Backbuch von Tarek Malouf & die Hummingbird Bakery: Süße Sünden

Backbuch von Tarek Malouf & die Hummingbird Bakery: Süße Sünden ★★★★★

Süße Sünden – Cupcakes, Cheesecakes, Pies & Co.
Tarek Malouf & Hummingbird Bakery, Fotos K. Whitaker, Dorling Kindersley Verlag (2012)
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Janina

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Was wäre, wenn? Was wäre, wenn Tarek Malouf seinen Geburtsort London nicht so sehr geliebt hätte? Was wäre, wenn er nie für den amerikanischen Nachrichtensender ABC gearbeitet hätte? Dann hätte er wohl nie Amerika kennengelernt und sich nie in die typischen Süßigkeiten – Cupcakes, Whoopies und Cheesecakes verliebt. Dann wäre ihm auch nicht aufgefallen, dass diese Köstlichkeiten ausgerechnet in seinem Geburtsland fehlen. Und dann, ja dann hätte er wahrscheinlich die Hummingbird Bakery nicht eröffnet und ich hielte nicht dieses wunderbare Backbuch in der Hand. Aber das “Wenn” ist nicht eingtreten, sondern das Gegenteil. Manchmal meint es das Schicksal einfach gut mit uns.

„Süße Sünden“ ist eine liebevoll gestaltete Hommage an die Hummingbird Bakery und damit an das typisch amerikanische Backwerk. Beim ersten Durchblättern habe ich beinahe das Gefühl, in dieser hübschen kleinen Bakery direkt in London zu stehen, um mich herum Vitrinen mit den köstlichsten Cupcakes und Cookies, und mit der einen Frage im Kopf, die alle anderen zurückdrängt: „Was soll ich als erstes probieren?“

Die Kapiteleinteilung ist ganz im Sinne des Titels gestaltet. Denn wann erliegen wir alle am häufigsten den „süßen Sünden“? Genau, an jeglichen Festtagen und denen dazwischen. Entsprechend heißen die Kapitel „Valentinstag“, „Frühlingsgebäck“, „Muttertag & Vatertag“, „Ostern“, „Sommer auf dem Kuchenteller“, „Für besondere Anlässe“, „Trost für verregnete Tage“, „Halloween“ und „Weihnachten“. Sehr praktisch finde ich die „Basics für Bäcker“, die sich der Rezeptsammlung anschließen. Was muss ich beim Einkaufen beachten? Welche Milchprodukte eignen sich am besten? Und was muss ich über Frosting wissen? – Diese und viele weitere Fragen beantwortet mir dieses Kapitel.

Zugegeben, das pinke Cover, auf dem ein einzelner Schokocupcake prangt, verleitet dazu, einzig Cupcakes und vielleicht noch – es ist ja quasi ein amerikanisches Backbuch – Cheesecakes und Cookies zu erwarten. Aber weit gefehlt. Zu meiner Überraschung finde ich neben den Klassikern auch Kokos-Erdbeer-Riegel, Rhabarber-Mandel-Kuchen und Pfirsich-Himbeer-Tarte. Mit dieser Vielfalt hätte ich nicht gerechnet.

Dass dieses Backbuch mit viel Liebe und Sorgfalt gestaltet wurde, zeigt sich aber auch an den Rezepten. Sie sind klar formuliert, der Text erstreckt sich selten über eine Seite hinaus und tatsächlich birgt jedes Rezept eine Gelinggarantie. Vor mir liegt kein zusammengeschustertes Backbuch, sondern ein oft erprobtes Machwerk, so wünsche ich mir das.

Allerdings reduziere ich für meine sparsam süßsozialisierte Zunge Füllung und Frosting um die Hälfte der Zutaten und den Puderzucker auch noch manchmal um mehr. In Amerika ist süß einfach süßer als hier. Marshmallow-Fluff gibt es übrigens in American-Foodstores aber auch im Internet bei amazon. Wer, so wie ich, keinen amerikanischen Gaumen hat, der kann Cupcakes und Whoopies getrost links liegen lassen und hat dennoch jede Menge Alternativen, z. B. in Schokoladenkuchen mit Kaffee oder Muffins mit Schinken, Erbsen und Feta.

Die Fotos letztlich sind einfach zum Reinbeissen. Krümelige Kuchenteller und angebissene Kekse wirken, als wären sie während eines Kaffeeplauschs mit einer guten Freundin entstanden – allerdings in einem kleinen Café, mit sehr gutem amerikanischen Gebäck irgendwo in London…

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im März 2013

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