke: Rezept-Portale, Online-Ausgaben von Print-Magazinen und Foodblogs. Dabei erfüllen die Formate verschiedene Bedürfnisse. Während Rezept-Portale einem sehr praktischen Zweck dienen, Online-Magazine auch ihren informativen Print-Charakter widerspiegeln, stehen die Foodblogger Kochbüchern mit ihrer emotionalen Ansprache nahe. Hier findet sich die Kombination von großem Foto, persönlicher Geschichte und Rezept wieder. Und: Wer Foodblogs liest, der kauft auch Kochbücher.

Foodblogs: Werden sie überhaupt gelesen?

Die Website genussblogs.net hilft, einen Überblick über die Blogosphäre zu behalten. Bei dem Blog-Ticker sind inzwischen 851 Blogs gelistet. Nicole Stich, erfolgreiche Kochbuchautorin und Bloggerin von deliciousdays.com, stellt fest: „Foodblogging wird ein Volkssport!“ und Petra Holzapfel von chili-und-ciabatta.de, die 2004 das erste deutschsprachige Foodblog mit Text und Bild startete und als ein „Herzstück“ der Szene bestens vernetzt ist, staunt: „Da kommt man fast nicht mehr mit dem Lesen nach!“.

Aber werden die Blogs überhaupt gelesen? Die gern gestellte Frage „Lohnt es sich, sie zu lesen?“ ist nebensächlich. Die Internetnutzer haben sich bereits entschieden. Sie lesen sie und zwar viel.

Es folgt zur Illustration der Tatsache eine Auswahl erfolgreicher Blogs mit ihren monatlichen Page Impressions ( = PI, d.h. die Anzahl abgerufener Seiten. Nicht zu verwechseln mit der Anzahl der Besucher.) Zwar lässt sich über die Belastbarkeit der Größe PI streiten, aber sie ist die aktuell verwendete Standardmaßeinheit der Medienbranche. (Quelle der PI sind der Branchendienst http://topsites.blogflux.com/food-drink/ oder die Blogger selbst, die verlässliche Statistik-Tools wie z. B. Google-Analytics nutzen.)

chili-und-ciabatta.de von Petra Holzapfel: ca. 40.000 PI (Juli 2009)
deliciousdays.com von Nicole Stich: ca. 250.000 PI (Juli 2009)
foolforfood.de von Claudia Schmidt: ca. 141.000 PI (Juni 2009)
kuechenlatein (ostwestwind.twoday.net) von Ulrike Westphal: ca. 11.000 PI (Juli 2009)
lamiacucina.de (lamiacucina.wordpress.com) von Robert Sprenger:
ca. 70.000 PI (Juni 2009)
nutriculinary.com von Stevan Paul: ca. 15.000 PI (Juli 2009)

Warum Foodblogs, die es erst seit kurzem gibt, eine solche Resonanz erfahren, darüber lässt sich diskutieren. Claudia Schmidt, die als kulinarische Bloggerin, Internet-Expertin und Journalistin gleich mehrere Disziplinen vereint, denkt, dass es an der Authentizität liegt: „Der Leser guckt dem Blogger wie einem Freund über die Schulter.“

Die Food-Blogs haben sich als Medien-Angebot etabliert. Ihre Zahl und ihre Leserschaft wächst kontinuierlich. Aber welche Relevanz haben sie für Verlage mit kulinarischen Programm? Sollten sie ignoriert, nur bei Anfragen wahrgenommen oder sogar einbezogen werden?

Foodblogger als Autoren

Wer als kulinarischer Autor nebenbei ein erfolgreiches Foodblog betreibt, ist mit seinen zusätzlichen Blog-Lesern bei den Verlagen sehr willkommen. Beispiel hierfür ist z. B. Foodstylist, Autor und Blogger Stevan Paul. Seine Erzählung zum Kochen mit dem Titel „Monsieur, der Hummer und ich“ ist soeben erschienen. Ebenso können Foodblogs selbst als Quelle der Entdeckung für neue Print-Autoren dienen. Der Verlag Gräfe & Unzer geht hier voran: Dem Kochbuch von Nicole Stich (deliciousdays.com) folgt nun das Buch „Anonyme Köche“ des Bloggers Claudio Del Principe. Dazu gesellen sich viele internationale Beispiele: Molly Wizenberg (http://orangette.blogspot.com), Clotilde Dusoulier (chocolateandzucchini.com) und mehr. Schließlich werden Foodblogger selber aktiv und geben eigene Bücher heraus.

