Backbuch von Mima Sinclair: Pfefferkuchen Wunderland

Backbuch von Mima Sinclair: Pfefferkuchen Wunderland ★★★★★

Pfefferkuchen Wunderland –
30 zauberhafte Rezepte
Mima Sinclair
Fotos Tara Fisher
Hölker Verlag (2016)
Mehr über den Verlag

Sabine Cikic

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Ganze Pfefferkuchen-Landschaften, aber auch viele Rezepte für den Alltag im Advent, der ja mehr Süßes als üblich vorsieht, beschert uns Mima Sinclair in ihrem zauberhaften Büchlein Pfefferkuchen Wunderland.

Die in London lebende Foodautorin präsentiert hier 30 Rezepte, die die Winterzeit versüßen. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass es sich bei Pfefferkuchen um Dauergebäck handelt und dass sie ursprünglich „erfunden“ wurden, um die Menschen durch die kalte, entbehrungsreiche Jahreszeit zu bringen.

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Klein, aber fein

Was mir besonders gut gefallen hat, ist, wie die Autorin auf wenigen Seiten nützliche Informationen unterbringt, die sitzen.

Mima Sinclair (links ein Foto von ihr) startet mit zwei Grundrezepten für hellen und dunklen Lebkuchenteig. Es folgt eine Seite mit Erläuterungen, wie die Rezepte an spezielle Bedürfnisse (glutenfrei/laktosefrei/eifrei) angepasst werden können.

Dann eine ganze Seite, die erläutert, was genau Melasse ist, wie sie hergestellt wird und welche Unterschiede es gibt. Das ist sehr nützlich, wenn man mal wieder ein britisches Backbuch in Händen hält und wissen möchte, was Treacle ist. Melasse kann übrigens auch sehr leicht durch diverse hiesige Rübensirupe oder Honig ersetzt werden (der Geschmack ist dann natürlich ein wenig anders).

Auch Tipps für den Umgang mit dem Teig sowie das Backen fehlen nicht (zwei Seiten), dann noch ein Grundrezept für Eiweiß-Zucker-Spritzglasur (Royal Icing), in dem Sinclair beschreibt, wie man verschiedene Konsistenzen erhält, um damit unterschiedliche Arbeiten am Gebäck ausführen zu können, und dann geht es auch schon los mit den Rezepten.

Handwerkliches Geschick

Die Rezepte richten sich an Eilige und handwerklich Geschickte gleichermaßen und das Schöne ist, dass man es dank der stimmungsvollen Fotos von Tara Fisher auch gleich sehr gut einschätzen kann, in welche Kategorie das Rezept einzuordnen ist: Komplizierte Bauten gehören eher in die Hände Geduldiger.

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Denn natürlich hätte ich mir für den Anfang was Einfaches, Schnelles rauspicken können, z. B. die sehr hübschen Baumanhänger (noch zu früh), oder die entzückende Lebkuchenfamilie, für die man nur den Teig mit entsprechenden Formen ausstechen und nach dem Backen dekorieren muss.

Oder die Lebkuchen-Streusel-Tarte mit Äpfeln, die Lebkuchen-Schnecken (wie Zimtschnecken, aber mit Lebkuchengewürzen), oder die Lebkuchen-Cupcakes mit Schoko-Buttercreme (auch solche Rezepte gab es nämlich in der sorgfältig kurierten Auswahl).

Natürlich fehlen auch Lebkuchenhäuser nicht. Hier kann man sich dank Sinclairs Anregungen ganze Städte erschaffen, sogar ein Londoner Stadthaus (Foto oben) ist dabei.

Aber nein! Wie unsportlich! Wenn schon, denn schon!

Aber nee, nee, für mich müssen es einfach die Tassenhäuschen sein. Der Teig gelingt auf Anhieb und schmeckt köstlich. Hier sei darauf verwiesen, dass der englischsprachige Originaltitel des Buches „Gingerbread Wonderland“ lautet. Das heißt natürlich, dass in die Lebkuchenteige von Mima Sinclair auch – wie traditionell üblich – sehr viel Ingwerpulver hineinwandert. Das mag manchem zu viel sein, daher lieber mit einer kleinen Menge starten und beim nächsten Mal ggf. die Menge erhöhen.

Das Arbeiten mit dem Teig machte einfach Spaß. Er lässt sich  wunderbar ausrollen, ausstechen und backen (unbedingt die Anweisungen zum vorherigen Kühlen beachten). Und das Zusammenkleben und Dekorieren ist dann eigentlich das größte Vergnügen …  Nun ja. Ganz ehrlich? Das Rezept ist für 16 kleine Häuschen berechnet und das Ausschneiden der vielen kleinen Hausbauteile dauerte mir doch etwas zu lange, und außerdem wollten meine Lebkuchen-Formen auch zum Einsatz kommen, so dass ich die Bautätigkeit schließlich einschränkte. Ganz anders beim Weihnachtsbaum: kleiner Einsatz, große Wirkung.

Im Mittelpunkt von Pfefferkuchen Wunderland steht der Lebkuchen, vielfältig interpretiert und bespielt. Die Fotos begeistern, die Rezeptauswahl der Autorin ist klein und sehr kreativ. Letzteres zeichnet das Buch aus. Auch Kuchen, Cupcakes und Sirup haben es in das hübsche Büchlein geschafft, so dass das Thema hier seine Meisterin findet.

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Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im November 2016

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