Backbuch von Åsa Swanberg: Süße Liebe

Backbuch von Åsa Swanberg: Süße Liebe ★★★★☆

Süße Liebe – Kuchen, 

Torten und andere  Köstlichkeiten
Åsa Swanberg, Malou Holm
Lifestyle Busseseewald (2013)

Annahita Aryafar

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Sich in einem Bild verlieren – kennen Sie das? Wenn ich lange genug auf einen Monet schaue, schwimme ich in den Farbtupfern und vergesse meine Umgebung. Eine ähnliche – genüssliche – Wirkung hatte „Süße Liebe“, ich kam mir sogar ein bisschen vor wie in Marie Antoinettes Privatgemächern, umringt von goldenen Baisers und blumenverzierten Torten.

Ein Backbuch, das seinesgleichen sucht. Auch ohne daraus nachzubacken, kann ich dem Autorinnen-Duo Asa Swanberg und Malou Holm in einer Kategorie den ersten Platz vergeben: für die schönsten Fotos! Obwohl dabei auch dem Fotografen Wolfgang Kleinschmidt Respekt gebührt, hat er doch die appetitlichen Schätze in Szene gesetzt  und beim Styling mitgemischt.

Erst das Auge, dann der Genuss

Seite um Seite verlocken himmlische Kuchen und Kekse bezaubernd und adrett mit Glitzer und Perlen, ohne dabei zu kitschig zu wirken. Nunja, das ist bestimmt Geschmacksache. Es gibt wohl den Ein oder Anderen, dem das die Deko ein bisschen „tooo much“ daherkommt, aber für mein Empfinden ist sie gerade perfekt. So perfekt, dass es dem Auge schwer fällt, zu rasten; es verschlingt geradezu die Madeleines und Prinzesstörtchen und träumt vom nächsten Bild.

Ordnung gewinnt das Buch durch die Unterteilung in Schokolade, Weisses, Nüsse und Früchte, farblich hervorgehoben durch das Papier und die Hintergrundtöne. Nachdem ich gierig gute 30 Mal das Buch durchblättert hatte, konnte ich mich auch endliche auf die Rezepte konzentrieren – und da fiel mir eines auf: nicht jedes war so verzückend, wie das Bild zu glauben machen schien. Aber vielleicht tu ich ihnen auch Unrecht: eine klassische Madeleine ist eine gute Madeleine, solange sie lecker ist! Es muss nicht immer außergewöhnlich sein, mit Lavendel, Praliné oder Zitronenthymian. Neben den Klassikern tummeln sich zu meiner großen Experiementier-Freude außerdem Rezepte, die nicht nur durch ihre Optik, sondern auch durch die Komposition Lust auf’s Nachbacken machen: Pistazientörtchen, Himbeerbiskuits und Charlotte Russe sind da nur wenige Beispiele …

In der Küche ist allerdings Obacht geboten: entweder lässt man dem Perfektionisten in sich freien Lauf und formt und dekoriert akribisch, um dem Foto nachzueifern, oder aber man gibt sich damit zufrieden, dass die Zuckerperle vom Onlineversand nicht bestellt werden konnte und Puderzucker als Alternative herhalten muss.

Abgesehen vom visuellen Aspekt hat das Autorinnen-Duo Wert auf Struktur und simple Anleitungen gelegt. Die Aufzählung der Zutaten richtet sich danach, wann sie verarbeitet werden und anders als in manch anderen Büchern gibt es hier keine (überflüssigen) Texte, die von den Schritten ablenken oder die Seiten zusätzlich füllen.

Finesse, die Handarbeit einfordert

Persönlich konnte ich mich vom ersten Augenblick an für „Süße Liebe“ begeistern. Die einzelnen Rezepte unterscheiden sich in ihren Schweregraden, beeindrucken durch ihr Endresultat aber so, als hätte man Stunden um Stunden gerührt und geknetet. Dass viel Handarbeit für den letzten Schliff drinsteckt, macht die einzelnen Desserts zu Besonderheiten, sie strahlen eine Finesse aus, die eine gewisse Wertschätzung auslöst. Dabei kommt es darauf an, für welchen Anlass gebacken wird, denn ich kann mir so manche Köstlichkeit durchaus auf einer Hochzeitstafel oder dem Silvesterbuffet vorstellen.

Klar muss man auf ein bisschen „Schi-Schi“ und Luxus stehen, aber für Gäste gibt man sich gerne ein wenig mehr Mühe und die freuen sich über das gewissen Extra. Und auch wenn es nur für den Keks am Nachmittag ist, kann man sich pfiffige Ideen holen – es muss nicht immer nur Puderzucker sein.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Dezember 2013

3 Kommentare

  1. Claudia

    Ich möchte am Wochenende die Pistazientörtchen machen. Müssen diese wirklich in die Gefriertruhe? Ich habe eine feste Folie gekauft und ich hoffe das klappt alles. Kannst Du mir ein paar Tips geben? Sollen für ein Menü als Abschluss dienen und ich muss das Dessert auch noch transportieren 🙂

    Liebe Grüsse von der aufgeregten Claudia

    • Annahita

      Liebe Claudia,
      meiner Erfahrung nach sollte man Törtchen, deren Mousse auf der Basis einer Sahne-Gelatine-Masse besteht, zum Anziehen immer min 2 Stunden in die Gefriertruhe stellen. Natürlich nicht zu lange, sonst bilden sich Kristalle, die nach dem Auftauen das ganze Gebilde „schmelzen“ lassen, also eher wässrig und auslaufend als stabil und moussig. Die hier angegebenen 4 Stunden hatte ich gerade knapp eingehalten, hat trotzdem funktioniert.
      Dass Du die Folie gekauft hast ist super, weil das gerade bei so einer festlichen Präsentation ein sauberes Ergebnis zaubert! Viel Spaß beim leckeren Menü und lass uns doch wissen, wie es angekommen ist 🙂

      • Claudia Zeiser

        Liebe Annahita,
        vielen Dank für die Info. Leider hab ich das Dessert schon vor Deiner Antwort machen müssen und war mutig. Ich hab den Boden und die Pistazienmasse am Abend vorbereitet und dann über Nacht in den Kühlschrank getan. Sie wurde Gott sei Dank fest dank der Folie blieb alles stabil und am nächsten Tag den Schokoabschluss 🙂 Die Konsistenz war klasse und das Törtchen war optisch ein Knaller. Geschmacklich sehr fein aber nächstes Mal würde ich es kleiner machen, weil mir zu üppig. Vielen vielen Dank für die liebe Unterstützung. Ich liebe diesen Blog und schaue täglich rein 🙂

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