Foodblogger sind Multipikatoren

Die Leserschaft von Foodbloggern unterteilt sich in neue und wiederkehrende Leser. Letztere beweisen mit jedem neuerlichen Seitenzugriff, dass ihnen das Angebot zusagt und sie bereit sind, ihr kostbares Gut, nämlich ihre Zeit und Aufmerksamkeit, dem Blog zukommen zu lassen.

Ein Beispiel: Die Grundschullehrerin Natalie F. liest regelmäßig 2 – 3 Foodblogs. Mit der Geburt ihrer Tochter endeten ihre zahlreichen Restaurantbesuche. Stattdessen entdeckte sie das Kochen, die Kochbücher und die Foodblogs. Nach eigenen Angaben kauft sie etwa 20 Kochbücher pro Jahr, einen Teil als Geschenk für Freunde. Sie liest am Abend Foodblogs, wenn ihre Tochter schläft: „Das Tolle sind die persönlichen Geschichten zusammen mit den Bilder und Rezepten.“ Sie erzählt, dass sie bisher noch nie ein gebloggtes Rezept nachgekocht hat. Sie würden ihr vor allem als Inspiration dienen, sie machen ihr Lust auf das Kochen. Das erwartet sie auch von einem guten Kochbuch. Empfehlungen für kulinarische Titel greife sie gerne auf, so die 38-jährige. In einem spezialisierten Kochbuchladen überzeugt sie sich anschließend, ob es sich lohnt das Buch zu kaufen. Die Kriterien für sie sind neben dem Inhalt Buchgröße und Bilder. Und das sei im Internet nicht zu erkennen, sagt sie.

Gute Foodblogger genießen Vertrauen bei ihrer Leserschaft auch aufgrund des persönlichen Kontexts: Sie exponieren sich dabei mit ihrem Gesicht und Namen. Der Autor und Blogger Stevan Paul von nutriculinary.com sagt, bei einer Kochbuchempfehlung würden zwei Komponenten aufeinander treffen, Fachwissen und persönliche Anerkennung. „Das ist, als würde dir ein Freund den Tipp geben.“ Ein weiterer Vorteil ist, dass die Leser abwägen können, ob die Empfehlung auch ihren Geschmack treffen wird, denn sie haben ja weitere Anhaltspunkte ähnlich der Amazon-Funktion „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch …“.

Die Internet-Aktiven schätzen Empfehlungen von Foodblogs ebenso ein. Nicole Stich, die fast wöchentlich ein Buch bestellt, bezeichnet Rezeptempfehlungen als „Gütesigel“: „Es gibt kein größeres Kompliment, als von guten Foodbloggern als Quelle genutzt zu werden.“ Für Petra Holzapfel spielt darüber hinaus auch eine Rolle, dass die Blog-Fotos der nachgekochten Rezepte zeigen, wie die Gerichte wirklich aussehen, frei von der Inszenierung mancher professionellen Foodfotografie. Das würde etwas über die Qualität des Buches aussagen, erzählt sie.

Eine Online-Rezension bietet zudem den Vorteil, dass sie jederzeit im Internet abrufbar ist. Wenn das Print-Magazin mit der Rezension vom Leser bereits auf den Altpapier-Stapel aussortiert worden ist, dann kann er im Internet erfolgreich und schnell den Buchtitel googeln. Das Internet hat die Online-Rezension nicht vergessen.

