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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | September 1, 2016

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Kochbuch von Susanna Bingemer & Hans Gerlach: Kochen mit Superfoods ★ ★ ★ ★ ★

Kochbuch von Susanna Bingemer & Hans Gerlach: Kochen mit Superfoods
Rezension

Kochen mit Superfoods – Rezepte
für Körper, Kopf und Seele
Susanna Bingemer & Hans Gerlach
Fotos Maria Grossmann & Monika Schürle
Gräfe und Unzer (2015)
Mehr über den Verlag

FÜNF STERNE: Valentinas Liebling - zum Schwärmen gut!

Theresa Kellner Von

Während noch vor ein paar Jahren kein Hahn nach den sogenannten Superfoods krähte, sprießen die Kochbücher zu dem Thema in dieser Saison wie Pilze aus dem Boden. Jeder Verlag hat scheinbar das Bedürfnis, auch noch seinen Senf dazuzugeben und DAS Superfoodbuch herauszubringen. Doch Superfoodbuch heißt logischerweise nicht gleich Superkochbuch. Bei Gräfe und Unzer haben sich nun Hans Gerlach und Susanna Bingemer des Trendthemas angenommen. Bleibt die Frage: Ist es ihnen auch gelungen?

Ich muss gestehen, was Superfoods betrifft, bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal von Chiasamen las, bin ich quer durch die Stadt gefahren, um bei einem veganen Supermarkt mein erstes Päckchen zu ergattern. Es folgten nach und nach Dinge wie Erdmandeln, Blütenpollen, Gojibeeren oder Hanfsamen. Nicht weil diese Zutaten hip sind, sondern weil mich unbekannte Lebensmittel mit besonderen Nährstoffen und Geschmäckern schlichtweg faszinieren. Ich finde es toll, beim Stöbern durch Bioladenregale neue Entdeckungen zu machen und meinen kulinarischen Horizont mit diesen teils neuartigen und teils jahrhundertealten Zutaten zu erweitern. Es macht so viel Spaß! Und genau das ist es, was das neue Kochbuch von Susanna Bingemer und Hans Gerlach zeigt! Trendthema hin oder her – Superfoods sind eine Bereicherung.

Der Autor – ein von uns geschätzter

Hans Gerlach ist hier auf Valentinas längst kein Unbekannter mehr, sein Können hat er oft bewiesen. Auch zusammen mit Susanna Bingemer, Food-Journalistin und Bloggerin, hat er bereits einige Kochbücher verfasst. Diesmal haben sich die beiden Granatapfel, Grünkohl und Co. vorgenommen. Was dabei heraus gekommen ist? Ein Kochbuch mit über 100 vielseitigen Rezepten, die sich auf die sechs Kapitel Frühstück, Salate & Vorspeisen, Suppen & Snacks, Gemüse, Quinoa & Pasta und Desserts verteilen.

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Besonders freut es mich, dass sich die Autoren nicht auf exotische Superfoods beschränken, sondern genauso regionalen Zutaten eine Bühne bieten. So lenkt das Buch den Blick nicht nur in die Ferne, sondern auch auf die Schätze vor der eigenen Haustür, die es mit Sicherheit (wieder) zu entdecken gilt. Die Exoten – das sind Lucuma, Mesquite und Maca. Aber unter Nüssen und Samen findet sich neben der Erdmandel auch der Leinsamen.

Im Rampenlicht: ihre Gesundheitsvorteile

Wer bisher keine Berührungen mit Superfoods hatte oder Nahrungsmittel unter diesem Aspekt noch nicht betrachtet hat, wird in der Einführung unter “Basics” von den beiden Autoren an die Hand genommen. Hier finden sich Tipps, wichtige Hinweise zu Superfoods allgemein wie auch zu Rohkost und Detox im Speziellen. Es geht dabei um ihre Gesundheitsvorteile. Die Bedeutung von Chlorophyll wird erläutert (blutreinigend), die Faustregel an die Hand gegeben, dass je röter Früchte und Beeren, desto besser und die magische 42 erläutert (in der Rohkostküche wird nichts über 42 Grad erhitzt). Überhaupt – statt Aromen und Genuss wird die Soll-Wirkung auf den Körper kurzweilig und mit Call-to-Action-Motivation („Essen Sie Gemüse – so viel wie möglich …“) erläutert.

Darauf folgen die Rezeptkapitel, die Übersichtsseiten mit informativen Kurztexten zu einzelnen Zutaten, schnelle To-go-Rezepte und wirklich eine ganz großartige Bandbreite an Gerichten. Edamame-Bohnen-Hummus mit Ingwer, Sonnenblumenkern-Cracker, Kalte Cranberry-Melonen-Suppe oder Ofen-Brokkoli mit Kurkumapüree – zumindest meine Dichte an Post-it-Zettelchen deutet bereits von Anfang an daraufhin, dass ich eine längere Liaison zum Buch führen werde. Und so kam es auch.

Tolle Fotos und wochentagstaugliche Rezepte

Schuld daran sind sowohl die abwechslungsreichen Rezepte als auch die wunderschönen Foodfotos von Maria Grossmann und Monika Schürle. Allein der Umschlag ist ein wahrer Augenschmaus, dort strahlen die Zutaten fast wie Diamanten. Das setzt sich in der Küche fort. Aber die Rezepte schmiegen sich auch wunderbar in die Wochentage und erfreuen das kulinarische Herz. Das Kartoffelcurry ist so gut, dass es direkt ins feste Repertoire aufgenommen wird und wie auch die Quinoa-Burger öfters nachgekocht werden darf.

Der Schlüssel zu dem Buch ist Leidenschaft für eine experimentierfreudige Gemüseküche mit vorwiegend veganen Rezepten. Bei den Rezepten geht es praktisch doch wieder um den Genuss. Als Leserin erfährt man von den Verwendungsmöglichkeiten: frischer Kurkuma kommt in das Kartoffelpüree, die Sesamsamen in die Linsenfrikadellen und die Gojibeeren in Pasta mit Tomaten.

Wer im Biomarkt schwer an Unbekanntem vorbei geht, wer Food-Trends nicht nervig findet – kurz wer Neuem zugewandt ist, findet hier ein sorgfältiges Kochbuch zu dem Thema der Stunde – Superfoods. Der Schwerpunkt liegt auf Gesundheit & Wirkung, die Rezepte verkörpern Genuss und Neues. Perfekt.

Nachgekochte Rezepte:

Kraftprotz
Ein unkomplizierter und nahrhafter Frühstückssmoothie. Mir war er etwas zu säuerlich. Je reifer die Banane ist, desto besser.

Warmes Hirsefrühstück mit Granatapfel
Hirseporridge gibt es bei mir jeden Morgen zum Frühstück, daher freue ich mich immer über neue Anregungen und Ideen. Hier ist die Kombination mit Granatapfel, Mandelmilch und Physalis köstlich, nur die Menge hätte locker für 4 Personen gereicht.

Geschrieben im März 2016