Backbuch von Trish Deseine: I love Cake

Backbuch von Trish Deseine: I love Cake ★★★☆☆

I love cake: Meine Lieblingsrezepte für Kuchen, Torten und Kleingebäck
Trish Deseine, Fotos Deirdre Rooney, AT-Verlag (2010)
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Sabine Cikic

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

No calorie left behind!

Die Kochbuchautorin Trish Deseine vereint in ihrem neuen Werk 140 Rezepte, die das Leben versüßen! Ein reich bebildertes Buch in sehr schöner Aufmachung, das von einfach und klassisch bis quietschbunt und originell eine Vielzahl an Ideen für unkomplizierte Kuchen, Torten und Kekse liefert. Die Rezepttexte gaben ab und an allerdings Rätsel auf.

Das neue Backbuch von Trish Deseine lässt die Herzen all jener unter uns höher schlagen, die eine Schwäche für Süßes haben, und zwar immer, nämlich vor allem auch im Alltag. Für mich kann ich schon länger beobachten, dass mein Körper eigentlich schon Ende September in den Wintermodus schaltet, d.h. das Verlangen nach Kuchen, Keksen & Co. steigt dramatisch von Tag zu Tag, wahrscheinlich proportional zu den fallenden Temperaturen, und so war es mir eine große Freude, Rezepte aus diesem hübschen Buch nachbacken „zu müssen“…

Nach kurzem Überfliegen der Tipps zu Anfang des Buches, in denen Deseine erfreulicherweise nicht allzu ausufernd die wichtigsten Backzutaten und -zubehör beschreibt, stand ich auch schon vor der Qual der Wahl, mich für einige wenige Rezepte entscheiden zu müssen, denn alles auf einmal geht nun wirklich nicht, leider. Um hier nicht falsch verstanden zu werden: die Basisinformationen und Ratschläge, die ich so halbherzig übersprungen habe, sind für blutige Backanfänger sicherlich interessant und hilfreich, bergen jedoch für die erfahreneren Bäcker unter uns nichts Neues. Eine Tatsache, die aber nicht weiter ins Gewicht fällt, denn so sind ja auch die Rezepte gemeint: einfach und unkompliziert und sämtlich ohne besondere Geräte oder Kniffe zu realisieren!

deseineDie Kapiteleinteilung ist nicht zwingend logisch, aber man kann sich immer was drunter vorstellen: „Rührkuchen“ oder „Schokoladenträume“ sprechen für sich, „Wow!“ hingegen gibt sich geheimnisvoll, aber vielversprechend. Gemeinsam mit den weiteren Kapiteln „Kekse, Schnittchen, Kleingebäck“, „Tartes à gogo“ und „My Sweet World“ vereint Trish Deseine (Foto links) zahlreiche Lieblingsrezepte, inspiriert aus aller Welt, für kleine Törtchen oder große Blechkuchen, einfache Rührteigkuchen und aufwändig geschichtete Biskuitträume, und noch viel mehr. Die Vielfalt ist wirklich verblüffend und man nimmt der sympathischen Irin, die seit mehr als 20 Jahren in Frankreich lebt, gerne ab, dass es ihr vor allem um eines geht: Freude! Freude am süßen Leben, am Backen, am Schenken und den glücklichen, dankbaren Gesichtern der Beschenkten.

Eine wahre Freude für die Leser ist alleine schon die liebevolle Typographie! Die Rezepte sind unterteilt in sehr übersichtlich gegliederte Zutatenlisten und gut strukturierte Anleitungen. Auf einen Blick erkennbar werden Zeiten für die Zubereitung, das Backen und ggf. Ruhenlassen in einem runden Kreis, der an eine Uhr erinnert, noch über dem Rezepttitel dargestellt, so dass man sogleich weiß, worauf man sich einlässt. Auch Angaben zur benötigten Backform und für wie viele Personen das Backwerk gedacht ist, fehlen selbstverständlich nicht. Dass dann auch noch jedes Rezept mit einem Foto versehen ist, macht den Spaß beim Durchstöbern des Buches perfekt!