Bisher gehen vor allem die Foodblogger auf die Verlage zu. Für Verlage stellt sich mittlerweile die Frage, wie sie auf Rezensionsexemplar-Anfragen von Foodbloggern reagieren, die ebenso wie die klassischen Medien bedient werden möchten. Eine Möglichkeit ist die Abfrage der PI, die hilft, das Foodblog als Mutiplikator einzuschätzen. Die Auskunft ermöglicht eine begründete Ablehnung mit dem positiven Zusatz „Melden Sie sich gerne wieder, wenn Sie über …. Page Impressions verfügen“ statt unhöflichem Schweigen. Ebenso viel Relevanz sollte für einen Verlag das inhaltliche Profil des Blogs haben: Werden vor allem Rezepte für süße Speisen gebloggt, dann passt eine Backbuch- bzw. Dessertbuch-Rezension zum Kontext und der Leserschaft.

Wer als Verlag seine Kommunikation mit den wachsenden kulinarischen Netzwerke im Internet sichern möchte, für den bietet es sich an, einen Foodblog-Presseverteiler aufzubauen bzw. direkt zum Telefonhörer zu greifen. Stevan Paul, der monatlich eine Kochbuchempfehlung postet, machte bisher die Erfahrung, dass Verlage sich nicht bei ihm melden: „Entweder weil sie nicht wissen, dass es mein Blog gibt, oder weil sie kein Interesse daran haben.“

Foodblogger sind Kunden

Wer als Verlag mit und über Foodblogs spricht, spricht mit sehr guten Kunden. Als Kochbuchkäufer sind die Foodblogger weniger repräsentativ wegen ihrer Sammlerneigung. Aber tendenziell bilden sie die „Vorhut“ gegenüber Kochbuchkäufern, die 2 -3 Bücher im Jahr kaufen. Nicole Stich beschreibt es so: “Wenn ich mir Jamie Oliver Nr. 5 kaufe, kaufen meine Freunde erst das Kochbuch Jamie Oliver Nr. 3.“
Petra Holzapfel kauft ca 30 Bücher im Jahr. Sie besitzt eine allseits in der Community bewunderte Bibliothek mit über 1.400 Kochbüchern. Die Mutter dreier erwachsenen Kinder kauft fast nur online ein, denn an ihrem Wohnort im Bayrischen Wald gibt es keine für sie ansprechende Quelle. Paul Stevan kauft sich eines im Monat in einem Hamburger Kochbuchladen („Da gibt es alles!“) und Claudia Schmidt sagt, dass es mindestens zwanzig Titel im Jahr sind.

Das Feedback auf Verlags-Websites

Die Foodblogger und Foodblog-Leser beschreiben den Weg von dem ersten Aufmerksamwerden bis zum Kauf als Summe von vielen Informationen: Sie lesen ein- bis mehrmals über ein Buch, suchen nach dem Autoren-Blog und studieren die Amazon-Reviews, allerdings kritisch im Hinblick auf PR-Phrasen. Ist der Kaufentschluss gefallen – spontan oder reiflich überlegt -, gehen sie in eine Kochbuchhandlung oder suchen Amazon auf. Sie nutzen fast nicht die Verlagswebsites. Nachgefragt lautet die Antwort: Zu nüchtern, zu unpersönlich, zu wenig oder kleine Bilder, keine gute Suchfunktion. Nicole Stich bringt es auf den Punkt, als sie sagt: Aus dem begehrenswerten und sinnlichen Kochbuch würde häufig auf der Verlags-Website ein Produkt werden. Die emotionale Ansprache wird vermisst.

Claudia Schmidt von Foolforfood.de fällt eine einzige richtig gelungene Verlags-Site ein: Die Micro-Site für den kulinarischen Titel „Hitze“ von Bill Buford, der im Hanser-Verlag erschienen ist (http://www.bill-buford.de). Übrigens wurden neben dem Inhalt nicht nur Pressestimmen, sondern auch Blogstimmen aufgenommen.

Konkrete Vorschläge: Persönlich, inspirierend und komfortabel

Foodblogger und Foodblog-Leser sind besonders viel im Internet unterwegs. Wer sollte besser als sie wissen, wie das Bedürfnis beim Online-Stöbern gestillt wird?

