Backbuch: Dr. Oetker Zupfbrote

Backbuch: Dr. Oetker Zupfbrote ★★★★☆

Dr. Oetker Zupfbrote
Fotos Fotostudio Diercks
& Walter Cimbal
Zabert Sandmann Verlag (2017)
Mehr über den Verlag

Simone Brokmeier

Von

Vier Sterne: Ein Kochbuch, das zufrieden macht.

Zupfbrote oder „Monkey-Bread“ sind mir zugegebenermaßen bislang noch nicht zu Ohren oder Lippen gekommen. Aber der Klappentext vom fluffigen Teig in vielen Variationen hat mich neugierig gemacht.

Backen mit Dr.-Oetker-Büchern und -Zutaten kennt wahrlich jedes Kind, und auch mein wohlgefülltes Bücherregal hat einen Regalmeter mit diversen Werken aus verschiedenen Epochen. Dass Zupfbrote der neue Trend sei, ist bei mir jedoch bislang nicht angekommen. Also ran an Hefe und Rührschüssel – und VIEL Zeit einplanen!

Fast alle der 50 Rezepte basieren auf Hefeteig, einige sind Quark-Öl-Teige oder Plunderteige. Manche mit Vollkornmehl, manche vegan, alle mit den unterschiedlichsten Geschmackszutaten. Da wird mal Speck, mal Gemüse, diverse Gewürze, Körner, Käse eingearbeitet – langweilig wurde mir das nie, obwohl sich das 87 Seiten kleine Büchlein nur um Zupfbrote dreht.

Vielseitig und optisch abwechslungsreich

Im Gegenteil, ich fand es wirklich beeindruckend wie vielseitig diese Brote sind. Als Beilage zu Gegrilltem, perfekt für Büffets, Picknicks oder sogar zum Frühstück oder Kaffee, da es zum Schluss auch noch diverse süße Varianten gibt. Die Bilder zu allen Rezepten sind jetzt nicht wahnsinnig cool oder modern, aber das erwartet man wohl auch bei einer Traditionsmarke wie Oetker gar nicht. Sehr witzig wiederum fand ich die schier unerschöpfliche Auswahl an Formen der Gebäckstücke! Da gibt es Schleifen, Rollen, Kränze, Rosen, Brote in Kasten- und Gugelhupfform und und und. So machten die Brote auch immer optisch was her!

Außer in „Süß“ und „Salzig“ getrennt, gab es keine (für mich erkennbare) Logik, wie die Rezepte eingeteilt wurden. Hier hätte ich mir noch eine Unterteilung nach Hefe- oder schnellem Backpulverteig gewünscht, damit man leichter das passende Zupfbrot findet.

Geklappt haben die Rezepte immer, wenngleich ich doch schon ein paar Jahre Backerfahrung und ein Gefühl für Teig habe (besonders bei meinem geliebten Hefeteig). Gleich der erste Teig für die Zucchini-Bier-Zupfrosen war nach Rezept deutlich zu weich, hier benötige es noch einige Löffel Mehl mehr, dass er formbar wurde.

Vorausschauende Planung ist alles

Was man wirklich genau planen muss, ist der enorme Zeitaufwand den der Teig (fast immer) zum Gehen braucht. Mit der üblichen Stunde ist es hier nicht getan! Schwer ist das nicht, aber Planung ist absolut wichtig. Vier bis sieben Stunden können da schon zusammenkommen, aber dazwischen muss auch noch die Füllung zubereitet und der Teig geformt werden, also morgens loslegen und abends genießen geht auch nicht automatisch.

Überhaupt das Formen! Da hatte ich so manche Herausforderung. Ein kleines Mathematikstudium und Lineal sind durchaus empfehlenswert! Nein, natürlich ist das übertrieben, aber die Teige werden alle in unterschiedliche Rechtecke geschnitten und verschieden geformt in die Form gelegt, da musste ich schon zwei, dreimal lesen: „Die Teigstreifen in Rechtecke (4x10cm) schneiden. Etwa 5 Teigrechtecke aufeinanderschichten und aufrecht in die Form setzen. Die Hälfte der Teigstücke als untere Schicht einsetzen … Die übrigen Teigstücke darauf setzen.“ Und dergleichen ähnliche Anweisungen. Da hätte ich mir eine kleine Strichzeichnung gewünscht, wie das aussehen soll. Aber so genau kommt es darauf wohl nicht an.

Frisches Brot finde ich schon so einen Genuss, aber in diesen leckeren Varianten werde ich noch viele Streifen füllen, drehen, rollen und aufspießen!

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Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im Januar 2018

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