Backbuch: Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen

Backbuch: Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen ★★★☆☆

Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen
Bassermann Inspiration (2013)

Patricia Drewes

Von

Drei Sterne: Hat Stärken, aber überzeugt nicht ganz.

Eine Tasse Kaffee, Tee oder Kakao und dazu ein Keks oder Cookie (oder zwei bis drei) – dieses Ritual läutet in unserer Familie nach der Heimkehr der Kinder aus Schule und Kindergarten den Nachmittag ein. Darum ist unsere Keksdose stets gut gefüllt, zumeist mit selbstgebackenen Leckereien. Auf der Suche nach Inspiration abseits von Chocolate Chip Cookies und Heidesand nahm ich das Rezensionsangebot für das Kochbuch „Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen“, herausgegeben von Bassermann Inspiration, gern an.

Beim ersten Durchblättern stellte ich erfreut fest, dass es sich nicht um ein Weihnachtsbackbuch handelt. Cover und Fotografien sind in dezenten Pastelltönen gehalten, der reichlich bemessene Weißraum auf den Seiten trägt dazu bei, dass das Betrachten der hübsch dekorierten und drapierten Kekse einen sehr ausgleichenden Einfluss auf das Seelenleben ausübt (Kann das Betrachten von Backbüchern blutdrucksenkend wirken?). Vermisst habe ich allerdings die persönliche Handschrift eines menschlichen Wesens, das seine Verbundenheit zum Backen in einem kurzen Vorwort zum Ausdruck bringt, die Rezepte mit einem Nebensatz kommentiert, auch mal dekorativ einen Keks zerkrümelt oder einen Teil der Cookies etwas zu braun oder schief backt – die (Food-)Fotografien wirken auf mich etwas zu perfekt und damit ein wenig altbacken. Darüber hinaus stehen nicht immer die Kekse im Vordergrund – beim Betrachten mancher Fotos habe ich mich dabei erwischt, die Sofas, Sessel, Tischdecken und Tapeten hübscher zu finden als die am Bildrand geparkten Cookies.

Unterteilt ist das Backbuch in drei große Kapitel: Mit Frucht und Nuss, schlicht und einfach, eingehüllt und gefüllt. Überzeugt hat mich diese Grobgliederung nicht, denn Frucht und Nuss spielen in allen drei Kapiteln eine große Rolle, und wo die Ausstechplätzchen im dritten Kapitel „eingehüllt und gefüllt“ sein sollten, hat sich mir auch nicht erschlossen. Möglicherweise wäre die Unterteilung gemäß der Leckereien im Buchtitel sinnvoller gewesen.

Nun aber zum Positiven: Die Zutatenlisten wie die Backanleitungen sind in Form und Inhalt sehr übersichtlich gestaltet und erfordern keine Tagestouren zu entfernt gelegenen Delikatessenläden oder umfangreiche Online-Bestellungen. Die meisten Zutaten sind im Durchschnittssupermarkt erhältlich. Im Hinblick auf den nahenden Frühling hat mich sehr zufrieden gestimmt, dass zahlreiche Rezepte einen fruchtigen Einschlag haben. Banane, Aprikose, Apfel, Ingwer, Feige, Limette, Zitrone, Passionsfrucht – das klingt hell, fröhlich und nach einer Intensivtherapie gegen winterliche Depressionen. Auffallend auch die häufige Verwendung von Kaffeeweißer – eine Zutat, der ich beim Backen bisher noch nicht begegnet bin.

Meine Nachbackerlebnisse waren nicht uneingeschränkt positiv. Während die Limetten-Cookies mit Schmand, die Dattelplätzchen mit Sesam, die Blaubeer-Mandel-Cookies und die Tiramisu-Küsschen spontan mein Herz eroberten, hantierte ich im Falle der Apfelbatzen frustriert mit einem viel zu trockenen und groben Teig herum und war geschmacklich wie optisch arg enttäuscht von den Schokoladenküssen, die auf dem Backblech auseinanderliefen wie Oblaten und schmeckten wie zu hart geratene Lebkuchenmänner. Weil ich aber so schnell nicht aufgebe, habe ich mir als nächste Herausforderung für den Sonntagnachmittagskaffee das Spritzgebäck mit Mandarinencreme vorgenommen, und ich bin guter Dinge.

Alles in allem ist „Plätzchen, Kekse, Cookies und Makronen“ zwar kulinarisch gesehen ein inspirierendes Backbuch, dem es für mein Empfinden zum einen ein wenig an Persönlichkeit mangelt, zum anderen wirkt das eine oder andere Rezept nicht gründlich genug getestet.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im April 2014

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