Einigkeit herrscht zum Thema „Blätterfunktion“: Sie sei unverzichtbar. Als ausreichend wird die Bereitstellung von sechs Content-Seiten und des Inhaltsverzeichnisses eingeschätzt. Stevan Paul, der monatlich einen Kochbuch-Tipp bloggt, fände eine Einbettungsfunktion klasse: So könnten die Leser seiner Online-Rezension der Service angeboten werden, im Anschluss daran in dem Buch zu blättern und sich dabei eine eigene Meinung bildet.

Natürlich geht auch mehr: Petra Holzapfel bezeichnet einen Verlag anerkennend als besonders großzügig, der von einem Buch ein komplettes Kapitel kostenlos online stellte. Würde dann noch das Buch gekauft werden? Die Antwort ist eindeutig. Das seien zwei verschiedene Welten: Das haptische Printmedium sei völlig losgelöst vom Internet zu betrachten, sagt Nicole Stich. Stevan Paul setzt fort, dass er es sich mit einem Kochbuch auf der Couch gemütlich machen möchte, das sei mit seinem Computer keinesfalls so möglich. Auch Petra Holzapfel zweifelt nicht: „Wenn ich von einem Buch überzeugt bin, ist klar: Das möchte ich haben!“ Das bestätige auch der Verlag Gräfe & Unzer anlässlich eines Vortrags auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr, der mit seinem Portal kuechengoetter.de über besonders viel Erfahrung verfügt: Sie seien erstaunt, dass die User trotzdem die Kochbücher kaufen, obgleich der Content jederzeit zum Abruf online bereit steht.

Claudia Schmidt setzt nach, die Diskussion sei überflüssig. Sie erinnere sich an die Erfahrung der Musikbranche: Die stellte nach einer Weile erstaunt fest, dass die Fans, die sich besonders viel Musik kostenlos runterladen, auch besonders viel kaufen.

Die Foodblog-Leserin Natalie F. findet, dass die Verlage von den Foodblogs lernen könnten, wie Kochbücher präsentiert werden sollten: Persönlich und inspirierend. „Ich fände es klasse, wenn jedes Kochbuch über eine Micro-Site verfügt, die die Gestaltung des Layouts aufgreift.“ schlägt Nicole Stich vor. Wenig überraschend ist, dass die Foodblogger, die sich mit Namen und Bild präsentieren, das auch von einem Kochbuchautor erwarten. Er solle ebenfalls im Mittelpunkt stehen. Das würde Vertrauen schaffen. Claudia Schmidt könnte sich für Autoren-Lesereisen begeistern, wie sie einst die legendäre Kochbuchautorin Julia Child in den 60er Jahren in den USA unternahm.

Fazit
Das Internet verändert die Informations- und Entscheidungsgrundlagen der Kochbuchkäufer. Wer als Kochbuchverlag davon profitieren möchten, sollte sich auf die neue Informationskultur im Netz einlassen, zu denen Foodblogs gehören.

Dankeschön

Den Werkstattbericht habe ich für den Kulinarischen Report des Deutschen Buchhandels 2009/20010 verfasst. Besten Dank an Petra Holzapfel von Chili und Ciabatta, Claudia Schmidt von Fool for food, Paul Stevan von nutriculinary.com und Nicole Stich von delicious days für die Unterstützung sowie Ulrike von Küchenlatein und Robert von la mia cucina.

 

Veröffentlicht im Oktober 2009

25 Kommentare

  1. stattRestaurant

    Ich denke, dass die Food Blogs früher oder später die gesamten Kochbuchverlage ablösen werden. Wir alle nutzen das Netz. Auch die Köche. Und wie man schön sieht: Gerade jetzt in diesem Moment. Es wird eine Entwicklung sein wie bei den Videotheken. Noch gibt es einige, und die Zahlen steigen. Die grundsätzliche Entwicklung wird weg vom Papier gehen. Sie hatten Ihre Zeit.

