Reise: Adieu Sommer 2013

Reise: Adieu Sommer 2013

Den ersten Kürbis zögere ich so lange wie möglich heraus. Liegt er erst im Einkaufsbeutel, dann lässt sich der Herbst nicht mehr abstreiten. Der Sommer in diesem Jahr war wie immer zu kurz. Und doch so schön.

Gärtnerisch begann er mit einer Einkaufsfahrt zu Pluta nach Berlin-Dahlem. Deren Blumen-Angebot ist berauschend und unser Kombi erweist sich immer als zu klein. Dieses Mal wählte ich ein tiefes Rot für meine Balkonblumen und als Gesellschaft für die Stachelbeere, die seit vier Jahren der Berliner Winterkälte trotzt – eine Blaubeere. Getragen hat die Neue nicht, aber sie machte sich auch ohne Beeren hübsch.

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Erdbeermarmelade

Im Mai legten meine Freundin und ich das Erdbeermarmelade-Wochenende fest, damit es in jedem Fall klappt. Unsere Vorräte waren leer. Eine Schimmel-Katastrophe im letzten Jahres hatte sie vernichtet. Dieses Jahr gingen wir auf Nummer sicher, auch beim Rezept. Die Beeren pflückten wir wieder beim Obstgut Franz Müller in Brandenburg. Sonderbarerweise verfahren wir uns auf dem Hinweg jedes Mal – trotz aller Elektronik. Und dann pflücken wir auch immer zu viel. Aber dafür fielen uns in diesem Jahr Holunderblüten in den Schoß.

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Anna Durkas & Liebnitzsee

Der Sommer war so richtig heiß. Eisläden und Badeseen wurden Gegenstand wichtiger Erörterungen. Anna Durkes (Kreuzberg) haben wir neu entdeckt und sie gehört mit unserem Kiez-Eisladen Hokey Pokey (superb!) nun zu den Favoriten. Gebadet wurde viel. Am Liebnitzsee bleibt es am schönsten. Das Wasser ist klar und tief, der Wald dicht und schattig.

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In der Küche


Mein Lieblingskochbuch des Sommers war Die venezianische Küche. Aber ich hatte noch andere Quellen und habe einiges Neues ausprobiert. Zum Beispiel eine Pizza mit Mascapone-Walnuss-Creme und Zucchini, sensationelle Törtchen nach einem Rezept von Eric Lanlard, die beste Aprikosentarte und ein Blaubeeren-Trifle zum Geburtstag meiner Tochter.

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Sommerurlaub


In Berlin begannen die Schulferien dieses Jahr früh. Ende Juni packten wir bereits die Reisekoffer und steuerten die Autobahn Richtung Osten an. 7 Länder, 5 Währungen und 3000 km: Berlin, Breslau, Krakau, Hohe Tatra, Budapest, Senje, Split, Maribor, Prag, Berlin. Es war eine tolle Reise. Es gab viel zu sehen und es war genug Zeit, die Beine baumeln zu lassen. Auch für mich als Autofahrerin der Familie waren Highlights dabei. Die krasse Serpentinen-Küsten-Abfahrt in der Dämmerung hinter Zagreb ist rückblickend der Funken Abenteuer, den ein Urlaub ausmacht.

Split war der Anker der Reise. Hier blieben wir eine Woche. Wir hatten ein Appartement gebucht mit Blick auf das Meer in einem kleinen Pinienwald. Ruhig und still war es hier. Nebenan stand ein luxuriöses Hotel mit Pool-Spa-Strand-Anlage, die wir mitnutzen konnten. Eigentlich haben wir nur gebadet. Oder genauer – die Familie war schwimmen und ich habe aufs Meer geschaut.

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Der Wochen- und Fischmarkt in Split sind toll. Die Fische sahen wie gerade gefangen aus. Das Gemüse und Obst perfekt reif. Man sah Frauen, die ihr Ware aus dem eigenen Gemüsegarten anboten. Es gab Walderdbeeren, selbstgetrocknete Steinpilze und Feigen frisch vom Baum. Die Gemeinsamkeit der Region Dalmatien mit Italien ist offensichtlich, nur wirkt das Land rauher und ursprünglicher.

Einen lustigen Moment der Reise gab es, als ich eine Makrele für das Essen vorbereitete. Ich nahm sie gerade aus. Aber nicht nur Organe, sondern auch ein FischLEIN kamen heraus! „Ein Baby!!!“ Fisch – Baby?? Oh je. Der Schreck einer Mutter, die auch mal ein Baby im Bauch trug. Die Makrele hatte, just bevor sie selbst erbeutet wurde, eine große Sardine verschluckt. Meine Tochter lächelte milde.

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Das Olivenöl Istria ist übrigens Spitzenklasse. Gut, dass Kroatien während unseres Urlaubs der EU beigetreten ist. Meine Menge – hier seht Ihr den ersten harmlosen Schwung – wäre nicht mehr als Mitbringsel durchgegangen.

Heimat

Ich wohne schon lange in Berlin, aber bin ein echtes Landei. Meine Heimat ist das norddeutsche Flachland zwischen Bremen und Bremerhaven. Es ist dort so ebenerdig, dass man verstehen kann, dass die Menschen einmal glaubten, die Erde sei eine Scheibe. Im Sommer ist das Licht dort ganz besonders. Es glitzert fast. Ihr müsst Euch das einmal ansehen.

Meine Eltern haben hier einen großen Garten. Natürlich spielt Gemüse eine Rolle, aber das ist eher eine Selbstverständlichkeit. Die Rosen sind die Lieblinge. Das versteht man sofort, wenn man sich auf ihre Pracht einlässt. Echte Schönheiten – so ganz ohne Nutzen und Sinn.

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Adieu Sommer!

Veröffentlicht im September 2013

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8 Kommentare

  1. Buchfink

    Einen wunderschönen Abklang auf den Sommer hast du da geschrieben, für dich zur Erinnerung und für uns zur Freude.

    • Katharina

      Danke. 🙂
      Mir hat es so viel Spaß gemacht in den Fotos zu kruschteln. Am liebsten würde ich den Sommer noch einmal starten.

      • Schokozwerg

        Ich auch! Schön war er, ich werde etwas wehmütig bei Deinem geschriebenen Lebewohl. Aber er kommt ja wieder, bald. Vielen Dank für den fröhlichen Blick zurück!

  2. Silke

    Hallo Katharina,

    diese Pizza sieht toll aus. Verrätst Du das Rezept?

    Herzliche Grüße
    Silke

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