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Rezepte aus aller Welt

Annabel Langbein - Easy Cooking: Stimmt!

Annabel Langbein

Cover: Gerstenberg Verlag

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Lorbeer

Die neuseeländische Kochbuchautorin Annabel Langbein erobert Europa. Ihre prämierten Kochbücher sind nun in den Niederlanden, Norwegen, Frankreich und Deutschland erschienen. „Ein gutes Rezept sollte wie eine Straßenkarte sein, die leicht zu lesen ist“ schreibt sie. Sie verspricht, dass Ihre Rezepte schnell, einfach und erfolgreich sind. Nun, suchen nicht zahllose Kochbücher ihre Leser mit dieser Ankündigung? Und bleibt es nicht häufig bei der Behauptung?

Bei Annabel Langbein ist es anders. Sie hält, was der Titel verspricht. Ihr Erfolgsgeheimnis habe ich in ihren durchdachten Rezeptseiten entdeckt, die die Lebenswelt der Homecooks berücksichtigt und das Know-How für die Zubereitung in kleinen „Dosen“ weiterreicht. Der Schwerpunkt ihrer Kapitel liegt auf den „little Meals“, Rezepte für die Wochentage. Daraus folgt eine gelungene lebensechte Balance von (tendenziell) mehr vegetarischen Gerichten als Fisch- und Fleischmahlzeiten, wie ich finde.

Eine Fusion-Küche, die im Klappentext angekündigt ist, ist nicht im klassischen Sinne zu erwarten. Zwar präsentiert Annabel Langbein Rezepte aus vielen Landesküchen, insbesondere aus der mediterranen und asiatischen (daneben auch englische Klassiker wie Lemon Curd, Cottage Pie), aber es werden kaum Einflüsse miteinander verwoben, sondern jedes Rezept bleibt seinem Ursprung treu. Das selbstverständliche Nebeneinander der Kochtraditionen entspringt sicher ihrer Heimat Neuseeland.

Sehr konsequent ist die Kürze der Texte. Die Autorin spricht den Leser in Maßen persönlich an, ihre Rezepte bleiben sachlich. Dabei führen wenige Arbeitsschritte zu einem zuverlässigen Ergebnis. Gerne startet Annabel Langbein mit einem einfachen Basisrezept (dessen Grundlage auch eine industriell gefertigte Zutat sein kann), das variiert wird. Ein Beispiel dafür ist ihre Rezeptidee, fertiges Vanilleeis in Kokos-Zitronen-Eis, Cassata, Grüntee-Ingwer-Eis etc. zu verwandeln. Besonders haben mir ihre Salat-Ideen gefallen, ihre Desserts und Braten haben mich (mit Ausnahmen) weniger mitgerissen. Sie weist immer auf Möglichkeiten der Vorbereitung und Aufbewahrung hin, was sehr praktisch ist. Die erforderlichen Zutaten sind in (fast) jedem gut sortierten Supermarkt bzw. Asia-Shop zu beziehen (Ausnahme: Wachteleier und Muscheln). Einen charmanten Exkurs habe ich entdeckt: Der Hinweis, dass Sahne bei 32 C Grad gerinnt, ist für einen „Kiwi“ sicherlich praxisnäher als für einen „Kraut“. Übrigens: Das Kochbuch ist reich bebildert und hat ein schlichtes modernes Layout, allerdings etwas durchschnittlich belanglos, wie ich finde.

“Easy Cooking” kommt unauffällig daher, so ganz ohne „british-style Pop“-Layout und lädt ein, unterschätzt zu werden. Das Kochbuch ist für mich wie eine gelungene Screwball-Comedy, die leicht und ein wenig zufällig scheint. Tatsächlich ist die Grundlage ein pointiertes Drehbuch. Für geübte Homecooks, die raffinierte kulinarische Details suchen, ist es nicht das passende Buch. Es eignet sich umso mehr für Kocheinsteiger oder routinierte Köche, die täglich eine kleine oder große Familie versorgen (müssen) und nach unaufwendiger, doch Zufriedenheit stiftender Abwechslung in ihrem Koch-Repertoire dürsten.

Favoriten & Flops

Annabel Langbein

Karamellisierte Zwiebeln mit Bratwurst
Das Gericht ist ein Geschenk an einem grauen, kalten Tag! Zum Rezept






Marokkanischer Linseneintopf: Er ist ein klasse Beispiel, wie mit wenig Aufwand und wenigen Zutaten (Koriander, Kreuzkümmel, Chili, Paprikapulver, Kartoffeln und rote Linsen) ein tolle Suppe gekocht werden kann.

Maissalat mit Avocado, Tomaten und Basilikum: Meine Mais-Leidenschaft endete in der Studienzeit. In unserer Mensa gab es nur einen grünen Salat, der immer mit Dosenmais zubereitet wurde. Dieses Rezept hat mich überrascht, denn es ist ein „kleiner“ charmanter Spätsommer-Salat.

Lemon Curd: Ein wunderbarer Klassiker ist dieses Rezept. Allerdings sorgt die Menge sorgt für längere Aufbewahrung: Das Rezept füllt drei „Marmeladengläser“.

Salat mit grünen Bohnen, Rote Beete, Mozzarella und Basilikumöl: Dieser Wintersalat ist eine schöne Idee für eine Jahreszeit, in der die klassischen Salatzutaten nur in mäßiger Qualität angeboten werden (z. B. Tomaten).

Tarte mit Rukola und Räucherlachs: Dieses Rezept ist perfekt für einen Sommerabend und überzeugend hinsichtlich Zeit und Aufwand. Lediglich der Tarte-Boden wird gebacken, die weiteren Zutaten werden frisch verteilt. (In dem Tarte-Teig-Rezept hat sich wohl ein Fehlerteufel eingeschlichen: 50 g Zucker sind eher zuviel für einen salzigen Teig).

Bruschetta mit Rukola, Feta und Tapenade: Klassisch und gut!

Salat mit grünen Bohnen, Thunfisch und Eier-Oliven-Essig: Der Salat trifft nicht meinen Geschmack, denn es fehlt eine Zutat von weicher Konsistenz.

Nudeln mit Rukola-Chili-Pesto: Das Rezept hat mir geschmeckt. Trotzdem werde ich nie echter Pesto-Fan. Das Gericht ist mir zu trocken.

Bohnensuppe mit Chorizo: Das ist eine weitere Variation der Tomatensuppe, die hier jedoch nicht meinen Geschmack getroffen hat. Die Kombination Bohnen und Chorizo ist mir zu rustikal.

Annabel Langbein

Annabel Langbein, Easy Cooking, Fotos von Nick Tresidder, Gerstenberg Verlag (2008)

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Annabel Langbein

NEUIGKEITEN 2009
Der Gerstenberg- Verlag hat gleich ein weiteres Kochbuch von Annabel Langbein auf den deutschen Markt gebracht: Eat fresh!






VIDEO: Annabel Langbein

Geschrieben im Februar 2009

Kategorie(n): Annabell, Kochbuch, Rezension, Schnell

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