    • Katharina

      Interessanter Gedanke. Allerdings – ich würde sie so sehr vermissen. Valentinas Herz sind ja die Kochbücher. 🙂

  2. Mario S.

    Den Artikel finde ich sehr interessant. Wirklich toll geschrieben. Die Seite genussblogs.net, welche hier empfohlen worden ist, ist leider nicht mehr online.
    Zum Anderen finde ich, dass Verlage die Foodblogs nutzen sollten und diese als Werbung für Kochbüchern in Betracht ziehen. Die Verlage könnten einen kleinen Auszug aus Kochbüchern auf vielen Rezeptportalen einstellen. So werden User auf diese Kochbücher aufmerksam und das Rezeptportal hat ebenso einen Mehrwert für den User. Ist dann quasi eine Win-Win Situation.

  3. Julia

    Ich habe auch mit aktivem Nachfragen gute Erfahrungen gemacht. Bei der riesigen Zahl an Foodblogs verstehe ich, dass die Verlage etwas die Übersicht verlieren. Und ernsthafte Kriterien gibt es halt noch nicht für Blogs. Wenn man aber konkret ein Buch besprechen oder verlosen möchte, sind Verlage oft nicht abgeneigt. Ich habe dann allerdings auch immer konkret gesagt, warum ich ausgerechnet dieses oder jenes Buch besprechen will, warum das für meine Leser interessant ist u. was der Verlag davon hat. Denn es muss sich schon für beide Seiten lohnen…

    • Katharina

      In der Tat. Allerdings hat sich auch eine Menge verändert. Ich habe den Artikel für den Kulinarischen Report 2009 geschrieben, damals waren es noch andere Zeiten. 🙂

  4. Jana

    Ich rezensiere zwar hauptsächlich Romane, aber auch in dem Sektor lohnt sich das Nachfragen. Mit vielen Verlagen habe ich positive Erfahrungen gemacht, was sehr schön ist. Ich denke die Verlage haben über die Jahre einfach gelernt und verstanden, dass Blogger durchaus Meinungen vertreten aber auch beeinflussen können oder statt der Meinung eine Kaufentscheidung.

    Ich selbst lese regelmäßig Blogs über Beauty, Kochbücher & Bücher im Allgemeinen. Mir gefällt es wenn die persönliche Note des Rezensenten zum Vorschein kommt. Auch Youtube ist in diesem Bereich eine wahre Fundgrube. Auch wenn das Medium Internet immer größer wird und eine höhere Reichweite hat: Ein Buch, dessen Seiten man fühlen und riechen kann, ist hundertmal besser als eine „schnöde“ Datei auf dem Rechner, die beim Absturz „oh schreck“ noch verloren gehen könnte. Ich kann mich noch sehr gut an die Panik erinnern bezügl. er der eBooks. Viele Verlage hatten Sorge das die Printmedien sich schlechter verkaufen. Ich kenne zwar die Zahlen nicht, aber ich bin sicher das Bücher (egal ob Roman oder Kochbuch) noch immer sehr gut verkauft werden.

    Ich persönliche hole mir auf Blogs Ideen, Anregungen, Inspiration. Ich liebe es einfach auf diese Weise eine Art Austausch zu haben. Auf Rezensionen bei amazon verlasse ich mich schon lange nicht mehr so, wie auf Blogs. Die Vertrauensbasis ist eine ganz andere, immerhin habe ich bei Bloggern und Youtubern eine Person die ich sehen kann. Jemanden mit dem ich mit ggf. identifizieren kann. Das ist großartig.

    Dank Valentinas-Kochbuch habe ich mir in den letzten Monaten 10 Kochbücher gekauft. Da sage noch ein Blogs haben keine Macht über das Kaufverhalten der Konsumenten.

    Lg Jana

  5. Peter G Spandl

    Die PI-Zahlen alleine können auch nicht das Mass aller Ding sein.
    Ich selbst habe erst kürzlich damit angefangen wirklich gute Kochbücher zu rezensieren, bekomme aber bereits Anfragen von Verlagen und vor allem positive Rückmeldungen über die Art und Weise wie ich die Bücher beschreibe.
    Dabei hat mein Blog nur um die 10.000 PIs im Monat.
    Wenn ich mich als Blogger nur auf die Pressetexte stürzen würde, wäre niemandem gedient.
    Sehr interessanter Artikel oben!

