Backbuch von Ilse König: Flache Kuchen

Backbuch von Ilse König: Flache Kuchen ★★★★☆

Flache Kuchen: Tartes, Galettes, Blechkuchen und mehr
Ilse König, Fotos Inge Prader, GU Verlag (2010)
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Patricia Rahemipour

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Ilse Königs Flache Kuchen ist ein Buch für alle, die keine Kuchen mögen. So absurd es klingt, hier werden die Liebhaber des Einfachen bedient, denen eine Torte immer zuviel des Guten ist. Dieses Buch begleitet von A bis Z den ambitionierten Bäcker wie den neugierigen Laien.

Die Autorin stellt in ihrem Backbuch eine bunte Mischung von Rezepten vor, denen gemein ist, dass es sich um flaches Gebäck handelt. Das bezieht sich aber keineswegs auf den Geschmack, sondern lediglich auf die Form. Und tatsächlich überschritt keines der ausprobierten Rezepte eine Höhe von 5 cm. Aus meiner Sicht ein echtes Qualitätsmerkmal. Aber nicht nur das, Ilse König will auch aromatisch nichts Überfrachtetes liefern. Und auch dieser Absicht bleiben die 76 verführerische Kuchen nahezu allesamt treu. Dabei ist die Palette breit. Es findet sich die Tarte au citron ebenso wie der Topfenkuchen, leckere Obstmürbchen und auch ein paar interessante Varianten herkömmlicher Klassiker wie etwa der Marmor Cheesecake. Auch Ungeübten dürften die vorgestellten Rezepte gelingen. Die Beschreibungen sind genau, die Mengen stimmen ebenfalls, nur die Zeitangaben manchmal zu engagiert. Es wurde nicht nur geschmacklich, sondern auch sonst auf jede Form von Firlefanz verzichtet, aber an das Nötigste eben doch gedacht: Das Backbuch schließt mit nützlichen Hinweisen zu Backformen, dem Herstellen eines Mürbeteigs sowie einfachen Grundrezepte und netterweise „Übersetzungen“ wie z. B. dass Topfen Quark ist.

Alles in allem kann man sich mit den Erläuterungen gut gerüstet den Rezepten stellen. Und genau das habe ich getan. An einem Sonntag mit Besuch, der sonst in den Genuss der besten Waffeln der Welt gekommen wäre. So sollte es also der beste Kuchen sein. Ich gestehe, es war ein bisschen aufregend. Die Bäckerei ist eigentlich nicht so meine Sache, nur bei Waffeln bin ich immer auf der sicheren Seite. Doch mit Frau König an der Seite – das kann ich jetzt im Rückblick bestätigen – ist man auch auf der sicheren Seite. Der Apfelkuchen also. (Leichte Obstkuchen sind ja eine sträflich unterschätzte Gattung, die in diesem Buch völlig zu recht rehabilitiert wird.) In nahezu der angegebenen Zeit habe ich den Kuchen zubereitet. Äpfel drauf, Creme fraîche dazu und schon ging es ab in den Ofen. Die Angaben waren exakt und das Ergebnis war köstlich. Es hat die besten Waffeln der Welt ein wenig von ihrem Platz vertrieben. Auf den Apfelkuchen folgten nämlich noch einige Rezepte von Ilse König, bevor die Waffeln wieder zum Zug kamen.

Eine wirklich gute, empfehlenswerte Rezeptsammlung für die Puristen unter den Kuchenbäckern. Nur eines fiel auf: Die Schlichtheit, die die Kuchen so besonders macht, ist in der Gestaltung des Buchs nicht immer gelungen. Hier hätte man durchaus mehr mit dem Konzept der Einfachheit spielen können, es überzeichnen oder noch schlichter darstellen können, finde ich. So wird es schwer für die Flachen Kuchen aus der Masse der Torten, Baisers und Patisserien hervorzulugen…

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im März 2011

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