Backbuch von Laura Seebacher: LiebesBisschen

Backbuch von Laura Seebacher: LiebesBisschen ★★★★☆

LiebesBisschen
Traumhaft backen leicht gemacht

Laura Seebacher, Fotos Elissavet Patrikiou
GU Verlag (2013)
Mehr über den Kochbuch-Verlag

Annahita Aryafar

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Was bekommt man, wenn man die Leidenschaft für Design mit der Leidenschaft für’s Backen in einer Person kombiniert? Bingo, Laura Seebacher! Und dazu ein Buch, das mit Torten, Cupcakes und Co wahre Hingucker kreiert. Und dass die Autorin nicht nur mit der Optik punkten kann, sondern auch mit dem Geschmack, beweist uns der Erfolg ihres kleinen Cafés mitten im Schanzenviertel Hamburgs! Gelingen die „kleinen lieben Bisschen“ denn auch daheim?

Laura Seebacher ist mir sympathisch. Sehr sogar. Denn auch sie scheint geplagt von zu vielen Hobbys, zu vielen Interessen, zu vielen Zukunftsträumen. Erst das Studium des Textil-Managements, dann die Ausbildung an der Le-Cordon-Bleu Kochschule und im Anschluss die Eröffnung ihres eigenen schnuckeligen Cafés im Szeneviertel Hamburgs – so allein bin ich scheinbar nicht mit dem Werdegang um tausend Ecken. Mit „Liebes Bisschen“ hat sie sich auf Cupcakes professionalisiert, im Buch dagegen lachen mir adrette Entremets, Tuxedo -Torten und bunte französische Nougats entgegen. Dass sich das Studium allemal gelohnt hat, wird spätestens jetzt klar, denn Auge und Verstand sind getunet auf perfekte Form, Glanz und Verspieltheit.

In einem Einleitungskapitel erfahren wir Basic-Rezepte und Anleitungen zu Fondants und Spritzbeulten, interessant wird es aber in den folgenden Kapiteln. Kekse tummeln sich in „Kleine Sünden“, Macarons in „Süße Teilchen“, Torten und Entremets in „Kuchen“ sowie echte Hingucker im Kapitel „Haute Coutoure“ – Treffer!

seebacher-websiteFast nostalgisch werde ich, als mir auffällt, dass unter jedem Rezept die wichtigen Utensilien aufgelistet werden – etwas, das man im Cordon-Bleu lernt, denn vorausschauend und organisiert in der Küche zu arbeiten, ist die halbe Miete! Und dass Frau Seebacher strukturiert zu arbeiten gelernt hat, vermittelt sie auch in den Anleitungen, die Schritt für Schritt abgehakt werden können. Der Ofen wird nicht unnötigerweise bereits zu Beginn vorgeheizt, sondern erst, wenn es tatsächlich so weit ist – das nervt mich immer ungemein, wenn mein Ofen noch vor allem anderen angeschmissen wird und der Teig dann doch noch 2 Stunden im Kühlschrank ruhen soll! (Screenshot:  Website der Autorin)

Zugegeben, wer sich an die Rezepte macht, sollte nicht ganz Anfänger sein, denn sowohl die oben erwähnte Organisation in der Küche als auch der Aufwand wollen bekannt sein – aber dafür lohnt es sich, denn die Resultate sind höchst zufriedenstellend (persönliche Anmerkung: nicht selten bin ich am Ende quietschend vor Freude umhergehüpft, weil die Leckerbissen so herrlich süß aussahen)! Auf die Mottokuchen des letzten Kapitels habe ich mich noch nicht gestürzt, aber mit den detaillierten Fotos habe ich auch davor keine Sorge, denn im Grunde sind es die Basis-Rezepte für Wiener Böden und Eiweißspritzglasur, die durch die Dekoration aus Rollfondant und einer gehörigen Portion Sinn für Ästhetik zu Augenschmankerln aufgepeppt werden.

Einzig der britische Einschlag ist etwas, das mir mit der Menge an Fondants und Cupcakes zu übermannend wurde, bin ich doch eher Fan der französischen Patisserie – Liebhaber der English Tea Time werden sich daran bestimmt nicht pikieren.

Ein tolles Buch für süße Eyecatcher – definitiv gedacht für Hobby-Patissiers und Geübte, aber mit ein bisschen Zeit gelingen die süßen Teilchen bestimmt!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im März 2014

Meistgelesen

Themen A-Z