  6. Lutz

    Auch wenn ich etwas spät dran bin: ich kann die positiven Erfahrungen mit Verlagen bestätigen. Leider gilt das nicht für Fachverlage, die bislang sämtliche Anfragen geblockt haben.

    • Katharina

      Jaja, ich habe lange für sie gearbeitet und kann Deine Meinung nur bestätigen. Sie sind schnarchig, die Fachverlage. (Mit Ausnahmen.)

  7. Katharina

    So ist es. Ich bin aber recht hoffnungsvoll, was den Umgang der Blogger mit dem PR-Material angeht. Wir hatten letztens schon bei Steval Pauls Nutriculinary darüber gesprochen. Letztlich sind die Blogger unmittelbar dem Feedback ihrer Leser ausgesetzt – anders bei Amazon oder bei PR-durchsetzten Zeitschriften – und das wirkt wie ein Damokles-Schwert über der Glaubwürdigkeit und bestärkt die richtige Entscheidung.

  8. Johannes

    Ja, ich sehe das auch so. Ich habe mir dafür zwei mögliche Erklärungen überlegt. Zum einen gibt es mittlerweile vermtulich eine Heerschar von PR-Leuten die ihre Tage damit verbringen Lobhymnen zu texten.
    Auf der anderen Seite gibt es auch die Leute, die sich ein teures Kochbuch kaufen ohne vorher lange nachzudenken und anschliessend eine Bewertung nach dem Motto “Was teuer war muss gut sein” verfassen um den Kauf zu rechtfertigen.

    Die Gefahr der weiteren Entwicklung besteht natürlich darin, dass Blogs, etc von professionellen Angeboten überschwemmt werden …

  9. Katharina

    Dank Dir für Deine Einschätzung, Johannes. Amazon: Den Artikel habe ich vor 2009 geschrieben. Beobachtet habe ich in den letzten 6-7 Monaten, dass die Bewertungen auf Amazon tendenziell nur noch sehr positiv sind. Sicher, nicht bei allen Kochbüchern, aber bei denen der großen Verlage. Echt schade. Das System der Amazon-Bewertungen scheint nicht mehr zu funktionieren. Hast Du das auch beobachtet?

  10. Johannes

    Die Rolle von Amazon-Bewertungen für die Kaufentscheidung ist meines Erachtens nicht zu vernachlässigen. Egal ob man das Buch schlussendlich bei Amazon kauft oder im Laden um die Ecke. Ich sehe mir fast immer zuvor die Bewertungen an.
    Blogs bieten hier die Möglichkeit sich abseits von (semi)professionellem Marketing-Geschreibe, das bei Amazon immer mehr zunimmt, weil auch die PR-Abteilungen von dem Einfluss Wind bekommen haben halbwegs valide zu informieren.
    Für aufgeklärte Kunden werden sie also zukünftig immer wichtiger werden.

  11. Stoffel

    als absoluter neuling habe ich mit offenen mund den artikel gelesen.ganz herrvoragend.stoffel

  12. Buntköchin

    Danke für den interessanten Artikel. Bezüglich Rezensionsemplare, habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass kleine Verlage mir sehr gerne welche schicken. Ganz große Verlage, haben auf meine Anfrage teilweise gar nicht geantwortet. Kochbücher aus diesen Verlage erwähne ich dann nicht, es gibt genug Gute andere. Ich denke, dass Foodblogs und das Internet überhaupt als Informationsquelle in Zukunft eine wesentlich stärkere Gewichtung finden werden. Da wird sich in den nächsten Jahren sicher noch sehr viel verändern. Liebe Grüße, Buntköchin

    • Katharina

      Daran glaube ich auch. Ich bin sehr gespannt darauf, vor allem wenn man andere Länder wie USA, GB und Frankreich im Blick hat. Herzlichst Katharina

  13. Claus

    Sehr interessanter Beitrag. Als Blog-Greenhorn ist das alles noch absolutes Neuland für mich.

