Backbuch von Cynthia Barcomi: Cookies

Backbuch von Cynthia Barcomi: Cookies ★★★★★

Cookies
Cynthia Barcomi
Fotos Maja Smend
Mosaik Verlag (2015)
Mehr über den Verlag

Isabel Geigenberger

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

KEEEEKSE!!! Die Krümelmonster in meiner Familie hatten ihre helle Freude an dieser Sammlung runder und eckiger Köstlichkeiten. Nicht nur, wenn auch vor allem amerikanisch, stets gelungen, vielfältig.

Ja, uns Berlinern ist Cynthia Barcomi ein Begriff. Gleich zu Beginn meiner Berlin-Zeit wohnte ich um die Ecke ihres Stammlokals in der Bergmannstraße. Durch die Tür drang zwar vor allem der Geruch aus der Kaffeerösttrommel, doch wusste ich immer: mit ihren Backwaren konnte ich nicht nur mich belohnen, sondern auch angelsächsische oder amerikanische Gäste mit Heimweh-Kost beglücken. Sei es Lemon Tarte, Cheese Cake, Death by Chocolate, Cookies oder Brownies – stets köstlich und authentisch.

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Heiter mit Stil

Mittlerweile sind viele amerikanische Spezialitäten Standard und ich habe in hippen Bezirken Mühe, auch mal einen deutschen Käse- oder gar Marmorkuchen zu finden. Leider werden diese Importe oft auch schmeckbar mit Fertigmischungen produziert – aber sicher nicht bei Cynthia!

Cookies ist das fünfte Buch, das Frau Barcomi auf den Markt bringt, davon sind vier Backbücher und eines ein Kochbuch. Allesamt hier bei Valentina besprochen und alle gut! Das erste bereits mit 5 Sternen. Ich persönlich war noch unerfahren mit ihren Rezepten und widmete mich also ganz frisch dieser Erfahrung. Aufmachung, Format, Stil und Verlag bleiben gleich und bewährt: große Fotos von Backwerk und Autorin, gerne auch in ihren Cafés, stets heiter und nicht zu sehr inszeniert.

So viele Rezepte probiert wie nie

Nach einigen persönlichen Worten und Erinnerungen gibt uns die Autorin verschiedenste Tipps und Regeln zum Backen, aber auch Aufbewahren, Versenden und Verschenken von Cookies. Die Kapitel und Keks-Namen sind immer zweisprachig: Free Form and Drop Cookies (Schnelle Cookies), Coffee and Tea Cookies (Cookies zum Kaffee oder Tee), Refrigerator Cookies (Kühlschrank-Cookies), Gluten Free (Glutenfreie Cookies), Bar Cookies (Cookie-Schnitten), X-Mas Cookies (Weihnachts-Cookies), Savory Cookies (Herzhafte Cookies), International Cookies (Cookies aus aller Welt). Die schnellen und die Kühlschrank-Cookies wurden unsere bevorzugte Spielwiese.

Selten habe ich von einem Rezensionsbuch so viele Rezepte probiert. Nicht nur die drängenden Süßschnäbel der Familie waren daran schuld, sondern auch die Einfachheit und Gelingsicherheit der Rezepte. Außerdem sind die Mengen so klein, dass sie schnell gemacht und schnell verzehrt sind.

backbuch-cynthia-barcomi-cookies-websiteMeine Lieblinge: Refrigerator-Cookies

Zumeist werden zunächst Mehl, Natron und Salz vermengt, Butter, Zucker und Ei in der nächsten Schüssel cremig geschlagen und zu guter Letzt alles samt Nüssen, Schokostücken etc. vermengt. Besonders haben es uns die praktischen Refrigerator-Cookies angetan, bei denen der zur Rolle geformte Teig im Kühlschrank darauf wartet, in Scheiben geschnitten und gebacken zu werden. So kann man im Handumdrehen auch spontane Gäste verwöhnen und hat immer frische Kekse.

Anfangs schluckte ich noch manchmal angesichts der verwendeten Schokoladenmengen. 300g Schokolade sind da schnell mal zusammen. Aber es sind halt Cookies und kein Rührkuchen. Da steckt einfach von allem mehr drin: mehr Schokolade, mehr Zucker und mehr Salz. Und Frau Barcomi empfiehlt von Herzen, sich an die angegebenen Mengen zu halten und lieber kleinere Kekse zu backen (und dann nicht zwei zu essen ;-)). An die stets reichlich vorhandene Salzmenge hab ich mich schnell gewöhnt, gehört doch auch die dunkle Schokolade von L…t mit Meersalz zu meinen Favoriten.

Über das Auseinanderlaufen

Der einzige Kritikpunkt an meinen Cookie-Exemplaren ist vielleicht, dass sie mal zu wenig auseinanderlaufen und mal zu viel. Könnte vielleicht auch am verwendeten Zucker liegen. In den Rezepten wird zumeist Muscovado-Zucker verwendet. Nach meiner Erfahrung gibt es da jedoch sehr unterschiedliche Farben und Qualitäten. Leider äußert sich Frau Barcomi nicht zu diesem Themenkreis, bietet allerdings auf ihrer Homepage – unter vielen anderen Produkten – auch den von ihr präferierten Bio-Muscovado an. Spaß haben mir auch die Amerikaner gemacht, zum ersten Mal selbstgebacken und mit diesem ganz speziellen Aroma.

Ganz toll sehen bei den salzigen Rezepten die Pesto Twists aus, da brauche ich aber noch anspruchsvolle Abendgäste – meine verwöhnte Familie weiß die Mühe manchmal nicht zu schätzen. Und zu Weihnachten wird das entsprechende Kapitel getestet, auch die Schokoladen-Muffins und italienischen Biscotti stehen noch auf der Liste! Dieses Backbuch werde ich jedenfalls immer wieder gern zur Hand nehmen, vielen Dank, Frau Barcomi!

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im September 2015

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