Backbuch: Das große Buch vom Backen

Backbuch: Das große Buch vom Backen ★★★★★

Das große Buch vom Backen
Naumann & Göbel (2. Auflage 1985)

Simone Brokmeier

Von

Fünf Sterne: Valentinas Liebling – zum Schwärmen gut.

Mein treuer Begleiter seit anno 1987

Ein allgemeines Backbuch, schon etwas in die Jahre gekommen, die Fotos nicht mehr ganz zeitgemäß – braucht man das noch? Mit kleinen Einschränkungen: Ja, für mich ist dieses Backbuch auch nach zwanzig Jahren in Gebrauch meine erste Wahl, wenn ich auf die berühmte einsame Insel (wo es natürlich eine ordentlich eingerichtete Küche geben müsste …) nur eins mitnehmen könnte. Und das, obwohl in meinem Kochbuchregal über 500 Kochbücher um diese Gunst wetteifern!

Ein Coffee-Table-Buch ist es wirklich nicht und inzwischen geradezu altmodisch, aber aus praktischer Sicht ist es ein Hit, zu dem ich seit meinen exzessiven Back- und Kochanfängen in meiner Ein-Zimmer-Wohnung anno 1987 immer noch regelmäßig greife.

Die ersten acht der insgesamt 14 Kapitel widmen sich den verschiedenen Teigarten mit einem Grundrezept, verschiedenen Anwendungsbeispielen und darüberhinaus praktischen Tipps rund um die Besonderheit der Teig-Art. Für die war ich als Backnovizin besonders dankbar, denn anders als für meine Oma, die Hefeteig einfach so in der Schüssel, ohne irgend etwas abzumessen, anrührte, waren und sind für mich ein Backbuch und die Küchenwaage mein Rüstzeug! Heute freue ich mich über die Vielzahl an unterschiedlichen Rezepten: allein für den Rührteig gibt es 50, von der Walnuss-Marzipan-Torte bis zur umgedrehten Kirschtorte. Zusätzlich gibt es auch zu den einzelnen Rezepten noch spezielle Tipps: dass die Englische Früchtetorte beispielsweise am besten schmeckt, wenn sie mindestens eine Woche alt ist. Klasse Idee wenn ich eine größere Kaffee-Gesellschaft plane, wo ich mehrere Kuchen anbieten will, da ich mich dann am Tag der Einladung selbst auf die fragileren Backwerke konzentrieren kann. Der Hinweis, dass Birnen je nach Reifegrad längere oder kürzere Garzeiten haben, ist für erfahrene Homecooks sicher eine Selbstverständlichkeit. Aber jemand, der zum ersten Mal versucht den Birnen-Schokoladen-Kuchen zu backen, wird bestimmt dankbar dafür sein, dass er den Kuchen nicht mit Birnenmus „belegen“ muss, wo eigentlich Birnenscheiben nötig sind… Desweiteren gibt es je ein Kapitel über die Weihnachtsbäckerei, Brot und Brötchen, Pikantes für Gäste und einen Sonderteil über das kalorienbewusste Backen (ein Kapitel, das ich in all den Jahren geflissentlich ausgelassen habe…)

Woran man erkennt, das das Buch in die Jahre gekommen ist: es fehlen die Angaben zu Temperatur und Backzeiten für Umluftherde und die Verwendung von Margarine oder künstlichen Aromen sind für mich heute ein no-go. Außerdem finde ich die Zuckermengen mittlerweile abenteuerlich hoch – ich reduziere diese grundsätzlich um 20-25%. Zu knapp der Hälfte der über 450 Rezepte gibt es schlichte Fotos – aus heutiger Sicht bestimmt nicht wahnsinnig stilvoll – ich liebe das Buch nicht wegen seiner Ästhetik, eher wie einen treuen Freund, der immer einen Tipp parat hat.

Nachgekochte Rezepte

Veröffentlicht im April 2011

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