  14. Katharina

    Liebe Eline, ich finde die Schnelligkeit der Entwicklung auch so beeindruckend. Ich bin mir sehr sicher, dass die Dynamik weiter an Fahrt gewinnt, insbesondere auch im Hinblick auf Zielgruppen, die sich noch nicht so nah dem Internet fühlen. Denn die Vorteile überwiegen und die Geräte werden geradezu von Tag zu Tag einfacher.
    Dir viel Spaß beim Bloggen!
    Herzlichst Katharina

  15. Eline

    Gute Analyse, Kompliment! Als ehemalige Journalistin sehe ich verblüfft, wie schnell sich die Präferenz der Leser vom Print zum Internet verlagert, egal in welcher Sparte. Seit ich selbst Foodbloggerin bin (einige Monate erst) , bin ich überwältigt von der Resonanz.
    Man hat sogar Mühe, sich vor einem allzu dispersen Publikum, das nicht wirklich zur angestrebten Zielgruppe gehört, abzugrenzen. Soll nix Schlimmeres passieren.
    Auf die Idee, Rezensionsexemplare von Kochbüchern vonVerlagen anzufordern, wäre ich nie gekommen.

  16. kochend-heiss

    Vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich finde es immer spannend, wenn ein Foodblogger ein Buch herausgibt. Leider geschieht das in Deutschland aber noch viel zu selten.

  17. Bolli

    Als Buchhändlerin möchte ich jetzt doch mal an alle Leserinnen und Leser plädieren, kauft besser die Bücher bei dem Buchhändler um die Ecke als bei Amazon! Ebenso gibt’s viele Kochbuchhandlungen online, zb Buchgourmet in Köln.
    Ihr kauft ja auch nicht Euren Steinbutt bei Aldi!
    Man sollte doch immer kleine Läden unterstüzen, als Amazon!!!

  18. Chefkoch Andy

    Also ich kann mich da auch nur anschließen. Die kleineren Verlage geben ohne großes “Zögern” gerne Freiexemplare raus, jedenfalls die, bei denen ich nachgefragt habe. Was mir in so manchem Fall auch lieber ist. Bezüglich der PIs wurde ich auch noch nie gefragt.

  19. Katharina

    chön, dass Du den Artikel um Deine Einschätzung ergänzt hast.

    Hinsichtlich der positiven Erfahrungen mit Verlagen schließe ich mich sofort an.

    Ich habe den Vorschlag PI/Rezensionsexemplaren aufgenommen, da Verlagsmitarbeiter bei meiner Vorrecherche zu diesem Artikel wiederholt den Aspekt nannten im Umgang mit Bloggern. Hierzu wurde angeführt, dass für kleine Verlage das Kontingent der Freiexemplare aus Kostengründen begrenzt werden muss und man noch keine Linie gefunden hätte, auf solche Anfragen zu reagieren.

    Bei mir treffen mitunter unaufgeforderte Bücherzusendungen ein, aber darin sehe ich keine Verpflichtung für mich. Es ist doch so wie mit Presseerklärungen, die man an viele Interessierte schickt und hofft, dass sich daraus etwas ergibt.

  20. multikulinaria

    Obwohl mein Blog noch meilenweit von oben genannten PIs entfernt ist, habe ich bisher mit Verlagen sehr positive Erfahrungen gemacht.
    Zum Einen wurde ich nicht in einem einzigen Fall nach dem Besucherstrom auf multikulinarisch.es gefragt und zum Anderen habe ich auf alle meine Anfragen immer bereitwillig und zügig Rezensionsexemplare (auch sehr preisintensiver Bücher) bekommen.

    Mir persönlich ist es lieber ich erfrage die Bücher, die ich gerade für interessant halte und meinen Lesern gern vorstellen möchte, anstatt von Verlagen angerufen zu werden oder gar Buchsendungen zu erhalten, die mich quasi verpflichten, eine Dienstleistung (für lau) zu erbringen.

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