Backbuch von Yvette van Boven: Home Baked

Backbuch von Yvette van Boven: Home Baked ★★★★★

Home Baked
Yvette van Boven
Fotos Oof Verschuren
DuMont (2015)
Mehr über den Verlag

Christiane Schwert

Von

Yvette van Boven ist uns Valentinen keine Unbekannte. Home Baked ist bereits das vierte Buch, das wir besprechen. Das Augenmerk liegt hier nun – der Titel lässt es ahnen – auf hausgemachten Backwaren. Ich bin gespannt, ob sie sich und ihrer kulinarischen Handschrift treu bleibt. Ofen vorgeheizt und frisch ans Werk!

Yvette van Bovens Bücher sind keine Leichtgewichte. Das vorliegende Buch ist gute 380 Seiten schwer. Und auch inhaltlich umfangreich. Es gibt Rezepte für Frühstücksgebäck und Brot, Cakes, Bars & Slices, Cookies, Pies (salzige und süße), Torten und Patisserie. Und, wie bei van Boven üblich, schließt das Buch mit Rezepten für den/ihren Hund. Ich bin von der Fülle der Rezepte gleich begeistert. Es gibt wirklich zu allen Bereichen, die man mit Backen irgendwie in Verbindung bringt, ein Rezept! Ich markiere munter drauf los, denn es sind ja eben nicht nur Rezepte für die sonntägliche Kaffeetafel, sondern eigentlich für jederzeit: Schoko-Krokant-Tarte mit Salzflakes, Sauerteigbrot mit Bärlauch-Feta-Füllung oder Poppyseed Popovers.

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Und auch die Autorin (links) begeistert mich: Sie trifft schon im Vorwort den richtigen Ton. Sagt, dass alles gar nicht schwer ist und sie mir die schwierigen Sachen erklären wird. Sie betont, dass „Home Baked“ Backrezepte für den ganz normalen Bäcker für Zuhause umfasst. Und gibt dann eine kurze Übersicht über die benötigten “Backzeuge“ wie Backformen und Co. Es folgen Backtipps und Infos zu Mehlsorten, Backtriebmitteln und Zuckerarten. Und schließlich Basic-Rezepte für Lemon Curd oder Nutella, für Marzipan oder Mandelmilch. Auch interessant: eine Aufführung natürlicher Farbstoffe. Und zum guten Schluss, dann geht es endlich zu den Rezepten über, ein SOS-Kapitel (Zum Beispiel: Was tun, wenn das Eiweiß nicht steif wird?).

Ich fühle mich rundum vorbereitet und starte an einem Sonntagmorgen mit den Poppyseed Popovers. Den Teig habe ich, wie im Buch angeregt, bereits am Abend vorher zubereitet. Tatsächlich sind sie dann schnell im Ofen und schmecken warm mit Butter und Marmelade einfach köstlich. Innen ganz soft und außen knusprig. Statt die Muffinform einzubuttern, nehme ich Papierförmchen. Leider kleben die Popovers total darin. Doch ich lasse mich nicht entmutigen, warum auch, mit Yvette im Hintergrund.

Zu vielen Rezepten schreibt sie einige erklärende oder auch ermunternde Worte. Oder sie schwärmt von dem folgenden Backwerk. Mir gefällt, dass sie sich und ihr Sujet dabei nicht zu ernst nimmt, sondern hauptsächlich Lust und Freude am Backen vermitteln will. Die Beschreibungen sind nicht zu lang und nicht zu kurz, dabei meist gut verständlich. Außerdem ergänzt um die Serviceinformationen nach Zubereitungs-, Geh- und Backzeit und ob ein Gericht laktose-, glutenfrei oder mit einem Zuckerersatz zubereitet werden kann.

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Auf einer Geburtstagstafel wird die Superduper Schokotorte mit Roter Bete zu einem vollen Erfolg – wenn ich auch mit der Beschreibung für Füllung und Ganache etwas gekämpft habe. Ich vermute, es fehlt der Schritt, in dem die Schokolade für die Füllung geschmolzen wird. Auch die Ganache dickte leider nicht wie beschrieben ein. Der Kuchen sah am Ende trotzdem toll aus und der Geschmack hat mich voll entschädigt. Aber auch bei Yvette sollte man also mitdenken!

Die Fotos und überhaupt die ganze liebevolle Ausstattung (ja, auch die Lesebändchen fehlen nicht!) machen aus der umfangreichen Rezeptsammlung mehr als ein bloßes Kochbuch. Es besticht nicht nur durch inhaltlichen, sondern auch durch einen ganz eigenen optischen Reichtum, der mich das Buch die letzten Wochen immer wieder gern hat zur Hand nehmen lassen. Es wird irgendwie nie langweilig. Zwischen den reinen Foodfotografien finden sich stimmungsvolle, nie kitschige Landschaftsaufnahmen oder auch Bilder von der Autorin selbst. Wobei, und das kennen wir ja schon aus ihren anderen Büchern, van Boven auch unvorteilhafte Posen nicht scheut. So wollte ich mich nicht in Schlafshirt und Schlüppi nachts vorm Ofen fotografieren lassen, Yvette lässt solch ein Foto sogar veröffentlichen. Eine entspannte Frau!

Auch in ihrem nun schon vierten Buch trägt van Bovens persönlicher Ansatz – auf gestalterischer, wie auch auf kulinarischer Ebene. Dabei mag ich die undogmatische Art der Autorin. Die Rezepte sind einfach nachzumachen, aber nicht simpel im Ergebnis. Und mit der großen Rezeptauswahl hat sie zumindest meinen Geschmack voll getroffen. Yvette hat es wieder mal geschafft! Homebaking at its best!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im April 2016

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