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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | December 6, 2016

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Kochbuch von Irina Pawassar: Smoothies – Power for you! ★ ★ ★

Kochbuch von Irina Pawassar: Smoothies – Power for you!
Rezension

Smoothies – Power for you!
Irina Pawassar
Fotos Brigitte Sporrer
EMF (2015)

DREI STERNE: Hat Stärken, aber überzeugte nicht ganz.

Simone Brokmeier Von

Nachdem ich nun schon zum zweiten Mal Gäste am Viktualienmarkt nicht mit Bier und Brezen glücklich machen konnte, sondern der Ruf nach grünen Smoothies laut wurde, habe ich mich diesem Thema nun erstmalig in meiner Küche gewidmet. Überreife Bananen, Pfirsiche oder Melonen in den Mixer werfen, konnte ich natürlich auch vorher schon. Mit Smoothies – Power for you! wollte ich mich aber in höhere Sphären begeben: Grün ist die Essenz! Energie und Lebensfreude!

Das verspricht zumindest die Autorin Irina Pawassar in der Einführung ihres kleinen Büchleins. Das Cover macht auch sofort gute Laune und Appetit – Drinks in appetitlich-knalligen Farben wie kiwi-grün, blaubeer-lila und mango-gelb vor schiefer-schwarzem Hintergrund. Sehr modern, schlicht und klar. Dazu handschriftliche kleine Notizen, wie eben von Keith Haring hingescribbelt, sodass die Fläschchen tatsächlich fast beben vor Power!

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Auf der Zutatenliste Trendiges

Auch die Rezepte werden genauso ansprechend präsentiert. Die einzelnen Gemüse sind mal auf Holzplanken drapiert, mal in schlichten Schälchen, mal lacht eine Halloween-Fratze aus der Orangenpresse, mal fügen sich Obst und Gemüse zu einem Smiley. So habe ich das Buch gerne immer wieder durchgeblättert, nur fehlte mir irgendwie immer der letzte Impuls nun auch endlich einen dieser Drinks zu mixen. Mal fehlte mir der so hochgelobte Grünkohl (kein Wunder, den gibt es erst nach dem ersten Frost, wie ich Banause jetzt weiß), mal die Macadamia- oder Reis-Kokos-Milch.

Auch finden sich in meinem Schrank bislang weder Aronia-Beeren, noch Chia-Samen oder andere Superfoods, die eingangs kurz vorgestellt werden. Also fange ich mit dem nur aus drei Zutaten bestehenden Mango to Tango an. Frischer Orangensaft, eine Mango und etwas Fenchel werden mit etwas Wasser zu einem verlockend gold-gelben Drink püriert. Geht wirklich kinderleicht, schmeckt super lecker. Aber das ist ja etwas für NovizInnen, denke ich mir. Ich will ja auch mal ungewöhnliche Kombinationen testen. Wenngleich ich vor den grünen Drinks und der Zusammensetzung noch etwas Respekt hatte. Viel Petersilie, roher Brokkoli und Sellerie …

Favorit: Bloody Hell

Darum nächste Farbe: dunkelpink. Mein Lieblingsdrink aus dem Buch hört auf den schönen Namen Bloody Hell. Und war für mich genau das, was ich mir erhofft hatte. Eine ungewöhnliche Kombi aus Obst und Gemüse (zugegeben, gesund kann für mich nur sein, was mir auch schmeckt!), überraschend im Geschmack und lauter gute Sachen, die ich auch bei mir vor Ort am Markt oder im Supermarkt besorgen kann. Eine Knolle frische, zarte Rote Bete, Trauben, Orangensaft und -jetzt kommt der Clou – Leinsamen und Minze. Diese Zutaten sorgen einerseits für die angenehm nussige Textur, anderseits verleiht die kühle Minze der erdigen Bete einen ganz anderen Charakter. Gerne wieder!

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Dieses Rezept stammt (wie insgesamt ein Viertel der zwanzig Rezepte) vom Münchner Green Smoothie-Laden Super Danke!, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Restaurant Gratitude beheimatet ist, wo Irina (links) Chefköchin ist. Als Raw Food-Köchin in den USA ausgebildet und auf Seminaren in Irland Vitalkost, möchte sie möglichst viele Menschen mit ihrer Begeisterung für supergesundes Essen anstecken. Dennoch konnte ich mich für eine Vielzahl der Drinks nicht so recht erwärmen. Wo die einen zu gemüsig sind, sind andere mit Gewürzen aufgepeppte (Mandel-) Milkshakes ohne jegliche Frischkost.

Natürlich probierte ich noch einen grünen Smoothie zum Schluss. Eine Handvoll Grün, Apfel, Ingwer, Banane und Wasser ergaben einen blassen Drink, der mir nicht zum versprochenen Frischekick verhalf. Vielleicht warte ich ab, bis Grünkohl Saison hat. Dieses Büchlein gehört definitiv in eine trendige Küche und eine Hand, die weiss, wie man einem Smoothie den letzten Schliff verleiht.

Nachgekochte Rezepte:

Gemeiner Grüner Smoothie
Laut Autorin ist das Grün beliebig austauschbar. Aber mein Mix aus Brokkoli, Rucola, Petersilie, Apfel und Banane mit Wasser sorgte eher für lange Gesichter als Power.

Pink Power
Rote Bete mit Reismilch, Wasser, Ahornsirup und Minze schnell gemixt. Nett, aber etwas dünn – hat gegen Bloody Hell keine Chance zum Favoriten zu avancieren.

Geschrieben im Januar 2016