I Love Cake ist ein ehrliches Buch, das für den unverkrampften Einsatz von Zucker steht. Die Rezepte gelingen leicht, sind unkompliziert, auch wenn es mitunter Stolperer im Detail gab (siehe Favoriten & Flops). Die Zuckermengen kann man ja nach seinen eigenen Vorlieben verändern. Ich persönlich hätte mir auch noch ein paar Rezepte für salzige Cakes gewünscht, so sehr es mich auch oft nach Süßem gelüsten mag. Aber vielleicht hebt sich Trish Deseine diese Rezepte ja schon für ihr nächstes Werk auf…

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Dezember 2010

9 Kommentare

  1. Hungry Eyes

    Kann Arthurs Tocher nur beipflichten! Außerdem: Zum Backen gehört nun Mal Zucker und der Schokoladenfondantkuchen z. B. ist nicht zu süß, sondern göttlich. Dass Deseine ihre besten Rezepte wiederverwertet finde ich auch ein Plus!

  2. Katharina

    Ich habe als Gast von Sabine die Kokstorte und Tarte absolue probiert. Bei den Rezepten fand ich die Süße intensiv, aber stimmig. Allerdings gab es ein ganzes Buffet an Kuchen und feinstem Gebäck, so dass man geneigt war eher kleine Stücke zu probieren. Dann nimmt man Süße anders wahr, finde ich. Die Kokostorte profitierte zudem von der Säure des Lemon Curd.

  3. Sabine

    Liebe Sivie, liebe Annick, dass Rezepte auftauchen, die auch schon in Trishs “Schokoladenbuch” veröffentlicht worden sind, ist mir ebenfalls aufgefallen. Da die Autorin in der Einleitung (und auch über den Untertitel des Buches) ausdrücklich betont, dass sich in “I Love Cake” alle ihre Lieblingsbackrezepte finden, möchte ich ihr an dieser Stelle keine “Seitenschinderei” unterstellen, sondern nehme eher an, dass sie eben auf die genannten beiden Schokoladenkuchenrezepte genau aus diesem Grund nicht verzichten wollte. Bei insgesamt 140 Rezepten finde ich das durchaus verzeihlich.
    Die Süße der Kuchen war zwar bei einigen der von mir getesteten Rezepte schon heftig, aber von Zeit zu Zeit finde ich das richtig lecker – die Kokostorte z.B. werde ich mir ganz sicher wieder “antun”. :o)

  4. Annick

    Nathalies Schokofondant Kuchen ist übrigens auch in dem Schokoladenbuch… Wie habt ihr übrigens die Süße der Rezepte empfunden? Briten mögen es ja gerne eine Prise süßer als wir.

  5. Dorothea

    Vielen Dank für die Rezension. Das Problem der englischen Teigmengen, die nicht in die deutschen Backformen passen, kenne ich. Die englischen Springformen haben wohl einen viel höheren Rand. Für solche Probleme sind eigentlich Kochbuchredakteurinnen zuständig, die den übersetzten Rezepttext bearbeiten. Einer geübten Redakteurin muss auffallen, dass die Zutatenmengen nicht in solche kleinen Formen passen können. Dann muss man Formen größeren Durchmessers vorschlagen oder – wenn ein evtl. vorhandenes Rezeptfoto einfach eine minikleine Torte abbildet – die Zutatenmengen runterrechnen.

  6. Arthurs Tochter

    Jedenfalls sieht sie auf dem Photo nicht so aus, als würde sie unter den großen Zuckermengen leiden. :- )

    • Katharina

      Wahrscheinlich hat sie sich da ganz der französischen Lebensart angepasst: dekadent süß und intensiv, aber für hiesige Verhältnisse “Spatzenportionen”!

  7. Sivie

    Das Rezept für die Tarte Absolue gab es mit den gleichen Mengen auch schon in ihrem Buch verrückt nach Schokolade. Wenn das auf mehrere Rezepte zutrifft, würde es mich ärgern.

    • Katharina

      Vielen Dank für Deinen Hinweis! In der Tat: hoffentlich ein Einzelfallrezept im Sinne von ultimativ-gut und nicht verbesserungsfähig. Dann könnte ich es verstehen.

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