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Valentinas-Kochbuch.de – kochen, essen, glücklich sein | June 28, 2016

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Kochbuch von Ella Woodward: Deliciously Ella ★ ★ ★ ★ ★

Kochbuch von Ella Woodward: Deliciously Ella
Rezension

Deliciously Ella. Genial gesundes
Essen für ein glückliches Leben
Ella Woodward
Fotos Claire Winfield
Autorenfoto Tommy Clarke
Bloomsbury Berlin (2015)

FÜNF STERNE: Valentinas Liebling - zum Schwärmen gut!

Stefanie Will Von

„Nicht schon wieder eine Bloggerin, die ein Kochbuch veröffentlicht!“ Ein naheliegender erster Gedanke. Also zumindest war es meiner, als ich sah, dass Ella Woodward unter die Autoren gegangen ist. Aber ich kriege ja auch schon Ausschlag, wenn mir jemand nur sagt, dass er Blogger ist. Ganz ohne Kochbuch. Was aber in diesem Fall Verschwendung gewesen wäre. Denn die Rezepte in „Deliciously Ella“ sind genau das, was der Titel verspricht: delicious!

Um an die zu gelangen, muss man aber erst etwas blättern. Zugegeben, das Cover ist sehr einladend – frisch, fröhlich, farbenfroh. Doch dann kommt der Dämpfer in Form von „Meine Geschichte“. Inspirierend ist Ellas Lebenslauf zwar, aber auch, nun ja, abschreckend. Von der zuckerliebenden Studentin (oh ja!), die von einer seltenen Krankheit heimgesucht und ans Bett gefesselt wurde (oh nein!), bevor sie sich mit gesunder Ernährung heilte. Heißt: glutenfrei und vegan (oh Gott!). Ich höre sie schon, die Skeptiker. Ich sehe sie, die Augenverdreher. Nicht abschrecken lassen! Lesen und so unvoreingenommen wie irgend möglich weiterblättern. Dann tut es sich auf, das kulinarische Universum köstlicher Leckereien. Und das „Oh Gott!“ kommt Ihnen dann aus ganz anderen Gründen über die Lippen. Versprochen.

kochbuch-deliciously-ella-woodward-cover-valentinas-blogBloggerin halt: atmosphärisch, trendig, cool

Los geht’s mit ein bisschen Warenkunde und Basic-Rezepten wie Mandelmilch und -mus, gefolgt von sechs reinen Food-Kapiteln auf knapp 200 Seiten: „Körner“, „Nüsse und Kerne“, „Bohnen und Hülsenfrüchte“, „Gemüse“, „Früchte“ sowie „Smoothies und Säfte“. Zu guter Letzt kommt noch „Leben wie Deliciously Ella“ mit Anleitungen für das perfekte Brunch, Dinner-Menüs, Mädelsabende und Picknicke. Alles unterstrichen von Fotos, wie man sie derzeit von Bloggern erwartet: atmosphärisch, trendig, cool. Nichts Neues also an der Front, aber dennoch sehr schön anzusehen.

Gleich das erste Rezept, das muss ich an dieser Stelle leider zugeben, war allerdings etwas enttäuschend: Quinoa-Kurkuma-Bratlinge – ganz mein Geschmack. Und lecker waren sie ja auch. Nur war die Backzeit (zumindest für meinen Ofen) zu knapp bemessen, und die Dinger haben am Blech festgeklebt. Fairerweise muss ich aber dazu sagen, dass Burger nicht gerade meine Stärke sind. Diese Bratlinge waren jedenfalls nicht die ersten, die mir nicht gelangen. Bei Weitem nicht! Nachdem das Blech wieder gesäubert war und der Bratlingteig in gebackener Puddingform serviert war, ging es nur noch bergauf…

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Haferkekse – besonders lecker in selbstgemachten Kakao-Haselnuss-Aufstrich getunkt, Müsliriegel und Chia-Frühstückspudding. Letzteren habe ich zubereitet, nachdem ich in Kopenhagen im berühmten Rohkost-Restaurant „42 Raw“ ein sehr ähnliches Gericht gegessen hatte. Und was soll ich sagen: Ellas Version ist mindestens genauso gut und seitdem mein liebster Startschuss ins Wochenende.

Und die Desserts!

Der Großteil der Rezepte beinhaltet großzügige Mengen Nüsse oder Avocados, was sie wunderbar sättigend macht, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so aussehen. „Diese guten Fette machen nicht dick“, versichert Ella. „Der Körper liebt Avocados und Mandeln, die euch mehr Energie liefern, als ihr euch vorstellen könnt.“ Wie wahr! Den Beweis liefern zum Beispiel der Linsen-Zucchini-Minze-Salat und der lauwarme Rucolasalat mit Ofenkürbis, Oliven und Avocado. Letzterer kommt derzeit mindestens einmal pro Woche bei uns auf den Tisch. Wunderbar – und wandelbar! Ein paar Seiten später zeigen der marinierte Grünkohlsalat mit Granatapfelkernen und die gefüllten braunen Champignons, dass glutenfreie, vegane Kost alles andere als einfallslos und langweilig sein muss. Grünzeug kann eben auch anders!

Die Dessert-Rezepte (u. a. im Gemüsekapitel zu finden!) haben mich aber komplett umgehauen! Und meine Gäste. Ein Tisch voller zuckerhungriger Allesesser und man tischt Süßkartoffel-Brownies auf? Ja, das geht. Und statt Prügel gab’s sogar Lobeshymnen. Geht superschnell, ist supereinfach und superlecker! Noch einfacher ist die Avocado-Schokoladen-Mousse: Alle Zutaten in die Küchenmaschine, fertig. Die Rübli-Torte mit Karamellglasur ist zwar etwas aufwendiger, wenn man Zeit hat aber unbedingt eine Sünde wert!

Fazit: Von gesunden Gerichten, die nicht nur vegan, sondern auch noch frei von Gluten und raffiniertem Industriezucker sind, wird man nicht nur satt. Sie schmecken grandios und sind großteils innerhalb von 30 Minuten zubereitet. Viele der Rezepte gehören mittlerweile zu meinem regelmäßigen Repertoire. Und mein Mann fragt sogar (von selbst!) wann es wieder Süßkartoffel-Brownies gibt.

Nachgekochte Rezepte:

Quinoa-Kurkuma-Bratlinge
Kurkuma gilt als eines der heilsamsten Nahrungsmittel, wirkt stark entzündungshemmend und wird deshalb in der indischen und chinesischen Medizin eingesetzt. Wenn nur jede Pille so lecker wäre! Gut, richtig gelungen sind die kleinen Burger nicht, weil sie am Blech festklebten, aber geschmeckt haben sie!

Süßkartoffel-Brownies
DER HIT! Bei figurbewussten Frauen, bei störrischen Männern, bei quengeligen Kindern. Schweigen am Tisch. Alle genießen! Die unaufdringliche Süße der Süßkartoffel (die heißt ja nicht umsonst so) wird wunderbar vom herben Kakao unterstrichen. Nicht zu süß, dafür wunderbar fest und pappig, wie ein Brownie es sein soll.

Geschrieben im Januar 2016